Sonntag, 28. November 2021

Stoffspielereien: Glitzer tröstet

 

Tyche hat es vielleicht schon vor Monaten mit ihrem Themenvorschlag vorausgeahnt: Wir haben alle gerade eine gewaltige Portion Trost nötig.
Mit der aktuellen Coronainzidenz und den Folgen hätte ich ehrlichgesagt nicht mehr gerechnet. Und ausgerechnet jetzt heiratet mein Bruder.

Ich habe seit den Spielereien vom Mai 2020 ein Megaprojekt herumliegen, das wurde gerade rechtzeitig zur Hochzeit fertig. Im letzten Frühling habe ich passend zu einem glitzriggrünen Leinenstoff einen Jersey mit Blättern bedruckt, die habe ich dann auf schweren Romanit appliziert.

Das wäre ja kein echtes Hexenwerk gewesen, aber irgendwann im letzten Spätsommer war ein halbfertig applizierter Ärmel verschwunden. Monatelang habe ich immer mal wieder gesucht ob er auftaucht. Ich sticke ja oft auf langen Fahrten, aber er lag nicht im Auto.
Auch nicht in irgendwelchen Sofahohlräumen.
Oder in der Restekiste.

Kurzgesagt: Er blieb verschwunden und ich musste nochmal neu ansetzen.
Das Nachmischen der Druckfarbe war heikel aber irgendwie machbar, aber wo - verflixt nochmal- waren die Schablonen?
Die sind zum Glück irgendwo im Keller wieder aufgetaucht und ich habe pflichtbewusst weitergemacht- aber meine Freude an dem Projekt war dahin...

Erst als jetzt die standesamtliche Hochzeit meines Bruders näherkam habe ich einen neuen Anlauf genommen und die halbfertige Jacke herausgeholt. Sie ist komplett von Hand genäht.

Das passende Kleid ist aus einem wunderbaren Mustercoupon von fox´s entstanden. Das Material ist großartig, es besteht aus 87% Leinen, auf der Oberfläche sind 13 % Glitzerfäden die je nach Sonneneinfall herrlich changieren. Der Stoff hat etwas Stand, ist aber leicht und sehr griffig.


Die Teile habe ich mit der Overlock versäubert und mit Geradstich genäht,  habe aber auch hier viele Steppnähte von Hand mit dem Farbverlaufsgarn betont.

Das Kleid ist eines meiner liebsten Modelle von Simplicity, ich habe das hier schon mal genäht.
Es ist leger geschnitten und trotzdem nicht unförmig. Zudem sind die drei kleinen Kellerfalten ein netter Hingucker.

Es gibt also auch in schwierigen Zeiten manchmal Highlights- man muss sie sich halt selbst setzen.
So freue ich mich total, dass mein Großprojekt so schön zu Tyches Thema passt und  dass ich das nächste Woche auf der kleinen Hochzeitsfeier tragen kann.
Guckt doch mal rüber zu ihr und holt euch eine Portion Glitzer in den trüben Coronawinter. 


Mach mit, trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu.


Jeden letzten Sonntag im Monat sind die Stoffspielereien zu Gast bei einer anderen Bloggerin. Dabei kommen wir ohne Verlinkungstool aus: Schreib einfach einen Kommentar mit dem Link zu deinem Beitrag im jeweiligen Blogpost der Gastgeberin. Sie fügt die Links im Lauf des Tages in ihren Beitrag ein – ganz persönlich und individuell.

Bist du nächstes Mal auch dabei?

30.01.2022: "Linie" bei 123-nadelei
27.02.2022: "Inspiration Typographie" bei Feuerwerk by KaZe
27.03.2022: "Cording" bei Machwerk
24.04.2022: "metallisch" bei zwisch-en-durch
29.05.2022: "gekräuselt und gerafft" bei Stoffnotizen
26.06.2022: "Portrait" bei Bimbambuki
Juli und August: Sommerpause
25.09.2022: "Webkanten" bei Siebensachen zum Selbermachen
30.10.2022: "Posamente" bei made with Blümchen
27.11.2022: "Ornament" bei Petersilie & Co
Dezember: Winterpause

Donnerstag, 4. November 2021

LeCroissant- eine neue Tasche!

