Montag, 16. Januar 2017

Einen verdeckten Reißverschluss in ein Kissen nähen, ein Hirsch und eine Greten-Gewinnerin.


Irgendwie ist es nach den Weihnachtsferien, dem Jahreswechsel und dem ganzen Schnee diesmal besonders schwer, in einen geregelten Alltag zurückzufinden.
Dabei wollte ich ja schon längst die Greten-Gewinnerin auslosen und bekannt geben:


Herzlichen Glückwunsch, Daniela!

Aus den restlichen Stoffen der Grete habe ich zwischen den Jahren neue Kissen genäht, der Stoff passt einfach zu gut zu unserer neu gestrichenen Wand.
(Der anthrazit-güldene Hirsch war das Weihnachtsgeschenk der Tochter, gefaltet nach dieser Anleitung bei Instructables.)

Bei dieser Gelegenheit habe ich mal fotografiert, wie ich anfängertauglich ohne viel Messerei einen verdeckten Reißverschluss in ein Kissen nähe. Da ist viel einfacher und sauberer als ein Verschluss in der Seitennaht!

Zuerst schneidet ihr euer Rückteil 5 cm höher zu als euer normales Maß- wenn euer Kissen also 40 x 40 cm groß ist, dann schneidet ihr das Rückteil incl NZG nicht 42 x 42 cm, sondern 47 x 42 cm.
Dann schneidet ihr es an der Stelle auseinender, wo ihr den Reißverschluss haben wollt.
(Ich bekomme so zwei Teile: 37 x 42 cm und 10 x 42 cm.)
Zuerst nehmt ihr das größere Stück und bügelt es an der Schnittkante um, nehmt dabei einfach euren Reißverschluss als Maß:

Dann teilt ihr das 45 cm lange Stück Reißverschlussmeterware und näht ein Band so an:
dann näht ihr das andere RV-Band an der Schnittstelle des schmäleren Stoffstücks (rechte Stoffseite!) an:


Schon ist das Rückteil eures Kissens fertig.
Das geht so schnell, da habt ihr bestimmt noch Zeit, nette Paspel ins Kissen einzubauen :)

Ich habe mich in den Ferien immer mal wieder mit einem Kaffee aufs neu gestaltete Sofa gesetzt und genüsslich in Suschnas neuem Werk geschmökert. Die Einteilung in kleinste Kapitelchen ist genau das richtige Maß für eine kleine Lektüre zwischendurch.
Wie schon das Vorgängerbuch liest sich "Am Rockzipfel" wunderbar. Es ist gespickt mit gut recherchiertem Wissen rund um die Herkunft textiler Sprichworte. Diesmal dreht sich alles um Kleidung, das war genau das richtige Thema für mich!

(Ich habe die Bücher im Shop und freue mich sehr, das unabhängige Projekt damit zu unterstützen. Ihr bekommt das Buch aber auch direkt und vielleicht mit Widmung direkt bei Susanne.)

Und sonst so?
Ich freunde mich nach fast einem Jahr Fremdelei gerade mit meiner Covermaschine an und freue mich über die dicken Raupen, die auch gar nicht sportlich daherkommen müssen.
Aber das zeige ich euch demnächst. :)

Mittwoch, 21. Dezember 2016

Das große grüne Glück und eine Verlosung.

Es gibt immer mal wieder Phasen, wo ich wie wie ferngesteuert zu den gleichen Farben greife. In diesem Herbst war eine große grüne Lederhaut der Impulsgeber für die neue Lieblingsfarbe: Schilfgrün. 
Ich habe einfach alles mit Schilf kombiniert und mir sogar passende Reißverschlüsse besorgt. Nur schilfgrüne Stiefel waren einfach nicht aufzutreiben......

Silber und Schilf? Super.
Türkis (meine Sommerliebe 2016) passt auch prima zu Schilf. Grete hatte sogar eine inzwischen vergriffene Stoffserie, die die beiden Farben auf´s Schönste vereint.
Und Schilf pur? 
Geht auch. Das tolle Leder braucht nur ein paar Silberakzente (aka Reflektorpaspel) um zu wirken.

