Mittwoch, 6. März 2019

MMM: Animalprint - Kleid mit grünen Blenden



(Werbung wegen Markennennung)
Ich habe letztes Jahr bei Best off in Österreich einen wirklich tollen Animalprint-Coupon gekauft, das Muster ist nicht zu groß und auf einen schwereren Interlock gedruckt. Aber in meiner Umgebung war ich wohl die einzige, der das gefallen hat.... 
Aber als wir letzte Woche ein paar Tage in London waren sind sie uns aber überall förmlich entgegen-gesprungen: Animalprints.

Es war also höchste Zeit den Stoff zu vernähen- aber um das wilde Muster ein wenig zu erden habe ich es mit meinem derzeitigen Lieblingsgrünton kombiniert.
Und so passt das Kleid nun perfekt zu meinem Wintermantel.
(Der ist allerdings gekauft- Es ist nämlich kein Spaß, hochflorigen Mohairflausch zu verarbeiten.)


Der Schnitt ist altbewährt: Das ist das Kleid #1 von Rosa P.
Es sitzt bei mir gerade im Rücken- und Armbereich sehr gut. Es ist gerade geschnitten ohne sackig zu sein. Und es ist wirklich schnell genäht.


Mit dem Kleid reihe ich mich mal wieder bein MMM ein- und hoffe auf weitere Inspirationen, ich hab nämlich noch etwas von dem Jersey da und würde den dann gleich vernähen.
Solange der Anmalprint noch so aktuell ist.
(Danke an meine Freundin Irene für die Bilder im Wintergarten. Bei dem Wetter ist das Fotografieren sonst kein Sapß....)

Sonntag, 24. Februar 2019

Stoffspielereien: Farbverlauf ( Färben mit Procion MX )


Die Stoffspielereien des Monats Februar drehen sich um Farbverläufe- ein Thema das geradezu nach Pigmentpanschereien ruft!
Die Gastgeberin des Themas, Christiane ist da ja Expertin und ich habe ihren Blogbeitrag zu Farbabstufungen dazu noch in guter Erinnerung.
Das phantastische Wetter der letzten Woche war dann auch perfekt um mit Procion zu färben, das mache ich nämlich am liebsten auf der Terrasse.

Ich erspare euch jetzt die färberischen Details in allen Einzelheiten, dazu gibt es bei meinem Farblieferanten Jeromin (dort gibt es auch Kurse zum Thema), hier, hier und auch bei Christiane schon viele Informationen.
Ganz grob und damit ich es später auch nochmal nachlesen kann :)

  • Farblösung neutral: 20g schwarz und 5 g braun auf 250 ml Salzwasser (200g/l) 
  • Farblösung bunt: 20g (gelb kalt und warm) 25 g (blau) auf 250 ml Salzwasser
Der Stoff ( je 50 cm x 70 cm Halbleinen und 30 cm x 50 cm bestickte Baumwolle) wird eine halbe Stunde in Wasser eingeweicht und ausgewrungen. Dann wird er in die Plastikbeutel geschichtet. Dazu kommt dann die 50 ml farblich abgestufte Farblösung und nochmal 50 ml Salzwasser. Das ganze wird dann gleich gut durchgeknetet damit sich die Farbe gleichmäßig verteilt.


Falls etwas ausläuft und zur besseren Befüllung stehen die Beutel in alten Joghurteimern. 


Nach einer Stunde kommt in jeden Beutel 120 ml Sodalösung zur Fixierung ( 3 EL Waschsoda aus der Drogerie auf 1 l Wasser). Das wird dann nochmal gut geknetet und über Nacht warm stehen gelassen.
(Glaubt mir, das ist der schwierigste Teil. 
Diese Neugier wie das wohl herauskommt. Schrecklich.)


Hier seht ihr ganz gut dass die Farbe fast komplett aus der Flotte in den Stoff aufgezogen ist.

Das ganze wird ausgewaschen (der lästigste Teil)
und dann mit einem Spülprogramm (mit Entkalker) und einem darauffolgenden 60 Grad Waschgang in die Waschmaschine gesteckt.

Das Aufhängen ist ein Highlight, gefolgt vom genussvollen Bügeln- erst dann kommen die Farben richtig heraus.


Dann hatte ich eine neutrale Farbreihe und zwei Farbreihen vom warmen Gelb zum Blau und vom kalten Gelb zu Blau.

Diese Farben habe ich gemischt weil ich gerne aus alten Tischdecken Stoffe färben wollte, ich wollte gerne neue Sets passend zu unserem Geschirr und den neuen Stühlen.
Und klar- das ist farblich grundsätzlich mein Beuteschema :)


Ich habe etwas mit dem Layout herumgespielt- die Größe der Quadrate war durch die handgestickten Blüten vorgegeben, die wollte ich unbedingt integrieren.

