Sonntag, 28. Februar 2021

Stoffspielereien: Stoffschichten

Das Februar-Thema für die Stoffspielereien findet sich diesmal in den Stoffnotizen, die dort vorgeschlagenen Stoffschichten lassen viel Spielraum für eigene Inspirationen.
Die grundsätzliche Idee kam diesmal von einem kleinen Ast, den ich auf der Wiese im Garten gefunden habe. Gelb-grün in allen Schattierungen finde ich ja grundsätzlich wunderschön, da habe ich mir die Flechten mal genauer angeguckt. 

Die Strukturen legen sich in Schichten und scheinbar zufällig in Gruppen übereinander und das schaut immer richtig aus.
Guckt mal genauer hin, sind die kleinen Tellerchen mit dem grauen Rand nicht zauberhaft? Vor allem die wollte ich gern nachmachen.
Aber zuerst habe ich das Grundgerüst aufgebaut: Jerseyreste in amöbenhaften Formen habe ich mit einem Klebevlies (Steam-a-seam) aufgebracht und mit verschiedenen Stichen fixiert.
Für die grauen Umrandungen habe ich zuerst Stil- und Kettstiche probiert, aber das sah popelig aus. Erst gedehnte Jerseybänder haben das nötige Volumen gebracht.
Das Couching (Applikation von Schnüren) ist ja grundsätzlich nicht schwer, aber die ersten Versuche waren auch auch hier etwas holperig.

Vor allem die Überlappung von Anfang und Ende der Jerseynudel waren nicht sauber. Erst als ich das dann eng und parallel aufgestickt und den Rest erst dann gekürzt habe war das schön:

Da sieht man sehr gut, dass Übung und Ausprobieren den Meister macht :)

Als Schnitt habe iein altes Basicteil mit angeschnittenen Ärmeln genommen, vorne etwas kürzer wie hinten. Das bietet sehr viel Fläche und ist für mich eine Art Leinwand, auf der ich meine Musterideen verwirklichen kann.

Das Applizieren hat wie immer großen Spaß gemacht, das ganze ist auch ganz klar inspiriert von der Ausgangsidee, aber ohne den Anspruch, die Natur wirklich zu imitieren.  :)

Mehr Stoffschichtungen gibt es in den Stoffnotizen, guckt doch mal rüber was sich die anderen Teilnehmerinnen einfallen lassen haben!

Die Stoffspielereien

Mach mit, trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu.


Jeden letzten Sonntag im Monat sind die Stoffspielereien zu Gast bei einer anderen Bloggerin. Dabei kommen wir ohne Verlinkungstool aus: Schreib einfach einen Kommentar mit dem Link zu deinem Beitrag im jeweiligen Blogpost der Gastgeberin. Sie fügt die Links im Lauf des Tages in ihren Beitrag ein – ganz persönlich und individuell.

Bist du nächstes Mal auch dabei?

28.03.2021: „Pop Art“ bei bimbambuki
25.04.2021: „Fransen“ bei made with Blümchen
30.05.2021: „Exotisch“ bei Petersilie & Co
27.06.2021: „Nähfüße“ bei Nähzimmerplaudereien
Sommerpause
26.09.2021: „Risse und Schlitze“ bei nahtlust
31.10.2021: „Punkte und Kreise“ bei Schnitt für Schnitt
28.11.2021: „Glitzer tröstet“ bei Tyche

Sonntag, 31. Januar 2021

Stoffspielereien: Smocking



Mit dem heutigen Thema Smocking geht es um ein eher technisches Thema, eine Handarbeit die erstaunlich vielfältig sein kann.
Meine Mitstreiterinnen haben das auch ganz unterschiedlich interpretiert.