Gefüttert habe ich die Carpet Bag  mit einem sehr gut abgelagerten Stoffschätzchen, anscheinend hatte ich schon vor 10 Jahren eine Vorliebe für gebrochene Grüntöne.
Der Rest des Futters wurde zu einem Weihnachtskleid, das zeige ich mal bei besserem Fotolicht.
(Das Taschenfutter passend zum Kleid? Ja, genau. Näherinnenglück!)

Etwas länger habe ich dann über die neue Wandfarbe im Wohnzimmer nachgedacht, aber ein etwas helleres Schilf und mit einer Prise Senf? Passt!
(Und der Rest der Familie hält sich zum Glück in solchen Fragen immer dezent zurück.)

Ich hatte im Zuge der häuslichen Renovierung übrigens kurz überlegt ob ich  meinen seit 10 Jahren unveränderten grünen Bloghintergrund anders gestalte. Aber diese Farbe entspricht fast dem wunderschönen Pantoneton des Jahres 2017.
Also lasse ich das lieber.
Corporate Identity und so. 😊


Hier sind sie nochmal vereint: Türkis und Schilfgrün, meine Lieblingsfarben 2016. Und wem das auch gefällt, der kann hier oder bei Instagram bis zum heiligen Abend einen kurzen Kommentar hinterlassen. 
Ich verlose diese große Ledergrete:

Teilnehmen könnt Ihr mit einem Kommentar hier im Blog. Eine zusätzliche Gewinnchance gibt es über Instagram.

Teilnahmeschluss ist der Heilige Abend 2016, Mitternacht.
Der Gewinner wird mit dem Randomgenerator ermittelt, hier bekanntgegeben und von mir kontaktiert. Hinterlasst also bitte eine Mailadresse wenn ihr kein Blog habt.

Viel Glück!


Sonntag, 27. November 2016

Stoffspielereien: Stoffreste - Ein Tutorial für ein Nadelkissen für´s Handgelenk



Handgelenksnadelkissen sind für mich inzwischen richtig wichtig und das beste Mittel gegen planlos umherfliegende Nadeln. Gerade in Nähkursen sind sie unverzichtbar. Muriel meinte gestern im Workshop sogar, dass sie reflexartig Nadeln in Richtung Handgelenk steckt, auch wenn sie kein Nadelkissen trägt. Da es mir genauso geht habe ich mein verschollenes Nadelkissen schmerzlich (wörtlich!!) vermisst und mir in dieser Woche endlich ein neues genäht.

So ein Nadelkissen ist die perfekte Verwertung für kleinste Stoff- und Lederfitzel. Darum lasse ich euch im Zuge der heutigen Stoffspielereien  (Thema Stoffreste) mal beim Nähen über die Schulter gucken.

Zuerst schneidet ihr 10 Stoffquadrate mit 5 x 5 cm zu, dazu kommt ein Lederrechteck mit 8 x 5 cm. Das Leder ist später an der Rückseite des Nadelkissens und verhindert, dass ihr ihr euch mit schwungvoll eingestecken Nadeln piekst. ( Das war die Schwachstelle des alten Kissens.)
Achtet darauf, dass beim Layout an den gegenüberliegenden Kanten unterschiedliche Stoffe sind!

Nun näht ihr die Elemente jeder Reihe  mit 1 cm Nahtzugabe zusammen (Stichlänge 2) und bügelt die Nahtzugaben auseinander. 
Dann werden die Reihen zusammengenäht, dabei wird die Nahtzugabe so auf eine Seite gebügelt, dass das Leder flach liegt:
Das Stück wird zur Hälfte gefaltet, achtet dabei darauf, dass die Nahtstellen perfekt aneinander stoßen. Steckt diese Stellen am besten mit einer Stecknadel zusammen.
Zum Schluss wird das Teil noch einmal so gefaltet dass sich die spätere Form des Nadelkissens ergibt, diese Naht wird zur Hälfte geschlossen. Durch die verbleibende Öffnung wenden.

Mit Füllwatte oder Schafwolle stopfen. (Irgendwo habe ich mal gelesen dass man da auch Vogelsand nehmen kann, der würde die Nadeln schärfen. Aber für´s Handgelenk ist das wohl zu schwer. Hat jemand von euch Erfahrungen mit Sand als Füllung?)
Die Wendeöffnung mit einem Matratzenstich sauber schließen.