 


Nach einer wirklich langen Blog- und auch Kreativpause während der Coronazeit habe ich im Juni angefangen mir Gedanken über ein neues eBook zu machen.
Zum Glück hatte Susanne trotz der Beschränkungen den Mut, einen Raum anzumieten damit unser alljährliches Nähtreffen stattfinden kann. (Danke!!)
Nach Heidelberg möchte ich  immer etwas Neues mitbringen, denn das feedback der Mädels und das direkte Nähen auf verschiedenen Maschinen ist immer sehr aufschlussreich.

Es war also Zeit für LeCroissant.

Das ist auch der Zeitpunkt, zu Eva in den kleinen Stern zu fahren um die Stoffe für das eBook herauszusuchen. Sie hat eine wunderbare Auswahl und tolle Ideen.... wir arbeiten nun schon fast ein Jahrzehnt zusammen.

Die kleine grüne Tasche aus Evas Oilskin oben war die ursprüngliche Idee, ich wollte gern einen Hybriden aus kurzgetragener Tasche (à la Bauchtasche) und einer kleinen Handtasche haben. 


Das fand aber meine Nähfreundin Nicole zu klein und auch die Heidelbergerinnen wollten eine größere Alternative----, also kam gleich am Anfang eine lässige Quertragetasche dazu. Die habe ich dann ein Weilchen getragen und für gut befunden :)

Weitere Versuche folgten, hier aus Leder.
Ich habe sie für meine Freundin Doris genäht und sie hat LeCroissant schon seit ein paar Monaten in Gebrauch. Sie meint, dass das vor allem eine tolle Tasche zum Fahrradfahren sei. Sie lässt sich prima nach hinten schieben.
Dann kam Doris Tochter Sophie zum Nähen und wir haben das mal auf 120% vergrößert. Als junger Mutter war ihr die normale Größe immer noch etwas zu klein:
Zu Sophie passt das wunderbar! Ihr könnt also die klassische Version auch nochmal auf einem A3-Drucker vergrößern. 
Hier sind mal alle Größen im Vergleich:

Die Tasche ist mit den kleinen Schnittteilen perfekt für Refashion-Projekte- Annette hat sie aus einer alten Lederjacke genäht und wunderbar darüber geschrieben:
Nicole hat die Kleinteiligkeit der Schnitteile auch ausgenutzt und eine Tasche aus Jeans genäht:

Auch Marita war in kurz vor ihrer Hand-OP noch in Heidelberg dabei und hat über ihre Erfahrungen vom Ledernähen auf ihrer Haushaltsnähmaschine geschrieben.

Ihr seht also: Eine Schnittentwicklung ist keine Aufgabe im stillen Kämmerchen, da ist eine Menge Input meiner Nähfreundinnen dabei.
Speziell Sabine elbmarie als eBook-Autorin bringt immer sehr wertvolle Impulse und wir haben lange Telefonate von Nord nach Süd.... :)
Ohne euch würde das alles bei weitem nicht so viel Freude machen.
Als One-woman-Show bin ich sehr glücklich, so tolle Mitstreiterinnen zu haben.

Den Schnitt gibt es jetzt für alle im machwerk-Shop, dort bekommt ihr auch die passenden Reißverschlüsse und weichen Lederriemen.
Denn auch meinen Kundinnen muss ich DANKE sagen, ohne euch und eure Unterstützung wäre das alles nicht möglich. Ihr seid die BESTEN!

PS: Heute bekommt ihr den Schnitt übrigens noch zum Einführungspreis! :)



Sonntag, 25. April 2021

Stoffspielereien: Ein Leinenkleid mit Fransen

Gabi hat für die Stoffspielereien vom April das Thema Fransen vorgeschlagen, dabei habe ich zuerst an die ausgefransten Säume der grobgewebten Chaneljacken gedacht. 
Wichtig bei diesen schönen Strukturen ist, dass das Gewebe relativ grob gewebt oder locker gebunden ist, so können sich die Fäden gut lösen. 

In meinem Fundus habe ich einen ganz locker gewebten zarten Wollstoff gefunden, den hat Brunhilde mal gefärbt und mir dann geschenkt. Er hat sich wunderbar ausfransen lassen. Zum Glück hatte ich in meinem Regal noch einen Meter Leinen in einem sehr ähnlichen, aber etwas dunkleren Petrol. Das steifere Leinen und die zarte Wolle, das hatte ich mir gleich gut vorstellen können.
Ein Meter reicht gerade so für ein Kleid mit überschnittenen Schultern. Deshalb war dann recht schnell klar, dass ich die Kanten des Leinenkleides mit Fransen aus Wolle versehen werde.


