Donnerstag, 18. Juni 2020

Refashion: Sweaty, ein Hoodie wird zur Beuteltasche

Werbung, der Schnitt wurde mir fürs Probenähen zur Verfügung gestellt
Als die elbmarie-Sabine von ihrem neuen Schnitt erzählt wat war ich sofort interessiert- Refashion ist ja genau mein Thema. Vor allem die Körperteile von Sweatshirts sind ja noch richtig gut, auch wenn die Bündchen schon die ersten Löcher an den Kanten haben.
Ich selbst trage selten Sweatshirts, aber der Sohn hat ein paar Hoodies seiner Lieblingsbands im Schrank. Einen davon hat er mir zur Verfügung gestellt- und dafür eine lässige Tasche bekommen.
Die Vorder- und Rückteile des Pullis haben gut für die Hauptteile der Tasche gereicht, theoretisch hätte ich auch das Futter aus den Ärmeln schneiden können. Aber für das Innenteil haben wir dann doch einen helleren, handgewebten Stoff aus Nepal ausgesucht, das passt besser. 
Ich habe die Tasche nicht verstärkt, der Stoff war schön flauschig und das feste Futter gibt genug Stand.
Auf die charakteristische Kängurutasche der Sweaty habe ich zugunsten des Druckes verzichtet.
Die Seitenteile habe ich aus einem Stück Velourleder genäht, am oberen Taschenrand ist die Rückseite des Stoffes außen und ich habe die originalen Ösen der Kapuze ausgeschnitten und aufgenäht.
Sweaty hat in der großen Version einen Reißverschluss oben. Man kann sie aber auch mit einem Druckknopf schließen, das ist bei der kleineren Variante die bessere Möglichkeit.

Die Bezugsquellen des Schnittes hat euch Sabine verlinkt, dort findet ihr die nächsten Tage auch noch schöne Beispiele aus ganz verschiedenen Materialien, aber gerade aus Sweatshirtstoff finde ich die Tasche für den Sommer lehr lässig. Ein unkompliziertes Teil!

Viel Erfolg mit dem Schnitt, Sabine!
Es war mir wie immer ein Vergnügen nach deiner gut ausgearbeiteten Anleitung zu nähen.

Sonntag, 31. Mai 2020

Stoffspielereien: Blätterapplikationen und der Anfang des neuen Großprojektes

Kennt ihr das? Wenn ihr ein Projekt habt und dann diese Anfangshemmung da ist weil es vielleicht nicht so wird wie es im Kopf schon fertig ist?

So war es mit dieser Kombi: Ich hatte bei Fox´s im Fabrikverkauf einen schimmernden Stoffcoupon gefunden, ein Traum aus 83 % Leinen und obenaufliegenden opalisiernden Polydingern. Das sollte ein kurzärmliges Etuikleid werden, dazu wollte ich gern eine etwas strukturierte Jacke die die beiden Farben des Stoffes wieder aufnehmen sollte.
Das Projekt habe ich nun anlässlich der Stoffspielereien angefangen, die Blättermotive passen ja ganz gut zum Blumenthema, das von Petersilie+Co vorgeschlagen wurde.