An den Ecken mit zwei Steppnähten einen Gummi für das Handgelenk annähen.
Fertig!

Nochwas zum Thema Nadeln:
Absolut dekorativ aber leider genauso unbrauchbar sind die Herzchen- oder Sternchennadeln die man so kaufen kann. Viel zu dick!
Super sind die dünnen Nadeln die man im Quiltbereich verwendet, sie sind schön lang und man kann prima über den flachen Kopf bügeln. Leider verbiegen sie sich leicht.
Ich verwende in der Regel die Klassiker mit dem runden Kopf.
Und meine maßschneidernde Freundin Angelika schwört auf die klassischen dünnen Stahlnadeln ohne Kopf.

Steckt eure Nadeln wenn es geht nicht parallel zur Stoffkante sondern quer dazu. Dann könnt ihr einfach über die Nadeln nähen und müsst sie nicht unter dem Nähmaschienenfuß herausziehen. Falls das nicht geht steckt sie so, dass der Kopf beim Nähen in eure Richtung zeigt, dann könnt ihr sie problemlos kurz vor dem Nähen an dieser Stelle entfernen.
Und natürlich gleich in euer neues Handgelenksnadelkissen stecken. :)

(OK, das ist nun keine experimentelle Stoffspielerei im eigentlichen Sinn, aber besser kann man meiner Meinung nach keine Reste verwerten. Und ein schönes Geschenk für die ein - oder andere nähende Freundin wäre das vielleicht auch......)

Mehr Stoffresteverwertung findet ihr heute bei Lucy- vielen Dank für das Sammeln!

Donnerstag, 10. November 2016

Die Taschen der Anderen.

Nach der Freigabe eines neuen eBooks beginnt immer das bange Warten, ob denn auch alle mit dem neuen Schnitt zurechtkommen. Jetzt nach 10 Tagen bin ich beruhigt- keine großen Fehler, keine Änderungen.
Meine Probenäherinnen haben gute Arbeit geleistet.
Oben seht ihr die Reisetasche von Nicole, sie wohnt ganz in der Nähe und bekommt die neuen Schnitte immer als eine der ersten. Und dann legt sie los...
Nicole ist unglaublich begabt und hat ein Händchen für außergewöhnliche Stoff- und Farbzusammenstellungen.
Sie hat die hinteren Tasche der Jeans als Innentasche aufgesetzt und als Verschluss genommen- ist das nicht eine phantastische Idee?


Diese Projekttasche begleitet sie in die verschiedenen Nähkurse und ich freue mich sehr, dass Nicole seit Jahren in den Aalener Workshop kommt. 

(Der Kurs beginnt heute Abend und geht bis Samstag- ich bin sehr gespannt, was da entstehen wird!)

Ich bin wirklich froh, dass mich im Vorfeld so viele Näherinnen unterstützen:

Die erste Textkorrektur macht immer meine Freundin Heike, sie hat die Carpet Bag ganz klassisch aus einem Gobelinstoff  umgesetzt. Sie wird noch eine ganze Reihe Kulturbeutel auf Weihnachten nähen. Die ersten Taschen sind ihrem Blog zu sehen.
Sabine ist auch sehr wichtig, sie schreibt selbst sehr gute Taschenanleitungen und bringt mit ihrer großen Erfahrung ganz eigene Ideen ein. Sie hat die Träger aus Gurtband aufgesetzt, das gibt eine ganz andere Optik.
Auch Monika ist von Anfang an dabei, sie hat die Tasche so umgesetzt wie sie auch Mary Poppins gefallen könnte. Ihre konstruktiven Änderungsvorschläge schätze ich sehr!
Grete ist auch schon lange dabei und sogar Namenspatin meines Geldbeutelschnittes. Sie näht die Schnitte immer aus brandaktuellen Stoffen.
Ihre Schwester Katharina ist eine sehr gute Näherin und ich schätze ihre konstruktive telefonische Kritik. Ihr Taschenset in Herbstfarben ist sehr schön geworden!
Sandra hat auch die Reisetasche und den Kulturbeutel genäht. Sie macht immer sehr tolle Beispielfotos- guckt mar rüber ins Blog. Die Reisetasche als Katzenkorb ist so nett!
Barbara hat ihren echten Harris-Tweed angeschnitten- klassischer Stoff, klassische Taschenform- aber in einer absolut bemerkenswerten Farbe!
Ihre Bürotasche und ihre Handtasche  sind sehr sorgfältig verarbeitet- der Einsatz von Paspeln lohnt sich immer :)
Katrin (katteilchen via Instagram) hat ebenfalls Paspel vernäht. Ich finde ihren Kulturbeutel ausgesprochen schön.