Für die erste Kante an den Ärmeln habe ich einen schmalen Streifen geschranzt und ausgefranst, geradegeschnitten und dann mit einem doppelt gelegten Schrägband aufgenäht. Das wird dann nach links geklappt und festgesteppt. Für gerade Kanten ist das ganz gut geeignet, aber für die Rundung am Halsausschitt habe ich dann was anderes probiert.


Zuerst habe ich den Stoff mit Sprühstärke etwas stabilisiert und dann einen 4 cm breiten Schrägstreifen geschnitten. Den habe ich zur Hälfte gelegt und mit der Bruchkante an der rechten Stoffkante mit 3 mm Überstand aufgesteckt. Durch den schrägen Fadenlauf legt sich das gut in die Rundung. dann habe ich mit 1 cm NZG gesteppt und die Kante dann nach links gebügelt. 

So ist das innen total sauber.
Man kann dann mit einer Drahtbürste die Fäden bearbeiten und die Bindung auflösen. Durch die doppelte Lage werden die Fransen viel dichter und strukturierter als beim normalen Ausfransen.
Wenn ich Glück habe verfilzt das beim Waschen etwas und entwickelt sich noch weiter- ich bin gespannt!

Den Saum habe ich dann mit einem 6 cm breiten Schrägstreifen versehen, das gibt dann ca. 2 cm lange Fransen. 


Ich hatte noch kurz überlegt, ob ich am Saum noch eine weitere Reihe Fransen aufnähe, aber das hat es dann doch nicht mehr gebraucht. Ich mag das Kleid sehr gern, es ist schlicht und hat trotzdem kleine Effekte die sich nicht in den Vordergrund drängen.

Der Schnitt ist aus der Ottobre 2-2016, Mod.15, ich habe nur den Halsausschnitt etwa 5 cm tiefer gesetzt. Die Länge hat sich durch den Coupon so ergeben, aber im Sommer ist das ok. Für die 2 Extrazentimeter mit den Fransen war ich dann aber schon dankbar. :)

Ich bin auf weitere Versionen des Fransenthemas sehr gespannt,
guckt doch mal rüber zu Gabi, was sich die anderen so ausgedacht haben!


Mach mit, trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu.


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30.05.2021: „Exotisch“ bei Petersilie & Co
27.06.2021: „Nähfüße“ bei Nähzimmerplaudereien
Sommerpause
26.09.2021: „Risse und Schlitze“ bei nahtlust
31.10.2021: „Punkte und Kreise“ bei Schnitt für Schnitt
28.11.2021: „Glitzer tröstet“ bei Tyche



 

Sonntag, 28. März 2021

Pop-Art, misslungene Stoffspielereien

Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen.

Das scheint diesmal gut zu passen :)

Als Clara von Bimbambuki das Thema Pop-Art vorgeschlagen hat war gleich klar, was ich erreichen wollte.
Pop Art erhöht Alltagsgegenstände durch plakative Darstellung zu Kunst, gerne auch in Serie als Raster wie man es ja z.B. von den Campbell-Suppen kennt.
Und nach dem Interview neulich mit Michaela von müllerin Art war ich ganz angefixt von ihren Stempeleien und wollte gern auch mal schnitzen.

Ein geliebter Alltagsgegenstand ist meine Nähmaschine, die habe ich aus zwei Stempeln zusammengesetzt. Das Gummi hatte ich schon ein paar Jahre herumliegen und ich war ganz froh, dass ich es auf Anhieb gefunden habe. Aber es war viel weicher als ich es in Erinnerung hatte und ich musste beim Schnitzen sehr vorsichtig sein. (Altert Gummi?)

Das Stempeln mit der geschnitzten Platte war auf dem Stoff mühsam, ich habe weder mit der Schaumstoffrolle noch mit der Glasplatte oder dem Pinsel einen schönen gleichmäßigen Farbauftrag hinbekommen. Spätestens da hätte ich auf eine Schabolne und klassischen Siebdruck umsteigen müssen. Aber nein.
Ich habe weiter probiert, alles vollgekleckst und mich geärgert.