  • Ines hat eine Bluse genäht und ein Rückenteil eines Shirts mit einem Hingucker versehen.
    Sie stellt auch verschiedene Smoktechniken vor.
  • Jeanette hat einen dekorativen Fisch aus canadian smocking gestaltet
  • Siebensachen smokt Schmuck. Gute Idee!
  • Gabi hat Honeycomb ausprobiert, sie ghat wie ich das manipulating fabric Buch herangezogen und wird ein luftiges Schlafgewand nähen.
  • Zwischendurch zeig auch perfektes canadian smoking, grau in grau und sehr edel!
  • Mirella hat ein Shirt gestaltet- der Ausschnitt ist wunderschön!
  • Stoffnotizen hat canadian smocking in verschiedenen Materialien ausprobiert und eine minimalistisch schöne Clutch genäht.
  • Tyche hat eine  neue dramatische Kopfbedeckung genäht und sogar eine alte gesmokte Bluse in ihrem Fundus gefunden.
  • Clara von Bimbambuki hat schwarz-weißen Karostoff mit gelben Tupfen versehen, das ist sehr dekorativ!
  • Christiane hat das italienische Smoken probiert und die sehr grafische Struktur finde ich toll!
  • Julia hat ein Sommerkleid für ihre Tochter gesmokt, mit der Maschine und etwas Fingerspitzengefühl geht das ganz schnell :)
  • Karen hat einen grauen Anhänger mit roten Akzenten gesatltet und zeigt ein ganz zauberhaftes Mädchenkleid.
  • Bei PetersilieundCo zeigt Silvia eine Trachtenbluse mit gesmoktem Armabschluss
  • Ute stellt ihre umfangreiche Bibliothek zum Thema vor und hat bei einem Shirt geschickt die Abnaeher durch gesmokte Elemente ersetzt.
  • Gabi hat canadian smocking mit verschiedenen Materialien umgesetzt
Meine ersten Versuche zu smoken (smoken ist deutsch, smocking ist englisch) sind schon ein paar Jahre her, ich habe 2012 eine Clipbörse genäht, im gleichen Jahr ist auch ein Rock mit gezügelter Passe entstanden.
Dann habe ich die Technik etwas aus den Augen verloren, aber mit Corona und meinem winterlich ungezügelten Serienguckverhalten habe ich wieder eine etwas langwierigere Handarbeit gebraucht.
Und so ging es los:

smocking / smoken mit jersey: Markierungen
Wenn ich von meiner Leidenschaft für Handnäherei erzähle, meinen die Leute immer, dass sie für sowas keine Zeit oder Geduld hätten, aber für mich ist das kein wenig lästig. Da sind meine Hände bei langen Autofahrten oder auf dem Sofa beschäftigt.

Aber es hat mich dann schon interessiert, wieviel Zeit in einem fertigen Kleidungsstück steckt.
Also: Für das Anzeichnen habe ich 15 Minuten gebraucht. (Dazu kommen 10 Minuten vergeblicher Suche nach den Ersatzminen für den feinen Kreidestift......)
smocking / smoken mit jersey: Markierungen und Zugfäden
Die Stiche sind 0,5 cm lang, im Vorfeld habe ich ausprobiert dass der Jersey im Verhältnis 1:4 rafft. Das bedeutet dass ich für die fertige Breite von 16 cm den Stoff in 64 cm Breite raffen musste.
Eine Reihe hat vier Minuten gebraucht, das ist pro Panel eine Stunde für die Vorarbeit.

smocking / smoken mit jersey: die basis
Wenn man dann die Zügelfäden anzieht hat man die Basis für verschiedene Stiche.
Der Jersey hat sich übrigens absolut problemlos verarbeiten lassen, da war ich selbst ganz überrascht. Die einzelnen Segmente haben gut die Form behalten.
smocking / smoken mit jersey: Varianten
Zu den verschiedenen Sticktechniken gibt es viele Videos auf Youtube, z.B. hier und hier.

Zuerst habe ich auch mit kontrastfarbenem Garn gearbeitet, aber das kam mir irgendwie zu folkloristisch heraus. Ich wollte eher die Struktur des Stoffes wirken lassen und habe mich für einen tonigen 30er Nähfaden entschieden.
Ich habe dann probiert die Fäden bis auf die Bindungspunkte ganz verschwinden zu lassen und bin im Faltenbug hinten von einer Verbindungsstelle zur nächsten gegangen. Das braucht dann tatsächlich fast doppelt so lange als wenn die Verbindung außen läuft.  
Eine Reihe dauert so entweder 20 oder 35 Minuten.
smocking / smoken mit jersey
Wenn man eine Musterreihe einarbeitet dauert das nochmal etwas länger, ich habe hier deshalb die Fäden außen geführt.

Insgesamt sind wir bei beiden Teilen mit der Vorarbeit bei etwa 20 Stunden. 
smocking / smoken mit jersey: Rückseite
Hinten habe ich den Ausschnitt mit einem Beleg (verstärkt mit elastischer H609) verarbeitet, das gibt noch etwas Stabilität. Das Kleid ist von Hand mit einem Blindstich gesäumt.
Insgesamt wären wir dann also bei etwa 25 Stunden.
Ich finde das geht doch, oder?


