Dienstag, 8. April 2014

Loretta

Frau Elbmarie zeigt ja schon seit ein paar Tagen ihre Wachstuch-Lorettas- hier kommt nun meine Version.

Mir war von vorneherein klar, dass ich diese Tasche verschenken werde- meine ferne Freundin ist nämlich bekennende Minitaschenträgerin. Sie hat schon länger angeregt, dass ich ihr mal was KLEINERES nähen könnte.
Der Stoff stammt ursprünglich aus dem Materiallager meiner Freundin, sie hat früher Auto- und Möbelstoffe entworfen. Ich habe das schöne Grün mit Lederakzenten kombiniert, das ist auch ein haptischer Kontrast.
Das Oberteil des Magnetverschlusses habe ich unter einer Blüte versteckt, so konnte ich die Länge des Gurtes noch gut anpassen.
Auf die Innentasche habe ich verzichtet- durch das Voulmenvlies H640 ist die Tasche zwar schön knuffig, aber eben auch etwas enger im Innenraum. Das angehängte Täschchen hätte nur noch zusätzlich aufgetragen. Durch die beiden großen Abteile der Tasche lässt sich der Inhalt auch ohne zusätzlichen Stauraum gut organisieren.

Frau Elbmarie, die Loretta ist echt prima erklärt.
Das Nähen war völlig unkompliziert.
Bis auf die Stelle mit 3 x Leder, 2 x Stoff und 1 x Vlies. Auf einmal......
(Deshalb: Ich wünsch mir so sehr eine Ledernähmaschine mit Dreifachtransport. Irgendwann.)

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Denn außerdem: Ich war wieder mal beim Reinhardt in Pfullingen.
Nicht schlecht, oder?
Das sind über 20 qm.
Ich hätte gern zu der Ledernähmaschine ein oder zwei Tage zwischen dem Sonntag und dem Montag. Denn Ideen, was ich damit anstellen könnte hätte ich schon ein paar.

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Einiges vom Leder werde ich zu Taschen für den Markt in Weiler verarbeiten.
Da hat sich der Termin geändert, er findet nun erst vom 18-20 Juli statt.
Leider muss ich deshalb den Kurs in Hanau absagen - das tut mir sehr leid.
Aber vielleicht finden wir ja im nächsten Jahr einen neuen Termin.

Donnerstag, 3. April 2014

Hühner!

"Magst du der Oma ein Hühnchen nähen?" habe ich die Tochter gefragt und ihr Sandras Anleitung in die Hand gedrückt.
Sie hat geblättert und gemeint: " Nein. Die Oma mag das sowas eh nicht. Ich näh mir aber das große Huhn, das ist cool."
Tja, für die Füllung hat sie sogar eins ihrer eigenen Kissen geschlachtet- das will was heißen!
Sandra hat das wirklich prima beschrieben, damit kommen auch absolute Nähanfänger klar. Das Tutorial ist auch optisch so aufbereitet, dass es Teenies anspricht. 
Vor allem das Riesenhuhn hat es uns angetan- ich könnte mir gut vorstellen, dass es zu Ostern über einem Nest sitzt und die bunten Eier bewacht. Ich glaube, das hätte ich meinen Kindern gern so geschenkt.
Aber nun näht die Tochter sich sowas selbst, das ist auch nicht schlecht.....
Wir hatten schon eine Menge Spaß mit dem Huhn, dem Sohn ist nämlich eine Chicken Box vom Lieblingsasiaten lieber als ein Kissen. " Hühnchen mag ich schon, aber am liebsten knusprig in der Box."
Tja, selber schuld :)

Das eBook gibt es für 4 Euro bei daWanda zum Selber kochen nähen.
Der Stoff ist ziemlich gut abgelagert aus meinem Vorrat, der gelbe Wollfilz ist 1,5 mm dick.