Die geplante Serie habe ich dann auseinandergeschnitten und die am wenigsten misslungene Pfaff auf das Vorderteil eines Shirts gecovert. Der geringelte Stoff bietet genug Ablenkung damit man nicht so genau auf das Motiv guckt.


Vielleicht binde ich das noch mit ein paar Handstichen ein, aber gerade mag ich mich nicht mehr damit beschäftigen.
Die grundsätzliche Idee finde ich nach wie vor gut, aber mit Stempeln würde ich das nicht mehr probieren. Da fehlt mir einfach die plakative Klarheit wie sie bei Pop-Art ins Auge springt.
Zudem waren meine Siebdruckfarben wohl auch nicht der richtige Partner für die greisen Gummis.

Ich bin mir aber sicher, dass ihr drüben bei Clara schöne Spielereien finden werdet, guckt doch mal rüber!

Die Stoffspielereien

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25.04.2021: „Fransen“ bei made with Blümchen
30.05.2021: „Exotisch“ bei Petersilie & Co
27.06.2021: „Nähfüße“ bei Nähzimmerplaudereien
Sommerpause
26.09.2021: „Risse und Schlitze“ bei nahtlust
31.10.2021: „Punkte und Kreise“ bei Schnitt für Schnitt
28.11.2021: „Glitzer tröstet“ bei Tyche



Sonntag, 28. Februar 2021

Stoffspielereien: Stoffschichten

Das Februar-Thema für die Stoffspielereien findet sich diesmal in den Stoffnotizen, die dort vorgeschlagenen Stoffschichten lassen viel Spielraum für eigene Inspirationen.
Die grundsätzliche Idee kam diesmal von einem kleinen Ast, den ich auf der Wiese im Garten gefunden habe. Gelb-grün in allen Schattierungen finde ich ja grundsätzlich wunderschön, da habe ich mir die Flechten mal genauer angeguckt. 

Die Strukturen legen sich in Schichten und scheinbar zufällig in Gruppen übereinander und das schaut immer richtig aus.
Guckt mal genauer hin, sind die kleinen Tellerchen mit dem grauen Rand nicht zauberhaft? Vor allem die wollte ich gern nachmachen.
Aber zuerst habe ich das Grundgerüst aufgebaut: Jerseyreste in amöbenhaften Formen habe ich mit einem Klebevlies (Steam-a-seam) aufgebracht und mit verschiedenen Stichen fixiert.
Für die grauen Umrandungen habe ich zuerst Stil- und Kettstiche probiert, aber das sah popelig aus. Erst gedehnte Jerseybänder haben das nötige Volumen gebracht.
Das Couching (Applikation von Schnüren) ist ja grundsätzlich nicht schwer, aber die ersten Versuche waren auch auch hier etwas holperig.

Vor allem die Überlappung von Anfang und Ende der Jerseynudel waren nicht sauber. Erst als ich das dann eng und parallel aufgestickt und den Rest erst dann gekürzt habe war das schön:

Da sieht man sehr gut, dass Übung und Ausprobieren den Meister macht :)

Als Schnitt habe iein altes Basicteil mit angeschnittenen Ärmeln genommen, vorne etwas kürzer wie hinten. Das bietet sehr viel Fläche und ist für mich eine Art Leinwand, auf der ich meine Musterideen verwirklichen kann.

Das Applizieren hat wie immer großen Spaß gemacht, das ganze ist auch ganz klar inspiriert von der Ausgangsidee, aber ohne den Anspruch, die Natur wirklich zu imitieren.  :)

Mehr Stoffschichtungen gibt es in den Stoffnotizen, guckt doch mal rüber was sich die anderen Teilnehmerinnen einfallen lassen haben!

Die Stoffspielereien

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28.03.2021: „Pop Art“ bei bimbambuki
25.04.2021: „Fransen“ bei made with Blümchen
30.05.2021: „Exotisch“ bei Petersilie & Co
27.06.2021: „Nähfüße“ bei Nähzimmerplaudereien
Sommerpause
26.09.2021: „Risse und Schlitze“ bei nahtlust
31.10.2021: „Punkte und Kreise“ bei Schnitt für Schnitt
28.11.2021: „Glitzer tröstet“ bei Tyche

Sonntag, 31. Januar 2021

Stoffspielereien: Smocking



Mit dem heutigen Thema Smocking geht es um ein eher technisches Thema, eine Handarbeit die erstaunlich vielfältig sein kann.
Meine Mitstreiterinnen haben das auch ganz unterschiedlich interpretiert.