Alle anderen Taschen von nichtbloggenden Kursteilnehmerinnen stelle ich noch bei Pinterest ein- da kommen vom Aalener Workshop sicher noch einige dazu.

Vielen Dank an alle Vorab-Testerinnen. 
Ihr seid die BESTEN!

P.S.: Etwas Angst hatte ich nur, dass mir die Rahmen ausgehen, deshalb habe ich nach ein paar Tagen die Abgabemenge bei den kleinen Exemplaren auf 2 Stück pro Kauf beschränken müssen.

Aber auch da ist Nachschub unterwegs und ich kann am Montag das Limit (vorerst) aufheben. Damit ihr ungebremst Weihnachtsgeschenke nähen könnt!

Montag, 31. Oktober 2016

Carpet Bag - eine Tasche in 4 Größen


Die Carpet Bag- damit habe ich mir einen Herzenswunsch erfüllt- und einigen von euch hoffentlich auch.

Durch die Verwendung eines Taschenrahmens bekommt die Tasche auf einfache Weise eine schöne Form.
Der Eingriff ist sehr groß, die Tasche bleibt im geöffneten Zustand stehen und man hat einen guten Überblick über den Inhalt. Durch einen Federmechanismus schnappt der Rahmen zu und der Inhalt ist sicher verwahrt.
Soft&Stable oder Style-Vil als Einlage stabilisieren den Taschenkörper und geben ihm ausreichend Stand und Substanz.

Bei dieser Tasche habt ihr die Wahl zwischen vier verschiedenen Größen:

·          Mit der kleinen Variante (S-Rahmen, 24 cm) könnt ihr einen Kulturbeutel nähen. Das geht ratzfatz und ist ein echtes Anfängerprojekt. Toll ist dann der Aha-Effekt, wenn der Rahmen am Ende eingezogen wird.
(Der Kulturbeutel ist 32 cm x 20 cm x 14 cm groß)
·         Die mittlere Version (M-Rahmen, 30 cm) ist perfekt als Schultertasche. Die äußere Reißverschlusstasche  bietet Platz für die wichtigsten Sachen wie Geldbeutel und Haustürschlüssel. Wahlweise könnt ihr sie mit zwei Henkeln versehen oder mit einem Schulterriemen. (40 cm x 22 cm x 14 cm)

·         Die große Version (L-Rahmen) benötigt einen 40 cm breiten Rahmen, darin haben dann ein Laptop und ein Ordner Platz. Und noch eine Wasserflasche und Bücher  zusätzlich (56 cm x 33 cm x 20 cm)
·         Die extragroße Version (XL-Rahmen, 50 cm) ist prima als Reisetasche, sie könnte auch gut als Handgepäck mit in den Flieger genommen werden. Oder in die Sauna oder das Schwimmbad. (67 cm x 34 cm x 24 cm)

Die Carpet Bag ist sehr einfach zu nähen, das macht die Tasche auch zu einem Projekt für zwischendurch. Vor allem die Kulturtasche ist das perfekte Geschenk- schnell genäht, sehr praktisch und mit dem Rahmen auch wertig. Und man kann sie noch mit den Lieblingssachen der Beschenkten bestücken. 

Das eBook bekommt ihr wie immer bei daWanda und im Shop. Dort findet ihr auch die Taschenrahmen und passende Metallteile.




