Sonntag, 27. März 2022

Stoffspielereien: Cording



Heute darf ich Gastgeberin bei den Stoffspielereien sein und habe das Thema Cording in den Mittelpunkt gestellt.

Ich freue mich sehr, dass meine Mitstreiterinnen das Motto so kreativ interpretiert haben.
Kordel und Schnüre im und auf dem Stoff, da gibt es so viele Möglichkeiten:

  • Tyche interpretiert eine ihrer Zeichnungen und integriert kunstvoll die Kordelstücke.
  • Ines fasst eine Schnur unter einem gewölbten Füßchen zwischen zwei Lagen Stoff ein, das wird herrlich strukturiert
  • In den Stoffnotizen ist heute eine durchgängige Linie zu finden die eine schöne Blätterranke beschreibt.
  • Elvira hat verschiedene Einzugstechniken probiert und ein Osterkörbchen gepatcht
  • Christiane hat ein ornamentales Muster als Relief in einem Bilderrahmen gestaltet
  • Clara bringt so einiges auf den Punkt- und auch Couching ist Cording!
  • Ute hat mit Zwillingsnadeln experimentiert und Platzsets genäht
  • Sabine zieht Schnüre in ein Sonnenschild ein, sehr schön grafisch.

Ich wollte gern einen Hoodie mit einem dezenten plastischen Schriftzug versehen. Dazu habe ich den dicken Sweatshirtstoff mit einem dünnen aber stabilen BW/Polyester-Jersey gedoppelt und einen Schriftzug mit einem Farbverlaufsgarn nachgestickt. 

Die überstehenden Jerseyreste habe ich dann am Ende abgeschnitten.
In die hinten entstandenen Tunnel habe ich dann mit einer Sicherheitsnadel die dicke Schnur eingezogen.
Das klingt einfacher als es war, meine erste Schließnadel war sehr weich und ist immer an unpassender Stelle aufgegangen. Zwischendurch habe ich auch eine sehr dicke Nadel angebunden, aber da kommt man schlecht um die Ecken weil sie zu lang ist.
Eine neue Sicherheitsnadel hielt dann besser zusammen und dann ging alles schnell. 


An Kreuzungspunkten muss man die hintere Verstärkung aufschneiden damit man dort keine dicken Überlagerungen bekommt, sondern neu ansetzen kann.

Diese Stellen habe ich nicht wieder geflickt- der dichte Jersey franst nicht und den zukünftigen Träger stören die hellen Punkte an der Innenseite nicht :)


Beim Vorbereitungspost letzte Woche bin ich im Blog wieder auf mein Tauchlogbuch gestoßen, das hatte ich pandemiebedingt schon ewig nicht mehr in der Hand. Die Optik finde ich so schön, die wollte ich gern mal etwas größer umsetzen.

Beim ersten Versuch habe ich das dünne dry Oilskin über eine Baumwollkordel auf einen festen Trägerstoff gesteppt- so entstehen wirklich dicke abgenähte Würste ..... die aber nicht so einfach regelmäßig hinzubekommen sind. 

Beim zweiten Anlauf habe ich dann Tunnel genäht und die Schnur eingezogen, aber das sah irgendwie eher aus wie ein normaler Steppstoff.
Mit zwei Nähten und einem engeren Tunnel hat es mir aber gut gefallen.
Und das Cording gibt genau die richtige Portion Stabilität, damit man sich das Bebügeln mit Einlage sparen kann.

Die Einziehen der Kordel in die geraden Strecken war nicht schwer, ich habe das mit einer langen Wendenadel gemacht. Die Kordelenden habe ich vorher mit Klebstoff fixiert damit sie sich beim Einziehen nicht auflösen.
(Ich habe ein 2 m langes Stück Kordel mit dem Einzugsfaden zum Andocken der Wendenadel versehen und dann immer in ganzer Länge durch den Tunnel gezogen, da musste ich nicht jeden Abschnitt neu mit Klebstoff versehen.)


Die Kordel sollte nicht bis ans Ende des Tunnels gehen, sonst lässt sich der obere Rand und der Lederboden nicht sauber ansetzen.


Hinten ist die Tasche schlicht damit die Außentasche problemlos eingenäht werden kann.
Ein paar Lederakzente hier und da- und fertig ist die Tasche :)


Nur zwei Farben, aber unterschiedliche Materialien und Strukturen, es hat richtig Spaß gemacht das so zusammenzustellen.


Jeden letzten Sonntag im Monat sind die Stoffspielereien zu Gast bei einer anderen Bloggerin. Dabei kommen wir ohne Verlinkungstool aus: Schreib einfach einen Kommentar mit dem Link zu deinem Beitrag im jeweiligen Blogpost der Gastgeberin. Sie fügt die Links im Lauf des Tages in ihren Beitrag ein – ganz persönlich und individuell.

Bist du nächstes Mal auch dabei?

24.04.2022: "metallisch" bei zwisch-en-durch
29.05.2022: "gekräuselt und gerafft" bei Stoffnotizen
26.06.2022: "Portrait" bei Bimbambuki
Juli und August: Sommerpause
25.09.2022: "Webkanten" bei Siebensachen zum Selbermachen
30.10.2022: "Posamente" bei made with Blümchen
27.11.2022: "Ornament" bei Petersilie & Co
Dezember: Winterpause

Donnerstag, 17. März 2022

Inspiration: Cording

 


In 10 Tagen ist der machwerk-Blog die Sammelstelle für alle, die sich bei den Stoffspielereien auf das Thema Cording einlassen.


