Freitag, 13. März 2020

Der Golfquilt


Je älter ich werde und je voller mir mein Kleiderschrank vorkommt, umso lieber nähe ich eher langwierige Projekte wie Quilts.
Das letzte Beispiel ist diese Decke, die ist im Februar in einer Art Rausch entstanden.

Angefangen hat das Projekt mit einer ganzen Menge Musterlaschen die ein asiatischer Aussteller zur Entsorgung am Stand der Frankfurter Heimtex-Messe zurückgelassen hat. Mein messebauender Schwager darf sie dann mitnehmen und bringt sie mir vorbei.
Das ist immer wie Weihnachten.... :)
Diesmal waren sehr viele Unis in Bettwäschequalität dabei, hauptsächlich Baumwolle in Leinwandbindung und etwas Satin.
Das schöne Farbspiel hat mich zu einem groben Quilt-Layout für meinen golfspielenden Bruder inspiriert, der feierte Ende Februar einen runden Geburtstag.

Bei Instagram habe ich den Prozess dokumentiert, deshalb habe ich ein paar Bilder vom Zwischenstand:

Ich hatte einen eher groben Plan, es ist so toll wenn man während des Nähens immer wieder neu bewerten kann und sich aus dem Prozess neue Ideen entwickeln. So habe ich 9 verschieden große Paneele genäht, jeweils mit einem durchschattiertem Grund und einer Fahne als Motiv.


Das Quiltmuster war am Ende ein Problem, das Muster ist ja sehr unregelmäßig und ich war eher ratlos. Nur linear oder in den weißen Streifen? 

Bele hatte dann auf Instagram den rettenden Einfall: Ich habe die Flugbahn der Bälle ganz großzügig über die ganze Fläche verteilt, dazu dann ein paar große Kreise (Bälle!) als Füllelemente.
Ich habe beim Handquilten alle Staffeln der "Brücke" geguckt und wirklich jeden Moment genosssen. Mit so lockerer Handquilterei wird das eine weiche und anschmiegsame Decke.
 

Etwas Bauchschmerzen hatte ich wegen der grünen Kreide die ich zum Vorzeichnen genommen habe. Zwar ist sie aus einem Probestück gut herausgegangen, aber ich habe die Linien zum Teil doch recht dick aufgetragen. Aber nach der Wäsche waren die Markierungen fast völlig verschwunden. Zum Glück.

Die Rückseite ist auch aus einem der Messestoffe, da waren große fertige Bettbezüge dabei. Einer hat dann genau für die Rückseite und das Binding gereicht.


Ich habe den ganzen Prozess sehr genossen, ich hoffe die Decke begleitet meinen Bruder lange. Sie passt stilistisch und farblich ganz gut in seine Umgebung.



Die gröberen Stiche des Quiltens haben mit der klassischen Handquilterei nicht viel zu tun, aber hier hat das richtig gut gepasst und es hat mir großen Spaß gemacht. Und die Haptik ist so toll dass ich das auch beim nächsten Quilt so steppen werde. :)

Der Quilt ist bis auf das Baumwollbatting ein echtes Recycling-Projekt. Ich könnte mir vorstellen, dass man sowas gut aus alten Herrenhemden nähen könnte, die sind ja auch oft so farblich dezent.
Aber erst mal habe ich noch ein paar Musterlaschen die mich die nächsten Monate beschäftigen können.....



Sonntag, 23. Februar 2020

XXL-Stoffspielereien: Fingerstricken


Bimbambukis Thema der Stoffspielereien vom Februar ist XXL, sie hat dafür ein tolles Pinterestboard zusammengesammelt.
Dort bin ich auf Finger- und Armstricken gestoßen, das hat mir auf Anhieb sehr gut gefallen.
Der Materialverbrauch für eine Decke hat mich dann aber zurückschrecken lassen, ein Plaid mit über 2 kg Gewicht ist zwar dekorativ, aber schlichtweg zu schwer. Auch Bekleidung mit so viel Masse ist nichts für mich.....
Aber ich habe nette Katzenkörbe gefunden.
Und ich hatte ja da noch 8 mm-Kordel in meinem Vorrat. Aber auch hier war der Materialverbrauch wieder so hoch, dass ich mit der 50 m-Rolle nicht weit gekommen wäre. So habe ich den Boden nicht gestrickt sondern ihn mir vom Sohn aus Restholz zusägen lassen.
Das hat sich als Glücksfall erwiesen, mit dem festen Boden bekommt das einen ganz anderen Look.

Wir haben mit diesem Gemeinschaftsprojekt die neue GoPro des Sohnes im Zeitraffermodus ausprobiert und einen kleinen Film über die Holz - und Strickarbeiten zusammengestellt.



In aller Kürze aber hier mein Part:

Zuerst wird die Kordel in Schlaufen in das Brett eingezogen. Ich habe für 10 Löcher 40 cm Schnur gebraucht. Den Kordelbedarf habe ich an der Rolle vorher ausgemessen um die Anfangsreihe mit diesem kurzen Ende einzuziehen. Das Maß für die Größe des Loops war mein kleiner Finger :)
Dann wird die erste richtige Reihe gestrickt.
(OK, es ist kein richtiges Stricken, man zieht die Kordel von innen nach außen durch die Schlaufe.)
Wenn man die erste Runde hat, dann schaut das so aus:
Die nächste Reihe wird dann von außen nach innen gezogen. Wenn man nur in eine Richtung arbeitet hat das weniger Stabilität und der Rand wölbt sich viel zu stark.

Wenn euch die Höhe reicht könnt ihr abketteln- ich finde es schöner wenn man das mit einer Reihe
von innen nach außen macht- wie beim grünen Korb.
Der weiße Korb ist anders herum abgekettelt.