Die erste Hürde war die Farbe, dieses Grün zu mischen war gar nicht so einfach. Der Farbton auf Basis des gut deckenden Metallicgoldes war nass völlig anders als trocken. Er war nicht nur dunkler (das bin ich bei Deka ja gewohnt) sondern auch viel blauer. Man braucht wirklich nur etwa 5% blau um auf dieses schimmernde grün zu kommen.
Dann habe ich ein paar Zweige gedruckt um zu sehen welches Stickgarn ich nehmen werde und ob ich den schmalen hellbraunen Rand stehen lassen kann.
Und ja, ich lasse ihn stehen, obwohl ich die Version links mit dem ausgeschnittenen Blatt auch sehr schön finde.
Die Versuche mit einem bunteren Garn haben mir nicht gefallen, die seht ihr noch in der Ecke rechts unten.
Am unteren Bildrand seht ihr auch den Stoff für´s Kleid, die Druckfarbe passt doch prima!
Zum Drucken habe ich einen dieser ABC-Ordnerregister aus Kunststoff genommen und das Motiv mit dem Cutter ausgeschnitten. Man kann da auch Papier nehmen, aber die Folien sind gut abwaschbar, bleiben flach und man kann sie dann auch gespiegelt ein zweites mal verwenden.
Diese Folie wird dann unter ein leeres Sieb geklebt.
Wer das nicht hat kann auch gut einen alten Bilderrahmen aus Holz hernehmen und mit Polyorganza bespannen, das geht auch ganz gut.
Dann habe ich die zugeschnittenen Stoffstücke mit Stecknadeln flach auf ein dickes Stück Filz gepinnt und mit Platzhaltern aus Papier die Musterverteilung festgelegt.
Bei so flächigen und deckenden Motiven drucke ich ganz gern mit einem Schwammpinsel, da kann ich den Farbauftrag an den Rändern besser kontrollieren als mit der kleinen Rakel.
Der Anfang ist gemacht: Alle sechs Teile sind gedruckt. 
Ich freu mich jetzt auf das Sticken. Das bedeutet keine Entscheidungen mehr zu treffen, nur einfach meditatives An-der-Linie entlangsticheln.....! :)


Und ich freue mich auf die Beiträge der anderen Teilnehmerinnen der Stoffspielereien, 
die diesmal bei Petersilie und Co gesammelt werden.


Die nächsten Themen der Stoffspielereien lauten:

28.06.2020: „Monogramme“ bei made with Blümchen 
27.09.2020: “Texturen aus der Natur“ bei Schnitt für Schnitt 
25.10.2020: „Textile Behältnisse“ bei Feuerwerk by kaze
29.11.2020:  [Thema noch offen] bei Nähzimmerplaudereien

Die Stoffspielereien
Mach mit, trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu.

Jeden letzten Sonntag im Monat sind die Stoffspielereien zu Gast bei einer anderen Bloggerin. Dabei kommen wir ohne Verlinkungstool aus: Schreib einfach einen Kommentar mit dem Link zu deinem Beitrag im jeweiligen Blogpost der Gastgeberin. Sie fügt die Links im Lauf des Tages in ihren Beitrag ein – ganz persönlich und individuell.

Bist du nächstes Mal auch dabei?

Freitag, 1. Mai 2020

Tasche L.A.- ein neuer Schnitt für ein Mäppchen von EllePuls

Werbung- der Schnitt wurde mir vor der Veröffentlichung zum Ausprobieren zur Verfügung gestellt.
Als ich neulich mit Elke von EllePuls den Podcast aufgenommen habe ergab sich im Anschluss die wunderbare Gelegenheit, bei einem perfekt organisierten Probenähen dabei zu sein.
Das geplante Mäppchen hat mir nämlich auf Anhieb sehr gut gefallen- man kann wunderbar kleinere Stoffschätze in Szene setzen und es ist in etwa 3 Stunden recht fix genäht.

Zudem kann man gut mit verschiedenen Materialien spielen. Hier habe ich unter anderem einen etwa 2 mm starken Wollfilz verarbeitet. Die innere Tasche ist in dem Fall ungefüttert, das Material lässt sich ja auch offenkantig verarbeiten. 
Ich nehme das Mäppchen als Verpackung für meine elektrische Zahnbürste, es haben dann alle Teile ihren Platz und ich vergesse nicht ständig das Ladekabel. Die schmale lange Form von L.A. ist perfekt für den Zweck.
Elke Tasche passt genau in meine Carpet Bag. Damit bin ich für die nächste Reise (wannauchimmer...) perfekt gerüstet.