Sonntag, 30. März 2014

Stoffspielereien: Alabama Chanin - Couching

Karen hat für den März "Bänder" als Thema vorgegeben.
In Natalie Chanins Buch "Alabama Studio+Design" sind verschiedene Techniken erklärt, wie man Bänder schneiden und aufnähen kann. Für´s Erste habe ich mir das Couching herausgesucht, da hat mir schon das Wort gut gefallen.
Wenn ihr auf das Bild klickt könnt ihr den Text lesen:
Natalie Chanin verwendet fast ausschließlich Jersey für ihre Modelle. Ich hatte noch einen leichten schlammfarbenen Single im Vorrat, der erschien mir passend.
Die Streifen sind 1/2 inch breit, das sind etwa 1,5 cm. Sie werden im Maschenlauf geschnitten, wenn sie gedehnt werden rollen sie sich zu Schnüren.

Als Design wollte ich gern ein fortlaufendes Muster, Natalie Chanins Sachen waren mir zu kleinteilig für ein zügiges Arbeiten.  Ich habe mir ein mäanderndes Blättermotiv gezeichnet und auf die Breite des Rockes angepasst. Als Faden habe ich doppelt gelegtes Jeansgarn ( 20/2 ) genommen.

Und dann habe ich gestickt:
Auf der Fahrt nach Köln,
im Hotelzimmer als ich nicht schlafen konnte,
bei der Niederlage des VfB gegen den Club, 
beim Kaffeetrinken auf der Terrasse und überhaupt.
Das hat sich ziemlich gezogen.
Dabei geht die Technik ganz einfach und macht wirklich Spaß. 
Also: Couching ist sehr zu empfehlen, wenn man keinen Zeitdruck hat.

Aus Zeitmangel hat der Rock in der hinteren Mitte keine Stickerei, aber das lass ich jetzt so.
Vorne ist das Röckchen so, wie ich es mir vorgestellt habe.
Ziemlich lässig, aber durch die Stickerei wirkt es nicht billig.

Ob ich den Saum offenkantig lasse weiß ich noch nicht, das kommt auf den Zustand nach der ersten Wäsche an. Im Augenblick gefällt mir das ganz gut, aber ob sich die Kante dauerhaft so gefällig nach innen biegt weiß ich nicht.

Und so werde ich den Rock in ein paar Wochen auf dem Weg zum Strand tragen:

(Barfuß im März, wenn die Forsythien blühen? Klar, es hatte am Freitag fast 20 Grad!)

Näher ran?
Die Plastizität macht beim Fotografieren genauso gute Laune wie beim Sticken.

Karen sammelt heute die März-Stoffspielereien - der Apriltermin entfällt wegen der Osterferien.

Am 25. Mai werde ich Gastgeberin sein und würde gerne nochmal Alabama Chanin als Inspirationsquelle vorschlagen. Lucy hat sich ja schon länger mit dem Thema beschäftigt- völlig zu Recht. 
Ich werde dann aber im April gesondert ein paar Informationen zum Thema posten.

Mittwoch, 26. März 2014

MMM: Liebeserklärung an einen Stoff


Die Liebesgeschichte begann vor 6 Jahren, als der Malen-nach-Zahlen-Stoff das erste mal gedruckt wurde. Meine Tochter war damals völlig verrückt nach dieser Ausmaltechnik. 2008 hatte ich den Stoff verpasst, als ich ein Jahr später die ersten Sachen (hauptsächlich Taschen) im Netz gesehen habe wurde der Stoff bei eBay.com gehandelt wie hierzulande die erste Auflage von IKEAs Rosalie. Mondpreise.

Das Design der Stoffserie ist in meinen Augen nahezu perfekt. 
Ein großer Rapport als Key-Piece mit Wiedererkennungswert und Witz.
Dazu zurückhaltende Stoffe die thematisch passen aber in der Struktur ganz anders sind.
Und so angelegt, dass es mit einer Akzentfarbe immer frisch wirken kann.
(Hier ist die gesamte Linie zu sehen.)
 Letztes Jahr hat Moda Reprints erfolgreicher Serien auf den Markt gebracht:
Ich habe gleich nach der Veröffentlichung bei Pink Chalk bestellt- dort waren die ersten Designs tatsächlich nach zwei Tagen wieder ausverkauft.
Und dann hab ich den Stoff ein halbes Jahr gestreichelt.

Letzte Woche wurde er dann angeschnitten, der Stoff war einfach perfekt als Outfit für die Messe in Köln.