Ein Katzenkorb ist das nun nicht geworden, aber ich werde das als Brotkorb verwenden:


Und weil das so viel Spaß gemacht hat gab es zum weißen Korb (25 cm, 60 Löcher) noch einen grünen Korb mit 99 Löchern und 35 cm Durchmesser.

Vielen Dank für das tolle Thema, guckt doch mal rüber zu bimbambuki , sie sammelt die Beiträge in diesem Monat.

Die nächsten Themen der Stoffspielereien lauten:

29.03.2020: “Draht und Stoff“ bei Nahtlust
26.04.2020: “Visible Mending“ bei 123-Nadelei
31.05.2020: „Blumen“ bei Petersilie & Co
28.06.2020: „Monogramme“ bei made with Blümchen 
27.09.2020: “Texturen aus der Natur“ bei Schnitt für Schnitt 
25.10.2020: „Textile Behältnisse“ bei Feuerwerk by kaze
29.11.2020:  [Thema noch offen] bei Nähzimmerplaudereien


Dienstag, 28. Januar 2020

Pulli 116 aus der Burda 1/2020


Jedesmal wenn ich in den letzten Tagen Instagram geöffnet habe zeigt mir die App in Klarschrift, dass sie zu facebook gehört. Klar, das wusste ich, aber ich habe das bisher immer ganz gut verdrängt.

Aus unterschiedlichsten Gründen bin ich nicht bei facebook, aber auch bei Instagram wundere ich mich immer mehr über den undurchsichtigen Algorithmus, verlorene Inhalte oder im Augenblick über die grottige Qualität bei den hochgeladenen Fotos. Zudem ist ja facebook nicht gerade bekannt für sorgsamen Umgang mit den Daten....
Ich werde Insta auch weiter nutzen, dafür ist es bei aller Kritik einfach zu wichtig geworden. Aber ich möchte Inhalte die es wert sind archiviert zu werden auch wieder mehr hier im Blog zeigen.

Zum Beispiel diesen Pulli hier, der ist aus der Burda vom Januar.
Den Ausschnitt mit den 4 Nähten fand ich total interessant, das wollte ich gern ausprobieren. Schon im Schnitt habe ich ein paar Sachen geändert:
  • Den Umbruch am Kragen habe ich 2 cm nach unten versetzt und den angeschnittenen Beleg angepasst. Bei einem wirklich festen Stoff (Romanit!) mit Elastan würde ich aber auch den Originalausschnitt probieren!
  • Das KT ist 8 cm länger- das ist meine Wohlfühllänge :)
  • Dafür sind die Ärmel 8 cm kürzer. Die habe ich dann beim fertigen Pulli auch nochmal etwas enger genäht.

Der Ausschnitt sitzt super und ist eine schöne Alternative wenn man keine passende Bündchenware hat oder eine puristisch-grafische Kragenlösung mag.
Auch von hinten sitzt das erstaunlich gut!



Also: Klare Nähempfehlung, man muss sich allerdings über die Länge des Pullis Gedanken machen.....

Schnitt: Burdastyle Januar 2020, Modell 116
Stoff: grober Waffelpiquée aus reiner Baumwolle, sicher 20 Jahre alt. Einst gelb, letztes Jahr blau überfärbt. Coivernähte in natur, das war gerade eingefädelt :)
Nähzeit: Mit Schnittkopieren und Änderungen 2-3 Stunden

Donnerstag, 23. Januar 2020

Duffy von Elbmarie als Yogatasche

Werbung- der Schnitt wurde mir vor der Veröffentlichung zur Verfügung gestellt.

Als Sabine von Elbmarie mir Bilder ihrer neuen Tasche geschickt hat was mir sofort klar, dass ich diesen Schnitt nähen muss. Und zwar vergrößert für meine Yogamatte.
Ich gehe seit einem Jahr in eine Pilatesstunde und es macht immer noch großen Spaß - da lohnt es sich für den Zweck eine hübsche Tasche zu nähen. Und der Schnitt mit den ovalen Seitenteilen ist perfekt für eine Matte.

Original hat das eine schöne Handtaschengröße, ich habe folgende Änderungen eingebaut:

  • das Seitenteil habe ich mit zusätzlich 2 cm Nahtzugabe zugeschnitten
  • und dann das Hauptteil dem neuen Umfang angepasst.
  • Die Länge entspricht meiner Matte plus 5 cm an jeder Seite, so ist die Öffnung groß genug.
  • Der Reißverschluss geht bis 2 cm an die Kante, dann lässt sich die Matte gut hineinstecken.
  • Der gestreifte Stoff ist fester, ich habe ihn nicht verstärkt. Dafür habe ich die Leder-Seitenteile mit Soft+Stable abgesteppt und so stabilisiert.

Die Träger sind 3 cm breit, ich habe sie durch die ovalen Ösen nach innen geführt und mit einer Niete fixiert. Die hochwertigen Metallteile auf dem in Nepal handgewebten Stoff sind ein schöner Kontrast.

Die Tasche ist technisch nicht schwierig zu nähen und der Reißverschluss ist ungewöhnlich eingesetzt- aber das macht Sinn. So ist Duffy ein sehr unkompliziertes Projekt mit einem geringen Stoffverbrauch.



Guckt doch mal rüber zu Sabine, sie zeigt im Blog viele schöne Taschen, es ist toll wie unterschiedlich Duffy mit anderen Materialien wirken kann.

Den Schnitt gibt es ab heute als Downloadschnitt zu kaufen.
Als Papierschnittmuster kommt Duffy dann nächste Woche in die Läden der elbmarie-Händler .