Ein zweites Exemplar habe ich aus Zeltplane gepatcht, dafür habe ich kleine expressiv gefärbte Stücke mit der Quilters Grid Methode aneinandergenäht und dann farblich passend abgesteppt.
Als Verstärkung und Höhenausgleich habe ich Soft+Stable untergelegt, in Verbindung mit dem festen Zeltstoff gibt das richtig viel Stabilität.
Innen ist das ganze mit einem passenden Popelinestoff gefüttert.
Die Tasche ist fest, eher rustikal und passt perfekt in das Beuteschema des Sohnes- er findet sicher irgendein Werkzeug dafür das drin perfekt untergebracht sein wird.

(Er sitzt übrigens seit Anfang März in Kalkutta fest und wird voraussichtlich auch nicht mehr ausfliegen. Sobald die Grenzen wieder öffnen und der im Zoll festsitzende Container freigegeben ist warten seine Projekte in Nepal auf ihn. Vielleicht besuchen wir ihn im Winter dort mal und geben ihm das Etui.)

Vielen Dank, liebe Elke für dein Vertrauen. Das Projekt hat viel Spaß gemacht und mir würden noch viele andere Kombinationen einfallen. Denn die anderen Probenäherinnen haben so tolle Beispiele gezeigt, das ist sehr inspirierend.
Guckt doch mal rüber zu Elke ins Blog, dort ist eine schöne Sammlung zusammengestellt.

Den Schnitt bekommt ihr seit heute hier, ich glaube das ist sogar noch ein Einführungspreis.
Passende Reißverschlüsse findet ihr wie gewohnt bei mir im Shop.



Sonntag, 26. April 2020

Stoffspielereien: Visible Mending




Ute hat für die Stofffspielereien im April das Thema Visible Mending vorgeschlagen. Das ist ein tolles Motto, auch wenn es meine Mutter pragmatisch Reparieren oder Flicken nennen würde... :)

Von meiner Mutter (oder besser: Von meiner gegen 1970 verstorbenen Großtante) stammt auch dieses gut gefüllte Garnkästchen. Die Tante hatte bis in die späten 60er ein Handarbeitsgeschäft und da war das Stopfgarn wohl ein Artikel der häufig über den Ladentisch ging.
Wie alt die kleinen Knäuel sind lässt sich ahnen, weil das Baumwollgarn außerhalb der Banderolen trotz Lagerung im Kästchen ausgeblichen ist.

Ich verwende das Stopfgarn tatsächlich auch noch, allerdings fast ausschließlich zum Reparieren selbstgestrickter Socken. Ich kann ja mit meiner Arthrose nicht mehr stricken, weiß aber total zu schätzen wenn ich Strümpfe geschenkt bekomme (Danke z.B. an Mirella und Heike!!)
Und selbstverständlich stopfe ich die Socken wenn ein Loch auftaucht.
Meine Oma hat das noch mit einer Art Webmethode geflickt, ich mache das eher quick and dirty.
Vor allem die großflächigen Löcher an Zehe oder Ferse lassen sich so super stopfen.
Ausgehend von einer Reihe Vorstichen um das Loch herum wird quasi nach innen gearbeitet. 
Das hält gut und ist schnell gemacht...... 
Heute habe ich dann mit einer mir ganz neuen Methode das Ellenbogenloch am Pulli meines Mannes repariert- wie es sich gehört aber Ton in Ton. Deshalb ist da gar nicht so viel Spektakuläres zu sehen. Wenn euch die Technik interessiert dann googelt mal nach Swiss Darning, da gibt es die tollsten Beispiele zu sehen und die meisten sind auch viel besser ausgeführt als mein Versuch. 
Ich habe das dann nur noch mit einem Kettstich umrahmt um mehr einen Ärmelpatch-Charakter zu bekommen.
Wirklich Spaß gemacht hat aber das Reparieren meiner liebsten Sommerlaufhose. Sie hat vorn auf dem hochelastischen dünnen Stoff eine aufgesetzte Tasche- und das Nähgarn riss dort von Anfang an immer wieder auseinender. Ich gehe da regelmäßig mit der Maschine kurz drüber, aber das ist wörtlich Flickwerk. Deshalb habe ich der Tasche heute einen würdigen Rahmen aus Kettstichen verpasst- die sind ebenso elastisch wie der Stoff. Das hält noch ein Weilchen und schaut auch nett aus.