Vielleicht reiche ich euch im Laufe des Tages noch ein Tragebild nach, mal gucken ob ich bei den derzeitigen Lichtverhältnissen etwas zustande bekomme :)

smocking / smoken mit jersey: ein Kleid

Die Stoffspielereien
Mach mit, trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu.


Jeden letzten Sonntag im Monat sind die Stoffspielereien zu Gast bei einer anderen Bloggerin. Dabei kommen wir ohne Verlinkungstool aus: Schreib einfach einen Kommentar mit dem Link zu deinem Beitrag im jeweiligen Blogpost der Gastgeberin. Sie fügt die Links im Lauf des Tages in ihren Beitrag ein – ganz persönlich und individuell.

Bist du nächstes Mal auch dabei?

28.02.2021: „Stoffschichten“ bei Stoffnotizen
28.03.2021: „Pop Art“ bei bimbambuki
25.04.2021: „Fransen“ bei made with Blümchen
30.05.2021: „Exotisch“ bei Petersilie & Co
27.06.2021: „Nähfüße“ bei Nähzimmerplaudereien
Sommerpause
26.09.2021: „Risse und Schlitze“ bei nahtlust
31.10.2021: „Punkte und Kreise“ bei Schnitt für Schnitt
28.11.2021: „Glitzer tröstet“ bei Tyche


Sonntag, 29. November 2020

Körbe aus Bändern flechten: Stoffspielereien

 

Ines hat als Impuls für die November-Stoffspielereien das Thema Skandinavien vorgeschlagen. 
Da traf es sich gut, dass meine Freundin Doris einen ganzen Stapel schwedischer Webzeitschriften auf dem Tisch liegen hatte, als ich sie vor ein paar Wochen besucht habe. 
Beim Durchblättern einer Ausgabe von 1998 bin ich auf einen Bericht über Birgitta Wendel gestoßen, ihre Sachen haben mir richtig gut gefallen. Sie hat damals ein Buch über "Korgar" (=Körbe?)  geschrieben, das ist aber leider inzwischen vergriffen.

Diese Art von Flechtereien kenne ich aber auch aus dem asiatischen Raum, deshalb habe ich ohne große Mühe bei YouTube Tutorials gefunden.
Ein paar recht aktive Frauen aus Thailand erklären, wie das funktioniert.
Bei Orawannaha bin ich fündig geworden, aber auch bei Ban Na Basket gibt es Inspiration. Dort ist auch zu sehen, dass diese Plastikbänder in Thailand im großen Stil verkauft werden.

Hier bei uns ist das Material nicht zu bekommen, am ähnlichsten sind wohl noch die Riemen, die um größere Kartons geschlungen werden.
Aber ich hatte in meinem Vorrat noch Reste (Spinnradtasche!) verschiedener Werbebanner, die habe ich kurzerhand in Streifen geschnitten. 

Nach Orawannahas Turtorial habe ich also eine Tasche geflochten, das hat prima funktioniert.
(48 (24+24) Bänder, 1,25 cm breit und je 150 cm lang)
Die Henkel und den Abschluss habe ich dann aber ähnlich gemacht wie die schwedische Künstlerin, das umliegende Band hat mir bei ihren Utensilos gut gefallen.

Die YouTube-Beiträge sind auf Thai und ohne Untertitel, aber im Prinzip sprechen die Bilder für sich. Schaut da unbedingt mal rein, wenn ihr das Thema angehen möchtet.

Weil das für einen ersten Eindruck aber trotzdem etwas langatmig und mühsam ist, habe euch eine kurze Zusammenfassung für ein übersichtliches Projekt fotografiert:


Schneidet mit dem Rollschneider zuerst 24 Streifen zu, es ist wichtig dass sie alle wirklich gleich breit sind.
Legt dann jeweils 12 Stück parallel aus und webt 12 weitere Streifen hinein.
Schön ist es, wenn sowohl senkrecht als auch waagerecht die gleichen Farben in Segmenten vorkommen: An den Kreuzungspunkten wird das in diesen Bereichen recht einfarbig, das bringt Ruhe in die Fläche.
Zieht die Streifen dann nach dem engen Ausrichten schön mittig, alle vier Streifenbereiche sollten gleich lang sein.
Klebt das dann mit Malerkrepp an den Kanten ab.
Ich wollte gern eine etwas rechteckige Form, deshalb habe ich mich für das Verhältnis 5:7 entschieden. 
Wollt ihr einen quadratischen Behälter, dann fangt mit dem sechsten Band zu flechten an. 