Das war mir irgendwie etwas zu bunt, deshalb habe ich die gelben Quadrate weggelassen und die Farben reduziert:
Das mochte ich schon lieber- einfach und klar.
Und hier habe ich dann 30er Jeansgarn zum Absteppen genommen.
Und mit dem Layout gehe ich in Serie: Drei Farben und markante Absteppungen.

Ich mag die Details wie die Paspel am Rand:

und die überfärbten Stickereien:

Während ich am Samstag die Sets genäht habe hat die Tochter gekocht. Wir haben die ersten Sets  auch gleich eingeweiht.
"Bittebitte nicht kleckern, ich muss die Dinger noch fotografieren :)"


Es gab gebratene Okras und Kochbananen-Matoke aus Meera Sodhas Indien-Kochbuch.

Ich werde die nächsten Monate dieses Layout vergrößern und aus den großen Halbleinenstücken einen Quilt nähen. Und noch ein paar weitere Sets, die kleinen Dinger machen so viel Freude weil sie täglich in Gebrauch sind......

Danke, Christiane für das schöne Thema,
in ihrem Blog gibt es auch Procion-Färbereien und viele Links zu anderen kreativen Frauen die sich mit dem Thema beschäftigt haben.

Die monatliche Stoffspielerei ist eine Aktion für textile Experimente. Sie ist offen für alle, die mit Stoff und Fäden etwas Neues probieren möchten. Der Termin soll Ansporn sein, das monatlich vorgegebene Thema soll inspirieren. Jeden letzten Sonntag im Monat werden die Links mit den neuen Werken gesammelt – auch misslungene Versuche sind gern gesehen, zwecks Erfahrungsaustausch.

Weiter geht es am 31.3. bei Karen mit dem Thema "Geometrtie"




Sonntag, 16. Dezember 2018

Bratapfellikör


Neulich haben wir bei einer thermomixenden Nachbarin einen phantastischen Bratapfellikör getrunken. Mit dem Sahnehäubchen macht der richtig was her und schmeckt zudem noch sehr gut  und winterlich.
Im Netz gibt es eine Vielzahl an Rezepten, ich habe etwas kombiniert und eine weniger süße und etwas gehaltvollere Variante (der Wein wird nicht mit erhitzt!) zusammengebastelt. Mit ein paar weihnachtlichen Gewürzen extra, aber das kann man ja je nach Gusto variieren.

1 l Apfelsaft (ich habe den klaren Saft genommen, das schaut bei einem Likör appetitlich aus)
150 g braunen Zucker
8 Nelken,
5 Kardamomkapseln
3 Sternanis
2 ausgekratzte Vanilleschoten mit dem Mark

.... alles erhitzen, nach 15 Minuten Kochzeit abkühlen lassen und die Gewürze abseihen.

Mit
350 ml Calvados (da geht vermutlich auch Apfelkorn)
200 ml Amaretto
200 ml Weißwein
aufgießen

Abfüllen. :)
Bei mir hat das drei größere Flaschen gegeben, wenn ihr das Rezept verdoppelt habt ihr zum einen keine Calvados-Reste und zum anderen tolle last-minute-Geschenke.
Denn die drei Flaschen sind definitiv zu wenig.

Wir haben den Likör erwärmt und mit einer Sahnehaube versehen, das schaut toll aus und ist ein perfekter Digestif nach dem Weihnachtsessen.

Sonntag, 25. November 2018

Stoffspielereien: Sterne

Ines hat als vorweihnachtliches Thema "Sterne" vorgeschlagen- und wie auch der heilige Abend kam das letzte Novemberwochenede völlig überraschend. In meinem Instagramfeed  sind am Freitag die ersten Teaser aufgetaucht und ich bin ziemlich erschrocken. Aber zum Glück gibt es in meinem Bücherregal die Allzweckwaffe gegen Ideenlosigkeit: Manipulating Fabric von Colette Wolff.

Und tatsächlich waren Sterne zu finden wenn man denn wollte :)


Vor das Nähen hat Frau Wolff das Konstruieren gestellt: Dreiecke, Vierecke und Fünfecke habe ich jeweils mit 7 cm Kantenlänge ausgeschnitten und ein grobes Layout erstellt.


Dann werden die Fünfecke auf die Vierecke
und die Vierecke auf die Dreiecke genäht:


Übrig bleibt eine Seite durch die man Füllwatte stecken kann. Diese Seite wird dann beim Aneinandernähen der Elemente zur Mitte gelegt und so verschlossen.


Das war etwas frickelig, vor allem weil die türkise Siemens-Seidenkrawatte äußerst unkooperativ war und immer wieder mal weggeflutscht ist.