Denn das ist der Unterschied zum Reparieren wie es meine Mutter kannte. Wenn wir stopfen, dann soll das nicht nur praktisch, sondern gerne auch schön und dekorativ sein.
Ich denke da zum Beispiel an die meisterlich geflickten Jeans von Clara.
Manchmal ist das Reparieren auch ein Impuls, dem Kleidungsstück ein neues Design zu verpassen wie z.B. bei meinem geflickten Pulli den ich seit der Rettung wieder sehr gerne trage.
Visible Mending ist also nicht nur lästige Pflicht, sondern eine echte Herausforderung, kreativ zu werden.
Und nachhaltig ist es dazu, zusammen scheint mir das eine unschlagbare Kombination....

Danke an Ute für das Thema, bei ihr findet ihr auch alle weiteren Teilnehmerinnen, ich hoffe auch viel Jeans!

Die Stoffspielereien waren übrigens auch ein Thema bei meinem Interview-Podcast 
mit Elke von Ellepuls, wir haben uns über verschiedene textile Techniken unterhalten.
Hört doch mal rein!


Die Stoffspielereien
Mach mit, trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu.

Jeden letzten Sonntag im Monat sind die Stoffspielereien zu Gast bei einer anderen Bloggerin. Dabei kommen wir ohne Verlinkungstool aus: Schreib einfach einen Kommentar mit dem Link zu deinem Beitrag im jeweiligen Blogpost der Gastgeberin. Sie fügt die Links im Lauf des Tages in ihren Beitrag ein – ganz persönlich und individuell.

Bist du nächstes Mal auch dabei?

Die nächsten Termine:

26.04.2020: „Visible Mending“ bei 123-Nadelei
31.05.2020: „Blumen“ bei Petersilie +Co
28.06.2020: „Monogramme“ bei made with Blümchen
Sommerpause
27.09.2020: „Texturen aus der Natur“ bei Schnitt für Schnitt
25.10.2020: „Textile Behältnisse“ bei Feuerwerk by kaze
29.11.2020: (Thema noch offen) bei Nähzimmerplaudereien

Einen Überblick über die bisherigen Stoffspielereien findest Du bei Siebensachen zum Selbermachen.





Mittwoch, 1. April 2020

Jacke im Sixtiesstyle, die Kopie einer Lieblingsjacke

Nach der ganzen Maskennäherei war mir mal wieder nach einem optimistischen Frühlingsprojekt.

Diese Jacke war schon länger fertig bebügelt in Einzelteilen auf meiner Puppe drapiert- nun war sie fällig.
Den Schnitt habe ich von meiner gekauften gelben Lieblings-Winterjacke abgenommen, die war im Laden Liebe auf den ersten Blick. Sie ist aus einem schönen Flausch, aber deshalb etwas zu warm für die Übergangszeit. Glücklicherweise können wir ja kopieren :)
Ich habe mich bei der Verarbeitung nah am Original gehalten, nur den unteren Beleg habe ich aus Oberstoff genäht, das schaut an den Kanten einfach sicher sauberer aus.
Die Jacke hat wie im Original Taschen, das ist ganz wichtig und bei so kastigen Jacken gar nicht so selbstverständlich. Tante Burda hat bei ähnlichen Modellen der letzten Hefte die Taschen weggelassen- aber auch hier gilt ja, dass man das problemlos dazunähen kann.
Die Druckknöpfe habe ich mit Futterstoff bezogen, das ist einfach unauffälliger als das blanke Metall.
Zum Glück hatte ich einen Taftrest in passender Farbe!

Dazu passt ein Rock den ich mir schon vor ein paar Jahren genäht habe, der aber immer einen Tick zu lang war. Ich habe ihn gekürzt, mit einer neuen breiteren Passe versehen und etwas enger genäht.
Der schöne Stoff war einfach zu schade um nur im Schrank zu hängen weil er nicht richtig gepasst hat.