Ich nehme aber wie gesagt ausgehend von einer Ecke das fünfte Band jeder Seite und flechte es durch die sieben Streifen (Nr. 6-12)
Dann werden die Segmente 4,3,2 und 1 ebenfalls eingeflochten.
So schaut das dann aus:
Dann drehe ich das alles um 180 Grad und flechte ausgehend von der diagonal gelegenen Ecke die anderen beiden Seiten:
Jetzt kommt der magische Moment: Zieht an den Streifen 1-5, dann richtet sich die Ecke in die rechte Position:
Wenn ihr das an allen vier Ecken gemacht habt, dann schaut das so aus. 
Unser geflochtener Boden liegt überraschend diagonal. Da war ich bei meinem ersten Versuch echt verblüfft.
Es ist gerade bei kleinen Behältnissen ganz einfach, den Anschluss zu finden und den Rest nach oben zu flechten. Ich würde euch wirklich empfehlen das erst mal mit einem Utensilo zu probieren bevor ihr das Prinzip an einer größeren Tasche verwirklicht.
Wenn ihr eure gewünschte Höhe erreicht habe könnt ihr die Enden entweder nach innen einflechten oder wie auf dem allerersten Bild teils nach innen und teils nach außen.
Wenn eure Bänder noch lang genug sind könnt ihr das doppelt einweben, das ist gut für die Stabilität.

Mir hat das total viel Spaß gemacht, ich habe eine ganze Ladung Körbe und Utensilos geflochten.

Es lassen sich viele Materialien mit etwas Stand verarbeiten, ich habe z.B. Feuerwehrschlauch zu Übertöpfen verflochten, das ist durch die Gummierung innen auch robust. 
Einmal habe ich den oberen Rand genietet, bei der zweiten Version mit einem Lederrand eingefasst.
(Streifenbreite 3 cm, 12 (6+6) Streifen)

Es geht auch stärkeres Papier, Filz und Leder, aber diese Arbeiten kann ich euch erst nach Weihnachten zeigen :)

Vielen Dank Ines, die Stoffspielereien waren einmal mehr der Anlass etwas nicht nur zu bestaunen, sondern in die Umsetzung zu kommen.
Weitere skandinavische Inspirationen sammelt Ines heute im Blog.

Im Dezember gibt es keine Stoffspielereien, ich werde euch aber die nächsten Wochen mein Januarthema "Smocking" vorstellen.

31.01.2021: „Smocking“ bei Machwerk 
28.02.2021: „Stoffschichten“ bei Stoffnotizen
28.03.2021: „Pop Art“ bei bimbambuki
25.04.2021: „Fransen“ bei made with Blümchen
30.05.2021: „Exotisch“ bei Petersilie & Co
27.06.2021: „Nähfüße“ bei Nähzimmerplaudereien
Sommerpause
26.09.2021: „Risse und Schlitze“ bei nahtlust
31.10.2021: „Punkte und Kreise“ bei Schnitt für Schnitt
28.11.2021: „Glitzer tröstet“ bei Tyche

Donnerstag, 26. November 2020

Die Käferjacke aus der Burda 4/2020, Modell 120

Diese Jacke ist eigentlich schon lange fertig, ich hatte wegen der ganzen Nähschwierigkeiten aber gar keine Lust auf Fotos, ich habe das Teil nicht mal angezogen.
OK, es lag vielleicht auch an der Farbe die ganz einfach besser in den Herbst und Winter passt. Im Sommer hatte das für mich einen seltsamen Trachtenanklang.....
Aber jetzt habe ich sie wieder entdeckt und will euch vom steinigen Weg erzählen.

Das Modell in der Burda fand ich auf Anhieb wunderschön, ich habe ja eine echte Schwäche für die kastigen Jäckchen aus den 60ern.
Einen Stoff mit Stand hatte ich auch im Vorrat, den habe ich im März im Fabrikverkauf von Fox´s gekauft. Das Material hat feine Metallfäden, die geben gut Stand. Zusätzlich habe ich die Körperteile noch mit einer Gewebeeinlage bebügelt, dann hatte das auch die nötige Griffigkeit.
Als erstes habe ich zusätzliche Taschen eingearbeitet, die brauche ich unbedingt.

