Sonntag, 25. April 2021

Stoffspielereien: Ein Leinenkleid mit Fransen

Gabi hat für die Stoffspielereien vom April das Thema Fransen vorgeschlagen, dabei habe ich zuerst an die ausgefransten Säume der grobgewebten Chaneljacken gedacht. 
Wichtig bei diesen schönen Strukturen ist, dass das Gewebe relativ grob gewebt oder locker gebunden ist, so können sich die Fäden gut lösen. 

In meinem Fundus habe ich einen ganz locker gewebten zarten Wollstoff gefunden, den hat Brunhilde mal gefärbt und mir dann geschenkt. Er hat sich wunderbar ausfransen lassen. Zum Glück hatte ich in meinem Regal noch einen Meter Leinen in einem sehr ähnlichen, aber etwas dunkleren Petrol. Das steifere Leinen und die zarte Wolle, das hatte ich mir gleich gut vorstellen können.
Ein Meter reicht gerade so für ein Kleid mit überschnittenen Schultern. Deshalb war dann recht schnell klar, dass ich die Kanten des Leinenkleides mit Fransen aus Wolle versehen werde.


Für die erste Kante an den Ärmeln habe ich einen schmalen Streifen geschranzt und ausgefranst, geradegeschnitten und dann mit einem doppelt gelegten Schrägband aufgenäht. Das wird dann nach links geklappt und festgesteppt. Für gerade Kanten ist das ganz gut geeignet, aber für die Rundung am Halsausschitt habe ich dann was anderes probiert.


Zuerst habe ich den Stoff mit Sprühstärke etwas stabilisiert und dann einen 4 cm breiten Schrägstreifen geschnitten. Den habe ich zur Hälfte gelegt und mit der Bruchkante an der rechten Stoffkante mit 3 mm Überstand aufgesteckt. Durch den schrägen Fadenlauf legt sich das gut in die Rundung. dann habe ich mit 1 cm NZG gesteppt und die Kante dann nach links gebügelt. 

So ist das innen total sauber.
Man kann dann mit einer Drahtbürste die Fäden bearbeiten und die Bindung auflösen. Durch die doppelte Lage werden die Fransen viel dichter und strukturierter als beim normalen Ausfransen.
Wenn ich Glück habe verfilzt das beim Waschen etwas und entwickelt sich noch weiter- ich bin gespannt!

Den Saum habe ich dann mit einem 6 cm breiten Schrägstreifen versehen, das gibt dann ca. 2 cm lange Fransen. 


Ich hatte noch kurz überlegt, ob ich am Saum noch eine weitere Reihe Fransen aufnähe, aber das hat es dann doch nicht mehr gebraucht. Ich mag das Kleid sehr gern, es ist schlicht und hat trotzdem kleine Effekte die sich nicht in den Vordergrund drängen.

Der Schnitt ist aus der Ottobre 2-2016, Mod.15, ich habe nur den Halsausschnitt etwa 5 cm tiefer gesetzt. Die Länge hat sich durch den Coupon so ergeben, aber im Sommer ist das ok. Für die 2 Extrazentimeter mit den Fransen war ich dann aber schon dankbar. :)

Ich bin auf weitere Versionen des Fransenthemas sehr gespannt,
guckt doch mal rüber zu Gabi, was sich die anderen so ausgedacht haben!


Mach mit, trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu.


Jeden letzten Sonntag im Monat sind die Stoffspielereien zu Gast bei einer anderen Bloggerin. Dabei kommen wir ohne Verlinkungstool aus: Schreib einfach einen Kommentar mit dem Link zu deinem Beitrag im jeweiligen Blogpost der Gastgeberin. Sie fügt die Links im Lauf des Tages in ihren Beitrag ein – ganz persönlich und individuell.

Bist du nächstes Mal auch dabei?

30.05.2021: „Exotisch“ bei Petersilie & Co
27.06.2021: „Nähfüße“ bei Nähzimmerplaudereien
Sommerpause
26.09.2021: „Risse und Schlitze“ bei nahtlust
31.10.2021: „Punkte und Kreise“ bei Schnitt für Schnitt
28.11.2021: „Glitzer tröstet“ bei Tyche



 

Sonntag, 28. März 2021

Pop-Art, misslungene Stoffspielereien

Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen.