Bei der Verarbeitung habe ich mir alle erdenkliche Mühe gegeben, der Schnitt ist schlicht und altbewährt.

Das Futter ist knallorange, genauso wie die gesamten Akzente bei Paspeln oder Bändern.

Den Rock trage ich seit letzter Woche täglich. Obwohl er im Sommer mit weißem Shirt und Balerinas leichter zu kombinieren ist als hier mit dem braunen Beiwerk.
Vermutlich hat der Rock für mich eine ähnliche Bedeutung wie die Amon Amarth-Kapuzenjacke für den Sohn. Ein Statement.

(Ich weiß, das ist eigentlich kein Stoff für einen Rock, aber ich hab noch genug davon für andere Projekte. Kommt noch.)

Heute zähle ich beim MMM mal durch ob mehr gemusterte oder einfarbige Teile gezeigt werden.
So aus dem Bauch raus ohne zu gucken: Wie glaubt ihr ist das Verhältnis?

Montag, 24. März 2014

H+H Köln - My lovely livingroom


"Was soll ich euch sagen- das hat ECHT Spaß gemacht am Wochenende in Köln"- so fangt Grete ihren Blogpost heute an und ich kann mich nur anschließen. Es war so schön, diese Leute zu treffen.
Da oben seht ihr die
  • Barbara, die alles nachts macht. Und bei dem Output anscheinend keinen Schlaf braucht. 
  • Grete, die alles mit links macht. Nähen, ihren Laden, kochen, moderieren. Und dabei immer so präsent ist.
  • Mich.--- Frau machwerk? griselda? Martina? Es wird Zeit, mal das "About Me" im Blog zu bestücken, das hat mir Daniela in ihrem tollen Vortrag quasi als Hausaufgabe mitgegeben.
  • Die Glücksmarie, die das beste Beispiel ist, dass Stoffgeschäftbesitzerinnen tolle Menschen sind. Du hast das mit den Karmapunkten im Griff. Völlig!
  • Und Gretes Schwester, mit der weltschönsten Brille.

Bloggertalk.

Ja, und dann die Podiumsrunde, zusammen mit Sandra Libellein  und Grete als Moderatorin. Wie unterschiedlich die Schwerpunkte eines Blogs sein können- 
Sandra ist ein Bildermensch und inszeniert mit viel Liebe phantastische Fotos, 
Grete schreibt nicht umsonst Kolumnen in Nähzeitschriften 
und ich bin ein Erklärbär. 
Alles ist richtig.


Auf der Messe selbst habe ich wenig Fotos gemacht, aber sehr lehrreich war die Stunde Stoffeinkauf mit Eva. Ladenbesitzerinnen beurteilen Stoffe und Lieferanten ganz anders als wir Näherinnen.

Einen schönen Messerundgang findet ihr aber bei Martina und natürlich bei Pattydoo.

Zusammen mit Eva ging es dann auch nochmal ins Localino, italienisch essen. Am Vorabend waren wir dort schon mit Grete und waren echt begeistert. Tolles Essen, reelle Preise und eine nette Bedienung- perfekt nach einem anstrengenden Messetag. Das Lokal findet man auch völlig unterzuckert- es ist nur 1 km immergeradeaus vom Messeausgang entfernt und man braucht nicht mal ein Navi.....

I´m a bad blogger- es gibt kein Foto von meinem Essen.
Ich war völlig ausgehungert :)

So, und jetzt kümmere ich mich mal um mein Profil im Header.
Bei "About Me" gehe ich dann morgen auf die Fragen ein, die Grete auf der Couch nicht stellen durfte.


Dienstag, 18. März 2014

Noch mehr Geldbörsen aus Wachstuch

Hoffentlich langeweile ich euch nicht: Schon wieder Geldbeutel.
Aber ich lasse mir gerade die letzten zwei Game of Thrones-Bände vorlesen, dabei nähe ich am liebsten Sachen, bei denen ich nicht soviel denken muss. 
Lacht nicht- inzwischen sitzt bei den Geldbörsen jeder Handgriff so gut, dass die sich quasi von allein nähen. Naja- fast zumindest. 
Das Wachstuch ist von Tula Pink, es lässt sich super kombinieren.