  • Ines hat eine Bluse genäht und ein Rückenteil eines Shirts mit einem Hingucker versehen.
    Sie stellt auch verschiedene Smoktechniken vor.
  • Jeanette hat einen dekorativen Fisch aus canadian smocking gestaltet
  • Siebensachen smokt Schmuck. Gute Idee!
  • Gabi hat Honeycomb ausprobiert, sie ghat wie ich das manipulating fabric Buch herangezogen und wird ein luftiges Schlafgewand nähen.
  • Zwischendurch zeig auch perfektes canadian smoking, grau in grau und sehr edel!
  • Mirella hat ein Shirt gestaltet- der Ausschnitt ist wunderschön!
  • Stoffnotizen hat canadian smocking in verschiedenen Materialien ausprobiert und eine minimalistisch schöne Clutch genäht.
  • Tyche hat eine  neue dramatische Kopfbedeckung genäht und sogar eine alte gesmokte Bluse in ihrem Fundus gefunden.
  • Clara von Bimbambuki hat schwarz-weißen Karostoff mit gelben Tupfen versehen, das ist sehr dekorativ!
  • Christiane hat das italienische Smoken probiert und die sehr grafische Struktur finde ich toll!
  • Julia hat ein Sommerkleid für ihre Tochter gesmokt, mit der Maschine und etwas Fingerspitzengefühl geht das ganz schnell :)
  • Karen hat einen grauen Anhänger mit roten Akzenten gesatltet und zeigt ein ganz zauberhaftes Mädchenkleid.
  • Bei PetersilieundCo zeigt Silvia eine Trachtenbluse mit gesmoktem Armabschluss
  • Ute stellt ihre umfangreiche Bibliothek zum Thema vor und hat bei einem Shirt geschickt die Abnaeher durch gesmokte Elemente ersetzt.
  • Gabi hat canadian smocking mit verschiedenen Materialien umgesetzt
Meine ersten Versuche zu smoken (smoken ist deutsch, smocking ist englisch) sind schon ein paar Jahre her, ich habe 2012 eine Clipbörse genäht, im gleichen Jahr ist auch ein Rock mit gezügelter Passe entstanden.
Dann habe ich die Technik etwas aus den Augen verloren, aber mit Corona und meinem winterlich ungezügelten Serienguckverhalten habe ich wieder eine etwas langwierigere Handarbeit gebraucht.
Und so ging es los:

smocking / smoken mit jersey: Markierungen
Wenn ich von meiner Leidenschaft für Handnäherei erzähle, meinen die Leute immer, dass sie für sowas keine Zeit oder Geduld hätten, aber für mich ist das kein wenig lästig. Da sind meine Hände bei langen Autofahrten oder auf dem Sofa beschäftigt.

Aber es hat mich dann schon interessiert, wieviel Zeit in einem fertigen Kleidungsstück steckt.
Also: Für das Anzeichnen habe ich 15 Minuten gebraucht. (Dazu kommen 10 Minuten vergeblicher Suche nach den Ersatzminen für den feinen Kreidestift......)
smocking / smoken mit jersey: Markierungen und Zugfäden
Die Stiche sind 0,5 cm lang, im Vorfeld habe ich ausprobiert dass der Jersey im Verhältnis 1:4 rafft. Das bedeutet dass ich für die fertige Breite von 16 cm den Stoff in 64 cm Breite raffen musste.
Eine Reihe hat vier Minuten gebraucht, das ist pro Panel eine Stunde für die Vorarbeit.

smocking / smoken mit jersey: die basis
Wenn man dann die Zügelfäden anzieht hat man die Basis für verschiedene Stiche.
Der Jersey hat sich übrigens absolut problemlos verarbeiten lassen, da war ich selbst ganz überrascht. Die einzelnen Segmente haben gut die Form behalten.
smocking / smoken mit jersey: Varianten
Zu den verschiedenen Sticktechniken gibt es viele Videos auf Youtube, z.B. hier und hier.