Das scheint diesmal gut zu passen :)

Als Clara von Bimbambuki das Thema Pop-Art vorgeschlagen hat war gleich klar, was ich erreichen wollte.
Pop Art erhöht Alltagsgegenstände durch plakative Darstellung zu Kunst, gerne auch in Serie als Raster wie man es ja z.B. von den Campbell-Suppen kennt.
Und nach dem Interview neulich mit Michaela von müllerin Art war ich ganz angefixt von ihren Stempeleien und wollte gern auch mal schnitzen.

Ein geliebter Alltagsgegenstand ist meine Nähmaschine, die habe ich aus zwei Stempeln zusammengesetzt. Das Gummi hatte ich schon ein paar Jahre herumliegen und ich war ganz froh, dass ich es auf Anhieb gefunden habe. Aber es war viel weicher als ich es in Erinnerung hatte und ich musste beim Schnitzen sehr vorsichtig sein. (Altert Gummi?)

Das Stempeln mit der geschnitzten Platte war auf dem Stoff mühsam, ich habe weder mit der Schaumstoffrolle noch mit der Glasplatte oder dem Pinsel einen schönen gleichmäßigen Farbauftrag hinbekommen. Spätestens da hätte ich auf eine Schabolne und klassischen Siebdruck umsteigen müssen. Aber nein.
Ich habe weiter probiert, alles vollgekleckst und mich geärgert.


Die geplante Serie habe ich dann auseinandergeschnitten und die am wenigsten misslungene Pfaff auf das Vorderteil eines Shirts gecovert. Der geringelte Stoff bietet genug Ablenkung damit man nicht so genau auf das Motiv guckt.


Vielleicht binde ich das noch mit ein paar Handstichen ein, aber gerade mag ich mich nicht mehr damit beschäftigen.
Die grundsätzliche Idee finde ich nach wie vor gut, aber mit Stempeln würde ich das nicht mehr probieren. Da fehlt mir einfach die plakative Klarheit wie sie bei Pop-Art ins Auge springt.
Zudem waren meine Siebdruckfarben wohl auch nicht der richtige Partner für die greisen Gummis.

Ich bin mir aber sicher, dass ihr drüben bei Clara schöne Spielereien finden werdet, guckt doch mal rüber!

Die Stoffspielereien

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25.04.2021: „Fransen“ bei made with Blümchen
30.05.2021: „Exotisch“ bei Petersilie & Co
27.06.2021: „Nähfüße“ bei Nähzimmerplaudereien
Sommerpause
26.09.2021: „Risse und Schlitze“ bei nahtlust
31.10.2021: „Punkte und Kreise“ bei Schnitt für Schnitt
28.11.2021: „Glitzer tröstet“ bei Tyche



Sonntag, 28. Februar 2021

Stoffspielereien: Stoffschichten

Das Februar-Thema für die Stoffspielereien findet sich diesmal in den Stoffnotizen, die dort vorgeschlagenen Stoffschichten lassen viel Spielraum für eigene Inspirationen.
Die grundsätzliche Idee kam diesmal von einem kleinen Ast, den ich auf der Wiese im Garten gefunden habe. Gelb-grün in allen Schattierungen finde ich ja grundsätzlich wunderschön, da habe ich mir die Flechten mal genauer angeguckt. 

Die Strukturen legen sich in Schichten und scheinbar zufällig in Gruppen übereinander und das schaut immer richtig aus.
Guckt mal genauer hin, sind die kleinen Tellerchen mit dem grauen Rand nicht zauberhaft? Vor allem die wollte ich gern nachmachen.
Aber zuerst habe ich das Grundgerüst aufgebaut: Jerseyreste in amöbenhaften Formen habe ich mit einem Klebevlies (Steam-a-seam) aufgebracht und mit verschiedenen Stichen fixiert.
Für die grauen Umrandungen habe ich zuerst Stil- und Kettstiche probiert, aber das sah popelig aus. Erst gedehnte Jerseybänder haben das nötige Volumen gebracht.
Das Couching (Applikation von Schnüren) ist ja grundsätzlich nicht schwer, aber die ersten Versuche waren auch auch hier etwas holperig.