Cording? Den Begriff kannte ich auch nicht.... bis ich vor fast 10 Jahren bei Colette Wollf auf das entsprechende Kapitel in ihrem wunderbaren Buch "Manipulating Fabric" gestossen bin.
Damals ist ein Utensilo entstanden, das habe ich bis heute in Gebrauch und ich finde es immer noch schön.

Aber was ist Cording?

Ich verstehe das so, dass zwischen zwei Lagen Stoff in einen genähten Tunnel ein Füller ( Schnur, Schrägband oder was auch immer) eingezogen wird und so ein plastischer Effekt auf der Vorderseite entsteht.
Das kann dann entweder ein Muster bilden oder einfach nur zur Versteifung dienen.


Sowas könnte ich mir tatsächlich auf einer Tasche oder einer einfarbigen Kissenhülle gut vorstellen.


Eine weitere Variante des Cordings ist auch das Nähen von Biesen, dabei kann die Füllung auch eingenäht werden statt mit einer ganzen Stoffschicht als Untergrund fixiert sein. Das habe ich 2018 mal ausprobiert und eine Kladde genäht. Auch hier ist der dekorative Effekt genauso willkommen wie die Versteifung.


Total witzig finde ich die Puschel, die entstehen wenn man Wolle als Füllung einzieht und die Fäden dann auf der Oberseite herausgucken lässt und ausfranst. Das wäre ein nettes Kissen!

Also: Wenn ihr Colette Wolffs Buch habt, blättert doch mal drin, da sind so viele Ideen versammelt.
Ich würde mich freuen, wenn am Sonntag in einer Woche (mit dem Beginn der Sommerzeit!) viele Ideen zusammen kommen würden.

Sonntag, 30. Januar 2022

Stoffspielereien: Linie

 

Ute hat für den Januar das Thema Linie vorgeschlagen.
Und ich hatte hier auf dem Tisch ein angefangenes Cordkleid liegen.
Beim Zuschnitt ist mir leider ein Malheur passiert- zuerst habe ich aus dem nur 96 cm breiten Stoff die oberen VT und RT geschnitten, den Rest wollte ich in zwei Stücke teilen um so das Maximum an Rocklänge aus dem Coupon zu holen. Ich habe das also halbiert und dann beim Zuschnitt nicht mehr auf den Strich des Cords geachtet- ein absoluter Anfängerfehler :)

Die beiden unterschiedlich zugeschnittenen Stücke haben sichtlich gestritten und ich war sauer.
Um den Kontrast abzumildern habe ich dann aber das Oberteil mit Fäden benäht um von der falschen Schattierung abzulenken.

Die Technik habe ich schon 2013 in den Anfangstagen der Stoffspielereien probiert und habe hier sehr gern darauf zurückgegriffen. 
Wie das grundsätzlich geht habe ich dort beschrieben. Hier vielleicht zur Ergänzung die Einstellung: Ich habe das mit einer Zickzackbreite von 1,5 aufgenäht und den Faden so einlaufen lassen, dass er am Rand knapp erfasst wird. Dazu habe ich die Nadelposition ganz leicht nach links versetzt. Wenn ihr ein Füßchen für den verdeckten RV hab, da müsste der Faden auch durch die Rinne gerade einlaufen um so gut fixiert wrden zu können.

Ich probiere tatsächlich schon seit 10 Jahren fast monatlich unterschiedlichste Techniken aus und bin sehr froh, mir so ein umfassendes Repertoire erarbeitet zu haben und darauf zurückgreifen zu können. 
Um eben solche Fehler gut kaschieren zu können :)
So kommt eins zum anderen.

FunFact: Wenn ich an meine Oma denke hat sie in meiner Erinnerung immer rotbraune Kleiderröcke aus Trevira an, oft mit Knopfleiste oben und mit je einer aufgesetzten Tasche für Taschentücher und Haustürschlüssel.

Ich habe jetzt genauso graue Haare wie sie und habe eine Vorliebe für Trägerkleider a la 60´s.
Ist das ein Zeichen?


FunFact2: Schaut euch mal den Garnhaufen an, der begleitet mich schon seit zwei Jahrzehnten und ich kann sowas nicht wegschmeißen.
Das sind die übriggebliebenen Fäden aus alten Gobelins, die ein Familienmitglied vor über 30 Jahren gestickt hat. Ich kenne niemanden, der sowas freiwillig aufhebt :)


Ich bin auf jeden Fall sehr glücklich mit meinem geretteten Kleid. Cord ist gerade mein Lieblingsmaterial- es ist einfach gemütlich und warm. Man sollte aber eben nur den Strich beim Zuschnitt beachten. :)


Ute von 123-Nadelei sammelt weitere Inspirationen zum Thema Linie, ich bin schon gespannt was sich die andere einfallen lassen!

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Jeden letzten Sonntag im Monat sind die Stoffspielereien zu Gast bei einer anderen Bloggerin. Dabei kommen wir ohne Verlinkungstool aus: Schreib einfach einen Kommentar mit dem Link zu deinem Beitrag im jeweiligen Blogpost der Gastgeberin. Sie fügt die Links im Lauf des Tages in ihren Beitrag ein – ganz persönlich und individuell.

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27.02.2022: "Inspiration Typographie" bei Feuerwerk by KaZe
27.03.2022: "Cording" bei Machwerk
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25.09.2022: "Webkanten" bei Siebensachen zum Selbermachen
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