Aber am Ende hatte ich den Kreis fertig. Die Ecken treffen bei weitem nicht perfekt aufeinander, aber in der Berg-und-Talfahrt geht das ziemlich unter.


Zuguterletzt habe ich noch eine dottergelbe Paspel am Rand entlang genäht.
Das Kissen ist nicht gefüllt, durch die ausgestopften Puffs ist das auch so fluffig genug.


Eine echten Sternenregen gibt es bei Ines: Guckt mal rüber und lasst euch inspirieren!


Was sind die Stoffspielereien?

Die monatliche Stoffspielerei ist eine Aktion für textile Experimente. Sie ist offen für alle, die mit Stoff und Fäden etwas Neues probieren möchten. Der Termin soll Ansporn sein, das monatlich vorgegebene Thema soll inspirieren. Jeden letzten Sonntag im Monat sammeln wir die Links mit den neuen Werken – auch misslungene Versuche sind gern gesehen, zwecks Erfahrungsaustausch.

Der vorläufige Plan für die nächsten Monate, kurzfristige Terminänderungen sind möglich:

Dezember: Weihnachtspause

27.01.2019: “Ich war einmal” – Upcycling bei Textile Werke
24.02.2019: „Farbverläufe“ bei Schnitt für Schnitt
31.03.2019: „Geometrie“ bei Feuerwerk by Kaze

Dienstag, 13. November 2018

Nepal- die Taschen der anderen


Erst mal vielen Dank für euer großes Interesse am neuen machwerk-Schnitt, ich habe mich sehr gefreut schon am Wochenende die ersten Modelle zu sehen.
Am Anfang ist es ja trotz aller Sorgfalt spannend, ob die Beschreibung auch klar ist und sich keine Fehler eingeschlichen haben. Aber nach ein paar Tagen Release bin ich immer beruhigt.

Auch Dank meiner Mitstreiterinnen, die schon im Vorfeld ein eBook genau lesen und testen.

Den Anfang hat diesmal Susanne gemacht, sie hat die allererste Version probegelesen, lektoriert und ausprobiert. Sie hat die grüne Tasche auch gleich mit Trägern aus Stoff genäht, ich finde das richtig harmonisch zu dem grauen Boden.


Die Variante mit den Rollschnallen an den Trägern hat bei Susannes roter Tasche auch gut funktioniert, hier war auch schon gut zu sehen wie unterschiedlich die Nepal wirken kann.

Dann habe ich den Schnitt mit in den Heidenheimer Workshop im kleinen Stern genommen, dort hat ihn Dana spontan ausprobiert.
Ich gebe zu, es ist nicht alles glatt gegangen, der obere Rand war noch etwas knapp bemessen, so hat Dana beim Einschneiden den Reißverschluss mit angeschnittten. Aber sie hat es sportlich genommen und das Reißverschlussband nochmal ausgetauscht. Und ich habe den oberen Rand von 5 auf 5,5 cm verbreitert, so ist auch bei stärkeren Materialien genug Spielraum.
Danke für deine Geduld, Dana!


Nach diesem ersten Live-Test haben dann meine Stamm-Probenäherinnen den Schnitt gemailt bekommen.

Ganz wichtig ist mir immer die Meinung meiner Kollegin elbmarie, sie hat eine Patchwork-Version genäht:


Und dann ist da noch Barbara, die ein tolles Gespür für besondere Materialien hat.


Barbara hat die Tasche aus Oilcloth genäht und ich habe mich sehr gefreut, dass sie das Probenähen zum Anlass genommen hat, wieder mal zu bloggen.

Ich vermisse nämlich ihre und auch Gretes Blogbeiträge schmerzlich, irgendwie ist es schade dass manche fast komplett zu Instagram gewechselt sind.
Dort findet ihr Gretes Tasche, sie ist wie Barbara Soft+Stable-Spezialistin und hat die Tasche mit der stabileren Einlage getestet.


Katrin ist ebenso bei instagram- sie hat eine reduzierte schlicht-schöne Tasche genäht:


Auch auf facebook ist die Nepal-Tasche zu finden: Susanne hat den Schnitt ausgiebig getestet und vier Taschen genäht:



Susanne hat ein Feuerwerk an Farben gezündet, aber auch eine schlichte schwarze Version  aufwendig bestickt.
 Vielen Dank für die dekorativen und fotogenen Beispiele!


Und zum Schluss haben meine Aalener FBS-Frauen die Nepal-Tasche hier bei mir im Haus genäht, aber das zeige ich euch demnächst.
(Und Ende der Woche gibt es auch die neuen Kurstermine für 2019.)

Den Schnitt findet ihr als Gratis-Download im Shop.
Dort gibt es auch alle passenden Materialien.