Die paar Teile waren schnell zusammengenäht, aber im Schulterbereich saß das überhaupt nicht. 
Ich habe Volumenvlies eingefügt, Ärmelfische, habe die Falte versetzt, die Tiefe modifiziert und es wurde immer schlimmer. Die tiefe Falte stand in der Mitte des hinteren Ärmels seltsam ab.
Am Ende habe ich das Volumen (wie die meisten der russischen Burdanäherinnen) doch in die Schulternaht verlegt. Mit Polstern habe ich meine fallenden Schultern korrigiert, dann wurde es besser.
So hat es Burda zwar nicht gemeint, aber die Jacke macht nun auch in Bewegung keinen Buckel in der Mitte des Rückens. Die Falte kommt jetzt eher wie eine kleine Schleppe daher.

Ansonsten passt das alles sehr gut zusammen, vor allem die Ärmel haben einen tollen Sitz wenn man sie mit dünnen Schulterpolstern versieht.
Geschlossen wird die Jacke mit Druckknöpfen, die habe ich mit einem dünnen Stoff überzogen:
Ich trage das jetzt mit einem flauschigen Mohairtuch, so ist das auch bei Temperaturen um den Gefrierpunkt gut wenn man nicht allzu lange unterwegs ist.
Manchmal braucht es einfach etwas Abstand damit der nervige Weg der Anpassung nicht mehr die Freude über das Ergebnis überschattet. :)

Sonntag, 25. Oktober 2020

Feuerwehrschlauch- Textile Behältnisse für die Stoffspielereien

 

Textile Behältnisse, das bei Petersilie gehostete Motto, sind ja seit Jahren mein Kernthema. In meinem Nähzimmer sind unzählige Taschen, Behälter und Geldbeutel entstanden. Richtig spannend wird das für mich immer dann, wenn neue herausfordernde Materialien in meinem Atelier auftauchen.

Neulich kam meine Freundin Doris mit Feuerwehrschläuchen und wir haben zusammen eine schlichte Tasche genäht. Wir haben das mit dickem Garn auf meiner Industrie-Ledernähmaschine zusammengesteppt und es war eine Herausforderung, die richtigen Einstellungen zu finden.
Auf der Profimaschine war dann der Trick, die Oberfadenspannung bis an die Grenze des erträglichen zuzumachen und das alles mit einer richtig dicken Nadel zu nähen.


Mein Plan für die Stoffspielereien war also, das mal auf eine Haushaltsnähmaschine umzusetzen. 
Ich dachte da an Teflonnadeln, Spannungsanpassungen und dergleichen in einer Versuchsreihe.
Also habe ich zuerst mal eine dicke Lage Leder mit Schlauch zusammengesteppt .....
und das ging mit einer 80er-Normalnadel ganz problemlos.
Auch Zickzack war kein Problem, die Spannung hat bis auf ein paar minimale Hüpfer super gepasst und es gab keinerlei Fehlstiche.

Echt jetzt?
So einfach?
Ja. :)

Ich kann euch als Tipp nur dalassen, dass ihr den Schlauch in der Waschmaschine waschen könnt, die dick gummierte Innenseite kann nämlich seltsame Verkrustungen haben.
Und ihr könnt den Schlauch wirklich heiß bügeln oder besser pressen, dann geht der Knick weitgehend heraus. 

Nehmt ganz normales Garn im Ober- und Unterfaden mit einer nicht zu dicken Nadel und legt einfach los.

Ich habe mir aus dem rustikalen und eher schweren Material eine kleine Tasche für mein Handy genäht, das ist mir in den letzten Wochen ein paarmal aus der Hosen- oder Rocktasche gefallen als ich bei der Gartenarbeit damit Podcasts gehört habe. Da ist so eine kleine Tasche dicht am Körper besser.
Das Material kam mir sehr Steampunk vor, deshalb habe ich das mit antik anmutenden Metallelementen kombiniert und dem ganzen noch ein paar Extrariemen spendiert.


Vielleicht schaffe ich es ja auch am heutigen Sonntag noch, ein paar andere Sachen aus dem wirklich dankbaren Material zu nähen.

Bei Petersilie + Co könnt ihr die Beiträge meiner Mitstreiterinnen finden, danke für das Zusammentragen!

