Sonntag, 16. Oktober 2011

Schrägbänder


Überall in Bloggersdorf sind dezeit die unterschiedlichsten Sammlungen zu sehen- Bücher, Geschirr und Kameras- aber recht wenig Nähkram. Das hat mich echt gewundert.

Bei relativ vielen Umzügen habe ich gelernt, nichts zu sammeln. Außer eben Stoffe und Zubehör, das horte ich seit Jahren Jahrzehnten.
Und bei manchen Lieblingsstoffen habe ich richtige Verlustängste. Denn wenn ein Stoff weg ist, dann taucht garantiert ein Projekt auf, wo genau ein Schrägband in dem Muster ideal gewesen wäre. So ist das immer.

Deshalb schneide ich von vielen kleingemusterten Stoffen kurz nach dem Kauf einen Bändervorrat zu. Das erleichtert das Kombinieren enorm, da ich nicht immer einen Stoffcoupon aus dem Regal ziehen muss um zu gucken, ob der Farbton passt. Ich greife einfach zu einem in Frage kommenden Bündel Bänder und komme so manchmal auf ungeahnte Kombinationen.


Die Pinnwand ist hier nochmal genauer zu sehen. Himmel- was hat sich da in den letzten Jahren an Metern angesammelt. Ich glaube, ich muss das bald erweitern. :)

(Was die Frau Grete mit Stoffschnipseln macht ist übrigens auch sehen- und lesenswert. Ich hab mich gerade köstlich amüsiert.)
(Und mehr Sammlungen gibt´s bei bei Frau Pimpi- dort ist das alles vernetzt.)

Sonntag, 9. Oktober 2011

Vogelhäuschen


Während Heike und Verena heute ohne mich über den Ludwigsburger Stoffmarkt gehen, sitze ich mit Salbeitee auf dem Sofa. Husten, Schnupfen, Halsweh- zum vollen Erkältungsprogramm kommen jetzt auch noch Zahnschmerzen dazu.
Ätzend.

Aber ich will euch hier nicht volljammern. Ich zeige euch deshalb endlich mal den Ausblick, den ich seit ein paar Wochen von meiner Sofaecke aus habe.

Der Sohn hat vier Vogelhäuschen ausgesägt, die habe ich dann mit Stoffen beklebt.
Dazu eignet sich doppelseiteiges Klebebend nicht so gut, ich habe schlussends Sprühkleber genommen und die Rohlinge mit Stoffen bezogen.


Für die Struktur haben wir aus dem Wald einen großen Ast mitgebracht und an die Wand geschraubt.
Einige Stummel kleiner Äste habe ich stehen gelassen, da würden wir gerne in der Vorweihnachtsszeit einzelne Säckchen als Adventskalender aufhängen.

Auf dem Foto oben seht ihr gut die unterschiedlichen Tiefen der einzelnen Elemente- das hat auch einen Grund:
Jeder von uns vieren hier ist nämlich Vogelhausbesitzer und darf in seinem Haus maßgeschneidert den persönlichen Süßigkeitsvorrat deponieren.


Damit hat die Streiterei: "Du wusstest doch, dass das meine Müsliriegel sind" endlich ein Ende.
So können meine Schaummäuse auch endlich in Ruhe reifen, ohne dass die Restfamilie darüber herfällt. Ich mag die Dinger nämlich nur, wenn sie schon etwas härter sind. :)
Das Haus des Sohnes ist übrigens doppelstöckig- oben hat es über den Müsliriegeln noch Platz für 10 Tafeln Schokolade.
Heftig, oder?

(Aber Salbeitee mit viel Zitronenmelisse ist auch lecker...)

Dienstag, 4. Oktober 2011

Eva im Stoffparadies


Nach der Geburt der Kinder bin ich von einem kreativen Vollzeitjob in die Rolle der Mutter und Hausfrau geschlüpft. Diese Umstellung war nicht immer einfach.
Zum Glück gab es damals in Gundelfingen den Werksverkauf von Portofino. Da bin ich dann mit den Kindern hingefahren, wenn ich mich zwischen Haushalt und Windeln nicht mehr wohlgefühlt habe.
Für den Sohn und die Tochter gab es eine Spielecke und für die Mutter Nähzutaten und Inspiration satt.
Dann kam ich mit Massen an Stoffen, Bändern und Zubehör nach Hause und habe eben meine Kinder benäht. :)
Portofino und meine Nähmaschine waren damals ein echter Fluchtpunkt.

Vor ein paar Jahren hat das Outlet leider geschlossen und die Ostalb wurde zur echten Nähdiaspora.
Zum Glück gab es schon das Netz und ich habe meine Nähsachen eben online gekauft.
Oder bin zwei mal jährlich auf Stoffmärkte gepilgert.

Aber es gibt wieder einen Lichtblick.
Die Eva Uitz hat am Samstag in Heidenheim einen Laden eröffnet. Manche kennen sie ja vielleicht schon von ihrem DaWandashop, aber nun gibt es den "kleinen Stern" auch zum Anfassen:


Viele neue Stoffe, noch mehr Borten und Bänder, eine sehr sympathische Inhaberin- das ist wieder eine gute Anlaufstelle für alle Näherinnen hier in der Region.
Und am ersten Dezemberwochenende werde ich dort einen Workshop anbieten, da freu ich mich richtig drauf :)


Kleiner Stern,  Heidenheim, Wilhelmstr. 28
Die Öffnungszeiten sind DO und FR 9 - 17 Uhr und SA 10 - 14 Uhr.