Sonntag, 30. Oktober 2016

Stoffspielereien: Blätter (Ecoprint)


Als langjährige Leserin des Jeromin-Blogs sind mir die Ecoprints immer mal wieder begegnet- ich fand sie technisch toll, farblich aber eher naja.
Erst als ich die Stoffe in Brunhildes Atelier aus der Nähe begutachten konnte und diese unglaubliche Tiefe und Vielfalt in ganz engen Farbspektren gesehen habe, da war klar: Das probiere ich mal aus.
Und zwar gleich zu den Stoffspielereien des Monats Oktober zum Thema Blätter.

Deshalb habe ich ein paar Tage nach meiner Rückkehr aus Speyer das Ecoprint-Einsteigerset bestellt.
Dazu auf Sabines Anraten noch etwas Beize für kontrastreichere Drucke und einen Coupon Wolletamine für ein Kleid.

Das Besondere bei Ecoprint ist es, dass die Blätter nicht nur die Form abdrucken, sondern tatsächlich Farbgeber sind.

Der mit Eisen- und Kupfersalz gebeizte Schal wird feucht ausgebreitet und mit Blättern belegt.
Wir haben neben den im Set enthaltenen Eukalyptusblättern auch Walnuss, Rose, Ahorn, Perückenstrauch und Kirschlorbeer verwendet.
Der Schal wurde zur Hälfte belegt, umgeklappt und sehr eng um ein Kunststoffrohr gewickelt. Fixiert wurde das Bündel mit Perlgarn. In einem Farbsud aus einem Akazienextrakt wurde die Roulade dann eine Stunde gesiedet.
(Die zweite Rolle ist ein Experiment mit Baumwolle und Wollfilz, dazu nächste Woche mehr.)
Wir haben die Rollen über Nacht im Topf belassen und am nächsten Morgen die Knoten gelöst.
Das hat sich angefühlt wie das Geschenkeauspacken zu Weihnachten.
So spannend!
Beim hier noch nassen Stoff ist der Effekt ganz gut zu sehen. Weiter außen an der Rolle sind die braunen Farbstoffe noch sehr dominant und die Wicklung des Garns bildet ein schönes Muster. Ins Innere der Roulade sind weniger braune Farbanteile eingedrungen, dort sind die Blätterabdrücke gut zu erkennen.

Wolletamine ist ja recht locker gewebt, so haben die Blätter teilweise durch mehrere Lagen gefärbt. Ziemlich unberechenbar, das Ganze.
Aber farblich so schön!

Da der Schal gleich in den Besitz der Tochter überging habe ich mich an das große Stück Stoff gewagt.
Die Blätter habe ich etwas gezielter ausgelegt um verschieden gemusterte Partien für ein Kleid zu bekommen. Da der zweite Zug eines Suds in der Regel heller färbt habe ich noch Zwiebelschalen dazu gegeben.
Nach einer Nacht habe das Bündel ausgepackt. Aus der Ferne ist das wieder ziemlich matschig, oder?


Aber aus der Nähe ist für Eingeweihte so viel zu entdecken:
Warum färbt z.B. das eine Rosenblatt nur an der einen Seite braun und gegenüber sind nur Spuren? Wo doch das Rosenblatt an der Schulter auf beiden Seiten gleich färbt?
Und warum färbt der Ahorn hier gar nicht?
Fragen über Fragen.

Um das ganze aus der Beliebigkeit zu holen werde ich die nächsten Wochen noch etwas auf dem Stoff herumsticken. Ein paar entschiedene Sashikostiche und Knötchen tun dem Kleid sicher gut.


Fazit: Ich habe bei Gestaltungen meist ein konkretes Bild im Kopf auf das ich hinarbeite. Das geht hier nicht.
Wenn man aber bereit ist etwas loszulassen und dem Zufall Raum einräumt, dann ist diese Technik sehr spannend. Und Ecoprint ist ein Experiment, das allen Beteiligten großen Spaß gemacht hat.
Das Einsteigerset ist sicher das ideale Weihnachtsgeschenk für experimentelle Textilerinnen.

Jetzt aber zu meinen Mitspielerinnen, ich bin gespannt zu welchen Sachen euch das herbstliche Thema inspiriert hat!