Vor allem die Überlappung von Anfang und Ende der Jerseynudel waren nicht sauber. Erst als ich das dann eng und parallel aufgestickt und den Rest erst dann gekürzt habe war das schön:

Da sieht man sehr gut, dass Übung und Ausprobieren den Meister macht :)

Als Schnitt habe iein altes Basicteil mit angeschnittenen Ärmeln genommen, vorne etwas kürzer wie hinten. Das bietet sehr viel Fläche und ist für mich eine Art Leinwand, auf der ich meine Musterideen verwirklichen kann.

Das Applizieren hat wie immer großen Spaß gemacht, das ganze ist auch ganz klar inspiriert von der Ausgangsidee, aber ohne den Anspruch, die Natur wirklich zu imitieren.  :)

Mehr Stoffschichtungen gibt es in den Stoffnotizen, guckt doch mal rüber was sich die anderen Teilnehmerinnen einfallen lassen haben!

Die Stoffspielereien

Mach mit, trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu.


Jeden letzten Sonntag im Monat sind die Stoffspielereien zu Gast bei einer anderen Bloggerin. Dabei kommen wir ohne Verlinkungstool aus: Schreib einfach einen Kommentar mit dem Link zu deinem Beitrag im jeweiligen Blogpost der Gastgeberin. Sie fügt die Links im Lauf des Tages in ihren Beitrag ein – ganz persönlich und individuell.

Bist du nächstes Mal auch dabei?

28.03.2021: „Pop Art“ bei bimbambuki
25.04.2021: „Fransen“ bei made with Blümchen
30.05.2021: „Exotisch“ bei Petersilie & Co
27.06.2021: „Nähfüße“ bei Nähzimmerplaudereien
Sommerpause
26.09.2021: „Risse und Schlitze“ bei nahtlust
31.10.2021: „Punkte und Kreise“ bei Schnitt für Schnitt
28.11.2021: „Glitzer tröstet“ bei Tyche

Sonntag, 31. Januar 2021

Stoffspielereien: Smocking



Mit dem heutigen Thema Smocking geht es um ein eher technisches Thema, eine Handarbeit die erstaunlich vielfältig sein kann.
Meine Mitstreiterinnen haben das auch ganz unterschiedlich interpretiert.

  • Ines hat eine Bluse genäht und ein Rückenteil eines Shirts mit einem Hingucker versehen.
    Sie stellt auch verschiedene Smoktechniken vor.
  • Jeanette hat einen dekorativen Fisch aus canadian smocking gestaltet
  • Siebensachen smokt Schmuck. Gute Idee!
  • Gabi hat Honeycomb ausprobiert, sie ghat wie ich das manipulating fabric Buch herangezogen und wird ein luftiges Schlafgewand nähen.
  • Zwischendurch zeig auch perfektes canadian smoking, grau in grau und sehr edel!
  • Mirella hat ein Shirt gestaltet- der Ausschnitt ist wunderschön!
  • Stoffnotizen hat canadian smocking in verschiedenen Materialien ausprobiert und eine minimalistisch schöne Clutch genäht.
  • Tyche hat eine  neue dramatische Kopfbedeckung genäht und sogar eine alte gesmokte Bluse in ihrem Fundus gefunden.
  • Clara von Bimbambuki hat schwarz-weißen Karostoff mit gelben Tupfen versehen, das ist sehr dekorativ!
  • Christiane hat das italienische Smoken probiert und die sehr grafische Struktur finde ich toll!
  • Julia hat ein Sommerkleid für ihre Tochter gesmokt, mit der Maschine und etwas Fingerspitzengefühl geht das ganz schnell :)
  • Karen hat einen grauen Anhänger mit roten Akzenten gesatltet und zeigt ein ganz zauberhaftes Mädchenkleid.
  • Bei PetersilieundCo zeigt Silvia eine Trachtenbluse mit gesmoktem Armabschluss
  • Ute stellt ihre umfangreiche Bibliothek zum Thema vor und hat bei einem Shirt geschickt die Abnaeher durch gesmokte Elemente ersetzt.
  • Gabi hat canadian smocking mit verschiedenen Materialien umgesetzt
Meine ersten Versuche zu smoken (smoken ist deutsch, smocking ist englisch) sind schon ein paar Jahre her, ich habe 2012 eine Clipbörse genäht, im gleichen Jahr ist auch ein Rock mit gezügelter Passe entstanden.
Dann habe ich die Technik etwas aus den Augen verloren, aber mit Corona und meinem winterlich ungezügelten Serienguckverhalten habe ich wieder eine etwas langwierigere Handarbeit gebraucht.
Und so ging es los:

smocking / smoken mit jersey: Markierungen
Wenn ich von meiner Leidenschaft für Handnäherei erzähle, meinen die Leute immer, dass sie für sowas keine Zeit oder Geduld hätten, aber für mich ist das kein wenig lästig. Da sind meine Hände bei langen Autofahrten oder auf dem Sofa beschäftigt.