Ich bin gespannt auf die Frühlingssachen der anderen Näherinnen des MMM, ich hoffe auf etwas Farbe und Optimismus in dieser seltsamen Zeit.       Hier geht es lang!

Schnitt: Abgenommen von einer Kaufjacke, bei Burda hat es in den letzten zwei Ausgaben aber ähnliche Modelle gegeben.
Eine liegt schon zugeschnitten auf dem Nähtisch. :)
Stoff: Ein sehr alter Wollstoff aus meinem Vorrat, ich tippe mal auf ein echtes Vintageschätzchen da ich den mal von meiner Mutter mitgenommen habe und er nur 110 cm breit liegt.
Ganzflächig bebügelt mit gewebter Einlage, Viscosefutter

Freitag, 13. März 2020

Der Golfquilt


Je älter ich werde und je voller mir mein Kleiderschrank vorkommt, umso lieber nähe ich eher langwierige Projekte wie Quilts.
Das letzte Beispiel ist diese Decke, die ist im Februar in einer Art Rausch entstanden.

Angefangen hat das Projekt mit einer ganzen Menge Musterlaschen die ein asiatischer Aussteller zur Entsorgung am Stand der Frankfurter Heimtex-Messe zurückgelassen hat. Mein messebauender Schwager darf sie dann mitnehmen und bringt sie mir vorbei.
Das ist immer wie Weihnachten.... :)
Diesmal waren sehr viele Unis in Bettwäschequalität dabei, hauptsächlich Baumwolle in Leinwandbindung und etwas Satin.
Das schöne Farbspiel hat mich zu einem groben Quilt-Layout für meinen golfspielenden Bruder inspiriert, der feierte Ende Februar einen runden Geburtstag.

Bei Instagram habe ich den Prozess dokumentiert, deshalb habe ich ein paar Bilder vom Zwischenstand:

Ich hatte einen eher groben Plan, es ist so toll wenn man während des Nähens immer wieder neu bewerten kann und sich aus dem Prozess neue Ideen entwickeln. So habe ich 9 verschieden große Paneele genäht, jeweils mit einem durchschattiertem Grund und einer Fahne als Motiv.


Das Quiltmuster war am Ende ein Problem, das Muster ist ja sehr unregelmäßig und ich war eher ratlos. Nur linear oder in den weißen Streifen? 

Bele hatte dann auf Instagram den rettenden Einfall: Ich habe die Flugbahn der Bälle ganz großzügig über die ganze Fläche verteilt, dazu dann ein paar große Kreise (Bälle!) als Füllelemente.
Ich habe beim Handquilten alle Staffeln der "Brücke" geguckt und wirklich jeden Moment genosssen. Mit so lockerer Handquilterei wird das eine weiche und anschmiegsame Decke.
 

Etwas Bauchschmerzen hatte ich wegen der grünen Kreide die ich zum Vorzeichnen genommen habe. Zwar ist sie aus einem Probestück gut herausgegangen, aber ich habe die Linien zum Teil doch recht dick aufgetragen. Aber nach der Wäsche waren die Markierungen fast völlig verschwunden. Zum Glück.

Die Rückseite ist auch aus einem der Messestoffe, da waren große fertige Bettbezüge dabei. Einer hat dann genau für die Rückseite und das Binding gereicht.


Ich habe den ganzen Prozess sehr genossen, ich hoffe die Decke begleitet meinen Bruder lange. Sie passt stilistisch und farblich ganz gut in seine Umgebung.



Die gröberen Stiche des Quiltens haben mit der klassischen Handquilterei nicht viel zu tun, aber hier hat das richtig gut gepasst und es hat mir großen Spaß gemacht. Und die Haptik ist so toll dass ich das auch beim nächsten Quilt so steppen werde. :)

Der Quilt ist bis auf das Baumwollbatting ein echtes Recycling-Projekt. Ich könnte mir vorstellen, dass man sowas gut aus alten Herrenhemden nähen könnte, die sind ja auch oft so farblich dezent.
Aber erst mal habe ich noch ein paar Musterlaschen die mich die nächsten Monate beschäftigen können.....