Zuerst habe ich auch mit kontrastfarbenem Garn gearbeitet, aber das kam mir irgendwie zu folkloristisch heraus. Ich wollte eher die Struktur des Stoffes wirken lassen und habe mich für einen tonigen 30er Nähfaden entschieden.
Ich habe dann probiert die Fäden bis auf die Bindungspunkte ganz verschwinden zu lassen und bin im Faltenbug hinten von einer Verbindungsstelle zur nächsten gegangen. Das braucht dann tatsächlich fast doppelt so lange als wenn die Verbindung außen läuft.  
Eine Reihe dauert so entweder 20 oder 35 Minuten.
smocking / smoken mit jersey
Wenn man eine Musterreihe einarbeitet dauert das nochmal etwas länger, ich habe hier deshalb die Fäden außen geführt.

Insgesamt sind wir bei beiden Teilen mit der Vorarbeit bei etwa 20 Stunden. 
smocking / smoken mit jersey: Rückseite
Hinten habe ich den Ausschnitt mit einem Beleg (verstärkt mit elastischer H609) verarbeitet, das gibt noch etwas Stabilität. Das Kleid ist von Hand mit einem Blindstich gesäumt.
Insgesamt wären wir dann also bei etwa 25 Stunden.
Ich finde das geht doch, oder?


Vielleicht reiche ich euch im Laufe des Tages noch ein Tragebild nach, mal gucken ob ich bei den derzeitigen Lichtverhältnissen etwas zustande bekomme :)

smocking / smoken mit jersey: ein Kleid

Die Stoffspielereien
Mach mit, trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu.


Jeden letzten Sonntag im Monat sind die Stoffspielereien zu Gast bei einer anderen Bloggerin. Dabei kommen wir ohne Verlinkungstool aus: Schreib einfach einen Kommentar mit dem Link zu deinem Beitrag im jeweiligen Blogpost der Gastgeberin. Sie fügt die Links im Lauf des Tages in ihren Beitrag ein – ganz persönlich und individuell.

Bist du nächstes Mal auch dabei?

28.02.2021: „Stoffschichten“ bei Stoffnotizen
28.03.2021: „Pop Art“ bei bimbambuki
25.04.2021: „Fransen“ bei made with Blümchen
30.05.2021: „Exotisch“ bei Petersilie & Co
27.06.2021: „Nähfüße“ bei Nähzimmerplaudereien
Sommerpause
26.09.2021: „Risse und Schlitze“ bei nahtlust
31.10.2021: „Punkte und Kreise“ bei Schnitt für Schnitt
28.11.2021: „Glitzer tröstet“ bei Tyche


Sonntag, 29. November 2020

Körbe aus Bändern flechten: Stoffspielereien

 

Ines hat als Impuls für die November-Stoffspielereien das Thema Skandinavien vorgeschlagen. 
Da traf es sich gut, dass meine Freundin Doris einen ganzen Stapel schwedischer Webzeitschriften auf dem Tisch liegen hatte, als ich sie vor ein paar Wochen besucht habe. 
Beim Durchblättern einer Ausgabe von 1998 bin ich auf einen Bericht über Birgitta Wendel gestoßen, ihre Sachen haben mir richtig gut gefallen. Sie hat damals ein Buch über "Korgar" (=Körbe?)  geschrieben, das ist aber leider inzwischen vergriffen.

Diese Art von Flechtereien kenne ich aber auch aus dem asiatischen Raum, deshalb habe ich ohne große Mühe bei YouTube Tutorials gefunden.
Ein paar recht aktive Frauen aus Thailand erklären, wie das funktioniert.
Bei Orawannaha bin ich fündig geworden, aber auch bei Ban Na Basket gibt es Inspiration. Dort ist auch zu sehen, dass diese Plastikbänder in Thailand im großen Stil verkauft werden.

Hier bei uns ist das Material nicht zu bekommen, am ähnlichsten sind wohl noch die Riemen, die um größere Kartons geschlungen werden.
Aber ich hatte in meinem Vorrat noch Reste (Spinnradtasche!) verschiedener Werbebanner, die habe ich kurzerhand in Streifen geschnitten. 

Nach Orawannahas Turtorial habe ich also eine Tasche geflochten, das hat prima funktioniert.
(48 (24+24) Bänder, 1,25 cm breit und je 150 cm lang)
Die Henkel und den Abschluss habe ich dann aber ähnlich gemacht wie die schwedische Künstlerin, das umliegende Band hat mir bei ihren Utensilos gut gefallen.