Aber es hat mich dann schon interessiert, wieviel Zeit in einem fertigen Kleidungsstück steckt.
Also: Für das Anzeichnen habe ich 15 Minuten gebraucht. (Dazu kommen 10 Minuten vergeblicher Suche nach den Ersatzminen für den feinen Kreidestift......)
smocking / smoken mit jersey: Markierungen und Zugfäden
Die Stiche sind 0,5 cm lang, im Vorfeld habe ich ausprobiert dass der Jersey im Verhältnis 1:4 rafft. Das bedeutet dass ich für die fertige Breite von 16 cm den Stoff in 64 cm Breite raffen musste.
Eine Reihe hat vier Minuten gebraucht, das ist pro Panel eine Stunde für die Vorarbeit.

smocking / smoken mit jersey: die basis
Wenn man dann die Zügelfäden anzieht hat man die Basis für verschiedene Stiche.
Der Jersey hat sich übrigens absolut problemlos verarbeiten lassen, da war ich selbst ganz überrascht. Die einzelnen Segmente haben gut die Form behalten.
smocking / smoken mit jersey: Varianten
Zu den verschiedenen Sticktechniken gibt es viele Videos auf Youtube, z.B. hier und hier.

Zuerst habe ich auch mit kontrastfarbenem Garn gearbeitet, aber das kam mir irgendwie zu folkloristisch heraus. Ich wollte eher die Struktur des Stoffes wirken lassen und habe mich für einen tonigen 30er Nähfaden entschieden.
Ich habe dann probiert die Fäden bis auf die Bindungspunkte ganz verschwinden zu lassen und bin im Faltenbug hinten von einer Verbindungsstelle zur nächsten gegangen. Das braucht dann tatsächlich fast doppelt so lange als wenn die Verbindung außen läuft.  
Eine Reihe dauert so entweder 20 oder 35 Minuten.
smocking / smoken mit jersey
Wenn man eine Musterreihe einarbeitet dauert das nochmal etwas länger, ich habe hier deshalb die Fäden außen geführt.

Insgesamt sind wir bei beiden Teilen mit der Vorarbeit bei etwa 20 Stunden. 
smocking / smoken mit jersey: Rückseite
Hinten habe ich den Ausschnitt mit einem Beleg (verstärkt mit elastischer H609) verarbeitet, das gibt noch etwas Stabilität. Das Kleid ist von Hand mit einem Blindstich gesäumt.
Insgesamt wären wir dann also bei etwa 25 Stunden.
Ich finde das geht doch, oder?


Vielleicht reiche ich euch im Laufe des Tages noch ein Tragebild nach, mal gucken ob ich bei den derzeitigen Lichtverhältnissen etwas zustande bekomme :)

smocking / smoken mit jersey: ein Kleid

Die Stoffspielereien
Mach mit, trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu.


Jeden letzten Sonntag im Monat sind die Stoffspielereien zu Gast bei einer anderen Bloggerin. Dabei kommen wir ohne Verlinkungstool aus: Schreib einfach einen Kommentar mit dem Link zu deinem Beitrag im jeweiligen Blogpost der Gastgeberin. Sie fügt die Links im Lauf des Tages in ihren Beitrag ein – ganz persönlich und individuell.

Bist du nächstes Mal auch dabei?

28.02.2021: „Stoffschichten“ bei Stoffnotizen
28.03.2021: „Pop Art“ bei bimbambuki
25.04.2021: „Fransen“ bei made with Blümchen
30.05.2021: „Exotisch“ bei Petersilie & Co
27.06.2021: „Nähfüße“ bei Nähzimmerplaudereien
Sommerpause
26.09.2021: „Risse und Schlitze“ bei nahtlust
31.10.2021: „Punkte und Kreise“ bei Schnitt für Schnitt
28.11.2021: „Glitzer tröstet“ bei Tyche