Sonntag, 23. Februar 2020

XXL-Stoffspielereien: Fingerstricken


Bimbambukis Thema der Stoffspielereien vom Februar ist XXL, sie hat dafür ein tolles Pinterestboard zusammengesammelt.
Dort bin ich auf Finger- und Armstricken gestoßen, das hat mir auf Anhieb sehr gut gefallen.
Der Materialverbrauch für eine Decke hat mich dann aber zurückschrecken lassen, ein Plaid mit über 2 kg Gewicht ist zwar dekorativ, aber schlichtweg zu schwer. Auch Bekleidung mit so viel Masse ist nichts für mich.....
Aber ich habe nette Katzenkörbe gefunden.
Und ich hatte ja da noch 8 mm-Kordel in meinem Vorrat. Aber auch hier war der Materialverbrauch wieder so hoch, dass ich mit der 50 m-Rolle nicht weit gekommen wäre. So habe ich den Boden nicht gestrickt sondern ihn mir vom Sohn aus Restholz zusägen lassen.
Das hat sich als Glücksfall erwiesen, mit dem festen Boden bekommt das einen ganz anderen Look.

Wir haben mit diesem Gemeinschaftsprojekt die neue GoPro des Sohnes im Zeitraffermodus ausprobiert und einen kleinen Film über die Holz - und Strickarbeiten zusammengestellt.



In aller Kürze aber hier mein Part:

Zuerst wird die Kordel in Schlaufen in das Brett eingezogen. Ich habe für 10 Löcher 40 cm Schnur gebraucht. Den Kordelbedarf habe ich an der Rolle vorher ausgemessen um die Anfangsreihe mit diesem kurzen Ende einzuziehen. Das Maß für die Größe des Loops war mein kleiner Finger :)
Dann wird die erste richtige Reihe gestrickt.
(OK, es ist kein richtiges Stricken, man zieht die Kordel von innen nach außen durch die Schlaufe.)
Wenn man die erste Runde hat, dann schaut das so aus:
Die nächste Reihe wird dann von außen nach innen gezogen. Wenn man nur in eine Richtung arbeitet hat das weniger Stabilität und der Rand wölbt sich viel zu stark.

Wenn euch die Höhe reicht könnt ihr abketteln- ich finde es schöner wenn man das mit einer Reihe
von innen nach außen macht- wie beim grünen Korb.
Der weiße Korb ist anders herum abgekettelt.


Ein Katzenkorb ist das nun nicht geworden, aber ich werde das als Brotkorb verwenden:


Und weil das so viel Spaß gemacht hat gab es zum weißen Korb (25 cm, 60 Löcher) noch einen grünen Korb mit 99 Löchern und 35 cm Durchmesser.

Vielen Dank für das tolle Thema, guckt doch mal rüber zu bimbambuki , sie sammelt die Beiträge in diesem Monat.

Die nächsten Themen der Stoffspielereien lauten:

29.03.2020: “Draht und Stoff“ bei Nahtlust
26.04.2020: “Visible Mending“ bei 123-Nadelei
31.05.2020: „Blumen“ bei Petersilie & Co
28.06.2020: „Monogramme“ bei made with Blümchen 
27.09.2020: “Texturen aus der Natur“ bei Schnitt für Schnitt 
25.10.2020: „Textile Behältnisse“ bei Feuerwerk by kaze
29.11.2020:  [Thema noch offen] bei Nähzimmerplaudereien


Dienstag, 28. Januar 2020

Pulli 116 aus der Burda 1/2020


Jedesmal wenn ich in den letzten Tagen Instagram geöffnet habe zeigt mir die App in Klarschrift, dass sie zu facebook gehört. Klar, das wusste ich, aber ich habe das bisher immer ganz gut verdrängt.