Die YouTube-Beiträge sind auf Thai und ohne Untertitel, aber im Prinzip sprechen die Bilder für sich. Schaut da unbedingt mal rein, wenn ihr das Thema angehen möchtet.

Weil das für einen ersten Eindruck aber trotzdem etwas langatmig und mühsam ist, habe euch eine kurze Zusammenfassung für ein übersichtliches Projekt fotografiert:


Schneidet mit dem Rollschneider zuerst 24 Streifen zu, es ist wichtig dass sie alle wirklich gleich breit sind.
Legt dann jeweils 12 Stück parallel aus und webt 12 weitere Streifen hinein.
Schön ist es, wenn sowohl senkrecht als auch waagerecht die gleichen Farben in Segmenten vorkommen: An den Kreuzungspunkten wird das in diesen Bereichen recht einfarbig, das bringt Ruhe in die Fläche.
Zieht die Streifen dann nach dem engen Ausrichten schön mittig, alle vier Streifenbereiche sollten gleich lang sein.
Klebt das dann mit Malerkrepp an den Kanten ab.
Ich wollte gern eine etwas rechteckige Form, deshalb habe ich mich für das Verhältnis 5:7 entschieden. 
Wollt ihr einen quadratischen Behälter, dann fangt mit dem sechsten Band zu flechten an. 

Ich nehme aber wie gesagt ausgehend von einer Ecke das fünfte Band jeder Seite und flechte es durch die sieben Streifen (Nr. 6-12)
Dann werden die Segmente 4,3,2 und 1 ebenfalls eingeflochten.
So schaut das dann aus:
Dann drehe ich das alles um 180 Grad und flechte ausgehend von der diagonal gelegenen Ecke die anderen beiden Seiten:
Jetzt kommt der magische Moment: Zieht an den Streifen 1-5, dann richtet sich die Ecke in die rechte Position:
Wenn ihr das an allen vier Ecken gemacht habt, dann schaut das so aus. 
Unser geflochtener Boden liegt überraschend diagonal. Da war ich bei meinem ersten Versuch echt verblüfft.
Es ist gerade bei kleinen Behältnissen ganz einfach, den Anschluss zu finden und den Rest nach oben zu flechten. Ich würde euch wirklich empfehlen das erst mal mit einem Utensilo zu probieren bevor ihr das Prinzip an einer größeren Tasche verwirklicht.
Wenn ihr eure gewünschte Höhe erreicht habe könnt ihr die Enden entweder nach innen einflechten oder wie auf dem allerersten Bild teils nach innen und teils nach außen.
Wenn eure Bänder noch lang genug sind könnt ihr das doppelt einweben, das ist gut für die Stabilität.

Mir hat das total viel Spaß gemacht, ich habe eine ganze Ladung Körbe und Utensilos geflochten.

Es lassen sich viele Materialien mit etwas Stand verarbeiten, ich habe z.B. Feuerwehrschlauch zu Übertöpfen verflochten, das ist durch die Gummierung innen auch robust. 
Einmal habe ich den oberen Rand genietet, bei der zweiten Version mit einem Lederrand eingefasst.
(Streifenbreite 3 cm, 12 (6+6) Streifen)

Es geht auch stärkeres Papier, Filz und Leder, aber diese Arbeiten kann ich euch erst nach Weihnachten zeigen :)

Vielen Dank Ines, die Stoffspielereien waren einmal mehr der Anlass etwas nicht nur zu bestaunen, sondern in die Umsetzung zu kommen.
Weitere skandinavische Inspirationen sammelt Ines heute im Blog.

Im Dezember gibt es keine Stoffspielereien, ich werde euch aber die nächsten Wochen mein Januarthema "Smocking" vorstellen.

31.01.2021: „Smocking“ bei Machwerk 
28.02.2021: „Stoffschichten“ bei Stoffnotizen
28.03.2021: „Pop Art“ bei bimbambuki
25.04.2021: „Fransen“ bei made with Blümchen
30.05.2021: „Exotisch“ bei Petersilie & Co
27.06.2021: „Nähfüße“ bei Nähzimmerplaudereien
Sommerpause
26.09.2021: „Risse und Schlitze“ bei nahtlust
31.10.2021: „Punkte und Kreise“ bei Schnitt für Schnitt
28.11.2021: „Glitzer tröstet“ bei Tyche