Ansonsten hat sich unsere Organisatorin Gabi um die neuen Termine und Themen für die kommenden Stofffspielereien gekümmert und ich freue mich, dass ich im nächsten Jahr als Gastgeberin mit dem Thema Smocking dabei sein werde.

31.01.2021: „Smocking“ bei Machwerk 
28.02.2021: „Stoffschichten“ bei Stoffnotizen
28.03.2021: „Pop Art“ bei bimbambuki
25.04.2021: „Fransen“ bei made with Blümchen
30.05.2021: „Exotisch“ bei Petersilie & Co
27.06.2021: „Nähfüße“ bei Nähzimmerplaudereien
Sommerpause
26.09.2021: „Risse und Schlitze“ bei nahtlust
31.10.2021: „Punkte und Kreise“ bei Schnitt für Schnitt
28.11.2021: „Glitzer tröstet“ bei Tyche



Mittwoch, 23. September 2020

Arc- eine ganze Kollektion neuer machwerk-Schnitte


Eigentlich wollte ich ja schon im März einen neuen Schnitt entwickeln, aber mit Corona bin ich in ein tiefes Nähloch gefallen. Es sind ein paar Masken entstanden und ansonsten habe ich mit viel Hingabe an meinen endlosen Handnähprojekten gearbeitet.
So lustlose Phasen kenne ich ja immer mal wieder, aber diesmal war es fast eine Schockstarre. Der Sohn saß bis Juni in Kalkutta fest und bekam keinen Evakuierungsflug, die ständigen schlechten Nachrichten und immer die Sorge um die Eltern... 
Das hat mich sehr lange gelähmt.

Aus dem Motivationsloch hat mich Susanne (Nahtlust) geholt hat als sie unser traditionelles Nähtreffen stattfinden lassen wollte.
Und mit den Mädels dort möchte ich ja immer etwas Neues ausprobieren- und so habe ich im Juni ein paar Prototypen entwickelt. 

Das war das erste vorzeigbare Model aus einem uralten Ikeastoff, das hat schon erstaunlich gut funktioniert. Diese großgemusterten Stoffe hat ja fast jede Näherin noch irgendwo herumliegen, da konnten die Teilnehmerinnen auch kurzfristig etwas im Vorrat finden als ich den Schnitt zwei Tage vor dem Workshop mailen konnte.

Im Kurs haben dann alle das neue Modell  genäht und wir waren sehr angetan wie schön die Taschen geworden sind. Utta und Mirella haben auch alte IKEA-Stoffe vernäht, Marita hat ein Taschennylon ausprobiert:



Susanne und Annette haben sich für kleiner gemusterte Stoffe entschieden, und ich war insgesamt sehr glücklich wie gut der Schnitt mit allen Varianten funktioniert hat. 

Neben den Reisetaschen haben wir auch die Kulturbeutel ausprobiert:

Karine hat als mutig losgelegt und dafür ein Stoffschätzchen von Rifle Paper Co genommen. Ich hatte etwas Herzklopfen als sie für einen Prototyp in den Stoff geschnitten hat, aber der Kulturbeutel ist prima geworden!

Auch Simone und Susanne haben tolle Stoffe verarbeitet- Susannes pinker Stoff ist in einem Siebdruckkurs mit der wunderbaren Kristina Schaper entstanden und hat gerade so gereicht.

Abschließend haben wir dann in der Runde über Varianten gesprochen und wir konnten uns das ARC-Prinzip auch in anderen Größe gut vorstellen. So sind sowohl im Reisetaschen-eBook als auch bei den Kulturbeuteln zwei Größen enthalten.
Und zusätzlich gibt es einen Rucksack.
Am Stoff ist leicht zu erkennen dass dieses Exemplar auch von Simone ist, sie hat so ein schönes Set beisammen.

Und dieser Rucksack ist während des Probenähens von Katrin genäht worden, ihre Tochter nimmt ihren ARC jetzt mit zur Schule :)

So ist die umfangreichste machwerk-Entwicklung der letzten Jahre entstanden. 

Die eBooks gibt es als Bundle für 11,95€ für das komplette Paket aus allen
fünf (!) Schnittvariationen.
Damit ihr euch nicht entscheiden müsst, ich konnte das nämlich auch nicht :)

Ich wünsche euch viel Spaß mit den vielen Möglichkeiten, die die Schnitte bieten!

(Und warum die Kollektion ARC heißt ist zwar offensichtlich, hat aber auch noch einen ganz anderen Hintergrund- aber davon erzähle ich euch demnächst.)