  • Tyche (ohne Blog) hat ein Beret mit vielen gehäkelten Blättern dekoriert
  • Ines hat Ahornblätter auf Leinen gedruckt
  • Ute hat das Ecoprinting super dokumentiert und zeigt die Abrücke der einzelnen Pflanzen.
  • Karen vererbeitet SnapPap ganz filigran zu einer Handyhülle.
  • Karen (cambiocarma) interpretiert das Thema mit Sashikostickereien auf einer Tasche
  • Ute hat Blätter aus gefärbten Grüntönen zusammengenäht- tolles Patchwork!
  • Suschna greift nochmal die Goldstickerei vom letzten Monat auf und gesteltet zusammen mit Naturmaterialien eine Brosche
  • Gabriele stickt auf Filz und bekommt so schöne Blätterbroschen. 
  • Lucy hat Blätter gedruckt und stickt noch Akzente dazu

Am 27. November wird Lucy im Nahtzugabe-Blog Gastgeberin sein. Thema: Stoffreste.

Die monatliche Stoffspielerei ist eine Aktion für textile Experimente. Sie ist offen für alle, die mit Stoff und Fäden etwas Neues probieren möchten. Der Termin soll Ansporn sein, das monatlich vorgegebene Thema soll inspirieren. Jeden letzten Sonntag im Monat sammeln wir die Links mit den neuen Werken – auch misslungene Versuche sind gern gesehen, zwecks Erfahrungsaustausch.



Freitag, 28. Oktober 2016

Im Vorfeld eines neuen Taschenschnittes


Muriel hat mich im Podcast gefragt, wie lange ich für ein eBook brauche. Klar ist das je nach Modell verschieden. Aber ich kann mit Sicherheit sagen, dass ich vom Wunsch bis zur Verwirklichung noch nie so lange wie diesmal gebraucht habe.

Als großer Mary Poppins Fan wollte ich schon immer eine richtig große Carpet Bag. Aber für Selbernäherinnen ist das gar nicht so einfach. Diese Taschen brauchen viel Stabilität für den Rahmen, da hatten die herkömmlichen Vlieseinlagen zu wenig Substanz. Erst als Grete Soft&Stable auf dem deutschen Markt bekannt gemacht hat konnte ich mich auf die Suche nach passenden Taschenrahmen machen. 
Um die zu fairen Preisen anbieten zu können habe ich wieder direkt vom Produzenten gekauft, das hat auch den Vorteil, dass ich genau meine Wunschgrößen bekommen habe.
Fragt nicht, wie langwierig dieser Entwicklungs- und Entscheidungsprozess war.
Und da ich mich dann doch nicht festlegen konnte habe ich schließlich alle 4 Größen herstellen lassen.

Hier seht ihr die zweitgrößte Version, da hat ein dicker Ordner Platz und zusätzlich noch das Laptop und Bücher. Das ist die ideale Größe für die Uni oder die Oberstufe. Und sie macht auch auf dem Weg zum Steuerberater eine gute Figur.
(Den Stoff hat mir eine nette Teilnehmerin des Münchner Workshops überlassen, sie hat sich draus eine Arya genäht. Man braucht tatsächlich recht wenig Stoff für die Größe, 30 cm reichen wenn wie hier einfarbiges Material dazu kombiniert wird.)

Zu den schönsten Dingen im Vorfeld gehört es dann, wenn sich meine Testerinnen tollen Modelle ausdenken. Heike hat schon eine Serie genäht und gestern kam Nicole mit einem extravagenten Kulturbeutel vorbei:
 Aber es geht natürlich auch klassischer: Diese Version haben wir schon seit längerem in Gebrauch- hier könnt ihr auch die ursprüngliche Version der Taschengelenke sehen. Die ist auch ok, aber im Shop werde ich vorerst nur die hochwertigeren und schöneren Ellenbogengelenke anbieten.
Sie lassen sich viel einfacher montieren und machen mehr her :)

Außen ist selbst gefärbter und gewachster Zeltstoff, innen Punktewachstuch vom Stoffekontor.
(Übrigens feiert das Stoffekontor heute 10-jähriges Bestehen. Herzlichen Glückwunsch, Anja!)

Den Schnitt wird es ab Montag im Shop geben, die Rahmen habe ich schon eingestellt- für alle die am Montag ungebremst loslegen wollen :)