Aus unterschiedlichsten Gründen bin ich nicht bei facebook, aber auch bei Instagram wundere ich mich immer mehr über den undurchsichtigen Algorithmus, verlorene Inhalte oder im Augenblick über die grottige Qualität bei den hochgeladenen Fotos. Zudem ist ja facebook nicht gerade bekannt für sorgsamen Umgang mit den Daten....
Ich werde Insta auch weiter nutzen, dafür ist es bei aller Kritik einfach zu wichtig geworden. Aber ich möchte Inhalte die es wert sind archiviert zu werden auch wieder mehr hier im Blog zeigen.

Zum Beispiel diesen Pulli hier, der ist aus der Burda vom Januar.
Den Ausschnitt mit den 4 Nähten fand ich total interessant, das wollte ich gern ausprobieren. Schon im Schnitt habe ich ein paar Sachen geändert:
  • Den Umbruch am Kragen habe ich 2 cm nach unten versetzt und den angeschnittenen Beleg angepasst. Bei einem wirklich festen Stoff (Romanit!) mit Elastan würde ich aber auch den Originalausschnitt probieren!
  • Das KT ist 8 cm länger- das ist meine Wohlfühllänge :)
  • Dafür sind die Ärmel 8 cm kürzer. Die habe ich dann beim fertigen Pulli auch nochmal etwas enger genäht.

Der Ausschnitt sitzt super und ist eine schöne Alternative wenn man keine passende Bündchenware hat oder eine puristisch-grafische Kragenlösung mag.
Auch von hinten sitzt das erstaunlich gut!



Also: Klare Nähempfehlung, man muss sich allerdings über die Länge des Pullis Gedanken machen.....

Schnitt: Burdastyle Januar 2020, Modell 116
Stoff: grober Waffelpiquée aus reiner Baumwolle, sicher 20 Jahre alt. Einst gelb, letztes Jahr blau überfärbt. Coivernähte in natur, das war gerade eingefädelt :)
Nähzeit: Mit Schnittkopieren und Änderungen 2-3 Stunden

Donnerstag, 23. Januar 2020

Duffy von Elbmarie als Yogatasche

Werbung- der Schnitt wurde mir vor der Veröffentlichung zur Verfügung gestellt.

Als Sabine von Elbmarie mir Bilder ihrer neuen Tasche geschickt hat was mir sofort klar, dass ich diesen Schnitt nähen muss. Und zwar vergrößert für meine Yogamatte.
Ich gehe seit einem Jahr in eine Pilatesstunde und es macht immer noch großen Spaß - da lohnt es sich für den Zweck eine hübsche Tasche zu nähen. Und der Schnitt mit den ovalen Seitenteilen ist perfekt für eine Matte.

Original hat das eine schöne Handtaschengröße, ich habe folgende Änderungen eingebaut:

  • das Seitenteil habe ich mit zusätzlich 2 cm Nahtzugabe zugeschnitten
  • und dann das Hauptteil dem neuen Umfang angepasst.
  • Die Länge entspricht meiner Matte plus 5 cm an jeder Seite, so ist die Öffnung groß genug.
  • Der Reißverschluss geht bis 2 cm an die Kante, dann lässt sich die Matte gut hineinstecken.
  • Der gestreifte Stoff ist fester, ich habe ihn nicht verstärkt. Dafür habe ich die Leder-Seitenteile mit Soft+Stable abgesteppt und so stabilisiert.

Die Träger sind 3 cm breit, ich habe sie durch die ovalen Ösen nach innen geführt und mit einer Niete fixiert. Die hochwertigen Metallteile auf dem in Nepal handgewebten Stoff sind ein schöner Kontrast.

Die Tasche ist technisch nicht schwierig zu nähen und der Reißverschluss ist ungewöhnlich eingesetzt- aber das macht Sinn. So ist Duffy ein sehr unkompliziertes Projekt mit einem geringen Stoffverbrauch.



Guckt doch mal rüber zu Sabine, sie zeigt im Blog viele schöne Taschen, es ist toll wie unterschiedlich Duffy mit anderen Materialien wirken kann.

Den Schnitt gibt es ab heute als Downloadschnitt zu kaufen.
Als Papierschnittmuster kommt Duffy dann nächste Woche in die Läden der elbmarie-Händler .