Zudem habe ich endlich das Amy Butler-Wachstuch angeschnitten. Bei dem Muster habe ich ein halbes Jahr überlegt, in welche Richtung ich es bei den Geldbeuteln verarbeite.
Schlussends habe ich beides genäht: Bei Grete längsgestreift, beim normalen Portemonnaie quer, da läuft das schön parallel zur Klappe.


Und hier noch der Termin vom Markt, für den ich das alles genäht habe:
Der findet in Weiler (bei Ellwangen) vom 27-29 Juni
im Obstgarten der Keramikerin Andrea Brenner statt.
Dort ist es so schön. Um dabei zu sein nehme ich gern den Geldbeutelmarathon auf mich.
Schnitte: machwerk
Stoffe: Die sind vom letzten Jahr, deshalb gerade günstig bei Etsy zu bekommen.

Ansonsten:

  • Der Siebdruckbereich nimmt so langsam Formen an. In einem Kellerraum richten wir den Arbeitsplatz ein und ich mache gerade die ersten Erfahrungen mit Siebchemie. Das ist spannend, aber leider noch nicht sonderlich vorzeigbar.
  • Am Wochenende bin ich auf der H+H in Köln. Im soganannten "lovely living room" sitzen ein paar Bloggerinnen in lockerer Runde zusammen und unterhalten sich bei Podiumsdiskussionen über für Ladenbesitzer spannende Themen.
    Und wenn ich dann dort auch solche Schachtelsätze von mir gebe, wird mich die gute Grete hoffentlich bremsen :)
  • Und weil ich dafür natürlich NICHTS anzuziehen habe, werde ich mit jetzt ein grünes Kleid nähen.

Donnerstag, 27. Februar 2014

Geldbeutel aus Leder nähen.

Die letzten Wochen sind hier einige Ledersachen entstanden- in erster Linie Geldbeutel für einen Markt im Sommer. Ich habe die unterschiedlichsten Lederqualitäten ausprobiert. Nie hätte ich gedacht dass das Material sich derart unterschiedlich verhält.

Da wäre zum Beispiel das dünne Lammnappa: Da geht eine 80-er Nadel locker durch, es lässt sich problemlos vernähen. Aber es ist so elastisch, dass man tatsächlich eine Einlage aufbügeln sollte:
Ich habe mich mit einem Lederrest vorsichtig an die Hitze herangetastet. Bei mittlerer Temperatur und einem zwischengelegten Backpapier hat die Vlieseline H250 schließlich soweit gehalten.
(Volumenvlies nicht auf Leder bügeln, meine Lederstücke haben die feuchte Hitze übel genommen.)

Lammnappa: Ist das nicht schon beim Angucken butterweich? Und das Portemonnaie liegt super in der Hand.)

Zum Schärfen (am Rand ausdünnen) der stärkeren Lederstücke habe ich zwei Hobel ausprobiert.
Für die Kanten der Geldbeutel ist mir der schwarze Hobel auf der linken Seite lieber. Mit dem silbernen Gerät lässt sich flächig arbeiten- das habe ich jetzt bei den Portemonnaies nicht wirklich gebraucht. Aber die Kanten legen sich beim Verstürzen viel williger um, wenn das Leder dünner ist.
Falls ihr Lederhobel kaufen möchtet- vergesst nicht ausreichend Ersatzklingen zu bestellen. Die Dinger werden schnell stumpf.
Man sollte eine Glasplatte als Untergrund nehmen. Auf der alten Fliese hier rutscht zwar das Leder nicht so sehr, aber man muss  viel mehr aufpassen, dass die Klinge nicht abrutscht. Dann ist die Klinge nämlich futsch. (Ratet mal, woher ich das weiß....)


Ansonsten sind für den Sommer noch ein paar klassische Geldbeutel entstanden.



Schließlich brauche ich eine Rechtfertigung, warum ich an keinem schönen Wachstuch vorbeigehen kann.

Ein paar andere laminierte Baumwollstoffe liegen noch auf dem Zuschneidetisch und ich freu mich richtig, für sie das passende Innenleben zu finden. Weniger schön: Das Aufräumen hinterher......