Sonntag, 2. Oktober 2011

Neues Leben für alte Kleider- Oktober


Jungs haben eine merkwürdige Beziehung zu ihren Kapuzenjacken, das hat Catherine in ihrem Refashion-Beitrag herrlich beschrieben.

Auch der Sohn ist so ein Kandidat.
Sein erstes Band-Hoodie wurde jetzt 2 Jahre fast täglich getragen und war totgeliebt.
Die Ärmel waren ausgefranst, der Zip kaputt.
"Reparier mir das halt-" meinte der Sohn "du kannst das doch nicht wegschmeißen!"

Aber Nein- ich tausche prinzipiell keine Zips aus.
"Soll ich dir das Logo auf eine neue Jacke nähen?" habe ich dann vorsichtig gefragt. Aber das wurde kategorisch abgelehnt- das wäre nicht das Gleiche.
Nun denn- dann musste ich mir etwas anderes einfallen lassen, um der Jacke endlich den Garaus zu machen. (Denn eine Jacke die sich nicht schließen lässt, das geht ja gar nicht...)


Es gab dann eine neue Stifterolle, die er jetzt täglich weiter verwenden kann und dabei sentimentalen Erinnerungen an das erste Band-Hoodie nachhängen wird.
Und von seinem ersten Festival in Wacken träumt.


Und- wer weiß um welche deutsche Band es sich hier handelt? :)

Weitere Refashion-Projekte sammelt wie immer Lucy in ihrem unvergleichlichen Blog.
Danke für deinen monatlichen Schubs!

Dienstag, 27. September 2011

Nähkurs in Kassel- Nachlese....


So schaut es aus, wenn 7 Leute hochkonzentriert arbeiten....

Die zwei Workshop-Tage in Kassel waren von Verena sehr gut organisiert- von den Räumlichkeiten mit schönem Garten über Sekt, Selters und Suppe hat sie einfach an alles gedacht.
Es war perfekt- Danke Verena!


Die Gruppe war spannend, es waren von der Anfängerin bis hin zum Profi alle dabei.
Genau das macht den Reiz beim gemeinsamen Nähen aus- gegenseitige Inspiration, nette Gespräche und Motivation. Und man merkt, dass man mit seinem Hobby in sehr sympathischer Gesellschaft ist.
Ganz viele Fotos gibt es drüben bei Verena und Frau Hiltrud, ich ergänze das nur um ein paar Detailbilder:


Katja hat einen Seesack verarbeitet und zum derben Material ein feingewebtes Karo kombiniert. Die Karabiner und D-Ringe hat sie alle mit integriert. Eine Wahnsinnstasche, die sie mit einem Veritas-Arbeitstier aus den 60ern genäht hat.

Marion hat eine Anna aus Kunstleder genäht und Klappen aus Echino-Stoffen dazu,
Lena war schon in Heidelberg dabei und hat diesmal einen Geldbeutel in Angriff genommen und
Lisa hat als Nähneuling innerhalb von 2 Tagen mit einer Anna und einer Luna eine Nähkarriere gestartet.

Mädels- ihr wart großartig!

Mittwoch, 21. September 2011

Refashion- ein Faltenrock


Schräge Retrostoffe sind so inspirierend!
Meine liebe Mela hat einen herrlichen alten Vorhang aus ihrem Heimaturlaub in Montenegro mitgebracht. Ich habe mich total gefreut, dass sie bei einem Stoff in diesen Farben dort an mich gedacht hat. Denn das ist ein echter Volltreffer.
So große Rapporte breche ich dann gern auf, dann kommt das Muster nicht ganz so plakativ heraus. Deshalb habe ich die Rockbahnen in tiefe Falten gelegt.


Das Faltenteil habe ich dann an meine bewährte Rockpasse montiert und dabei einen schmalen Paspel zwischengefasst.

Der Saum wurde nur etwas ausgefranst. Dann habe ich mit der Zackenklinge ein Schrägband geschnitten und darüber gesteppt.  So fällt der 3m weite Saum schön weich und hat einen netten Effekt als Abschluss.


Dazu entstand noch eine schnelle Klappe für meine Anna. Denn die Farben passen perfekt zu dem Taschenkörper vom letzten Jahr.


Die Lieblingsnachbarin hat heute Morgen schnell noch fotografiert, so kann ich tatsächlich mal beim MMM mitmachen.
Danke für´s Sammeln, Catherine!

Montag, 19. September 2011

Das einfachste Brot der Welt.


Bei Heide und Stephan habe ich das schon vor Monaten gegessen- dieses Brot ist richtig gut.
Und dabei ist es so unkompliziert zusammengerührt, dass es schon fast eine Frechheit ist, dass da sowas Tolles dabei herauskommt.

Nur ein Gramm Hefe, 20 Stunden Gehzeit, keinerlei Kneterei- das klingt erst mal spannend.
Gebacken wird das Brot dann in einem geschlossenen Topf, so kann sich eine krosse Kruste entwickeln.
Wir haben die Menge auch schon verdoppelt, da unser Bräter auch ein großes Brot fasst. Zudem wird das auch mit einem Vollkornmehlanteil von 30% sehr lecker.


Wer das "no-knead-bread" mal probieren will, der findet hier und hier eine gute Zusammenfassung, wie das Rezept funktioniert.
Sehr empfehlenswert, auch wenn ich immer ein schlechtes Gewissen habe, dass ich dabei so viel Strom für die Backerei brauche :)