Mittwoch, 7. November 2018

Tasche Nepal, ein Gratis - eBook


Im Sommer kam meine Freundin Barbara zu mir und hat mich gebeten, eine ihrer Lieblingstaschen zu reparieren- jedoch war das inzwischen mürbe Kunstleder nicht mehr zu retten. Aber die schlichte Tasche hatte wunderschöne einschraubbare Ringe, die habe ich herausmontiert..
Ich versprach Barbara eine andere Tasche mit eben diesen Ringen....

Als ich dann im August die Idee eine komplexen Rucksacks aufgegeben hatte kam dieses Projekt gerade Recht- eine schlichte, schnell zu nähende Tasche mit interessanten Metallteilen als Hingucker.
Das eBook war dann recht schnell geschrieben.

Langwieriger ist immer die Entwicklung der Hardware. Ich wollte gern kleine Dornen oder eine raue Oberfläche im Inneren der Ringe, dann kann der Stoff nicht so leicht herausrutschen. Ein breiter, sicherer Rand musste auch sein.
Und ich wollte zusätzlich zum silber ein helles kupfer oder roségold als Oberfläche.


Das ist Barbaras neue Tasche, ganz nach meinem aktuellen Beuteschema in grau mit gelb :)
Kombiniert habe ich das Leder mit silbernen Ringen, ein paar Nieten und den metallisierten Reißverschlüssen. So ist auch eine schlichte Form nicht langweilig.
Und die Tasche ist so Basic, dass sich viele mit der Form anfreunden können. Das ist ja gerade im Hinblick auf die Weihnachtsgeschenke-Näherei ganz gut.


Wichtig ist ein Reißverschluss oben.


Und wichtig für mich als Paspel-Fetischistin ist der Keder am Boden, er definiert die Form nochmal etwas besser.
Die Paspel kann aber auch weggelassen werden, dann ist die Tasche noch einfacher zu nähen.


Die Träger werden mit Schnallen befestigt, etwas ähnliches habe ich schon mal bei einer Tasche unserer Bundeskanzlerin gesehen. (Lacht nicht!)

Das eBook gibt es als freie Anleitung im machwerk-Shop, ihr müsst euch auch nicht registrieren um es gratis herunterladen zu können.
Die Metallteile, Riemen und Schnallen gibt es auch dort, so sind alle Materialien gut aufeinender abgestimmt und ihr könnt euch auf die Stoffauswahl und Näherei konzentrieren.
Denn Weihnachten kommt in großen Schritten!

Schnitt: Tasche Nepal (freebook)
Metallteile, Träger und Co: machwerk-Shop
Leder: Reinhardt
roter Stoff der Tasche im eBook: kleiner Stern

Und Danke an meine Mitstreiterinnen, die die Tasche vorab ausprobiert haben,
diese Exemplare zeige ich die nächsten Tage.

Dienstag, 30. Oktober 2018

Minilu- ein Kulturbeutel von Elbmarie


Werbung! Minilu ist Elbmaries kleine Variante von Ludwig, der Reisetasche. Passend dazu hat sich Sabine einen Kulturbeutel nach dem gleichen Prinzip ausgedacht- den Schnitt habe ich vor dem morgigen Release bei makerist schon probenähen dürfen.

Das Material ist wie schon bei Ludwig mein gefärbter Rotkreuz-Zeltstoff, diesmal habe ich das mit mangogelbem Reißverschluss kombiniert den ich ganz eigennützig dafür in mein Shop-Sortiment aufgenommen habe.

Innen ist ein Dekostoff von Swafing, der liegt über 3 m breit und hat genau das richtige sonnige gelb. Der Boden ist aus Plane, das ist leichter abwaschbar.

Verstärkt habe ich Minilu entgegen der Anleitung mit Stylevil (Seiten, Boden und Deckel), das habe ich mit stärkerem Kontrastgarn aufgesteppt. Das gibt Stabilität und Struktur.


Minilu ist nichts für Nähanfänger, je kleiner ein Nähprojekt ist desto weniger werden Ungenauigkeiten beim Zuschnitt und Nähen verziehen- diese Erfahrung machen Geldbeutelnäherinnen immer wieder.
Aber Sabine nimmt die Näherinnen mit der Anleitung gut an die Hand: Wenn man sich an die Anweisungen hält sollte eigentlich wenig schief gehen.


Minilu haben wir dem Sohn letzte Woche mit nach Nepal gebracht, dorthin hat er im August schon den große Ludwig als Reisetasche genommen. Mit der wirklich geräumigen Toiltettentasche ist er auf jeden Fall gut gerüstet für weitere Reiseabenteuer im Anschluss an seinen Aufenthalt in Kathmandu.