Donnerstag, 16. Juni 2011

Und die Kinder...?

"Und deine Tochter- näht die auch?"- das werde ich oft gefragt.

Aber nein, die Tochter näht nicht. Früher ja, aber jetzt nicht mehr.
Die Kinder haben sich andere Bereiche gesucht, wo sie sich kreativ ausleben können. Der Sohn sägt und lötet, die Tochter hat es mehr mit Papier. Sie schnitzt Linolplatten, faltet Origamiblüten und zeichnet schon sehr gut.

Das erinnert mich an meine Kindheit, wo der Vater ein echter Profi im (Nutz-) Garten war. Damals habe ich darüber nur die Nase gerümpft. Irgendwie war dieser Bereich ja schon von ihm besetzt und ich habe mir meine eigenen Hobbys gesucht.
Aber die Langzeitwirkung seines Vorbildes ist jetzt doch zu spüren. Im Sommer sind wir nahezu Selbstversorger, wie damals meine Eltern. Und wir sind das aus Überzeugung.

Insofern hoffe ich schon, dass meine Tochter irgendwann mal selbst nähen wird.

Derweil freuen wir uns aber über die vielen kleinen Papierobjekte, sie sie im Haus verteilt.

Und eure Kinder- nähen die auch?

Freitag, 10. Juni 2011

Riesenrollen




Was da ausschaut wie ein Gartenobjekt sind im echten Leben die großen Rollen am Kopfende unseres Bettes. Ich habe die Größe der Quadrate nun auch nach der mathematischen Methode meines Mannes berechnet und siehe da-
es funktioniert hervorragend.
Wer hätte das gedacht. :)


Ganz wichtig bei dem Beziehen der recht starren Schaumstoffteile ist, dass der Reißverschluss wirklich über die gesamte Breite geht und die Enden dabei gut gesichert sind.
Denn beim Beziehen reißt das an der Stelle gern ein.
Deshalb habe ich die Reißverschlussmeterware dort noch mit einem Stück Filz verstärkt und einige Male drübergenäht.


Die Stoffe sind zum Teil uralt (hier habe ich zum Beispiel die Reste einer Cordhose meines Mannes zusammengenäht) aber auch ganz neu aus der Leinenserie von Valory Wells. Cord, bestickte Stoffe, Leinen und Baumwolle- das  ist spannend.

Und klar: Ich habe endlich den passenden Quilt dazu auf´s Bett angefangen- im Format 2,40 x 2 Meter.
Mindestens.
( Ich bin größenwahnsinnig, ich weiß. )

Freitag, 3. Juni 2011

Die Nackenrolle


"Wenn ich die alte Nackenrolle irgendwann neu beziehe, dann mach ich das aber richtig."
Mit dem Argument habe ich schon seit Jahren mit einem reichlich angegammelten Kissenbezug ohne Reißverschluss gelebt. Und die Näherei vor mir hergeschoben.

"Ich weiß ja auch gar nicht, wie die Wand demnächst gestrichen wird."
Die Wand wird diesmal weiß, der Anfang mit den Sitzkissen ist gemacht und am gestrigen Vatertag habe ich die Nackenrolle endlich neu bezogen.
De Luxe- mit allem, was die Kissennäherei an Schnickschnack bietet :)

Zuerst gezeichnet, gegrübelt und gemessen.....

 dann gesteckt, gequiltet und mit einer Keder versehen.


Bis der Kissenbezug dann fertig war:
Er hat einen schönen langen Reißverschluss,
als Zwischenlage habe ich Volumenvlies eingearbeitet.


Ich habe dann das fertige Kissen dem Ehemann gebracht. Zusammen mit dem Hinweis auf die wunderbar passenden Quadrate an der Reißverschlusskante. Da war ich nämlich mächtig stolz auf meine zeichnerische Lösung.
Er meine dann nur trocken:
" Kissenumfang durch 4 geteilt durch Wurzel aus 2. So groß sind die Quadrate, oder?"
Mein Informatiker.

Und ich probiere dann am Wochenende mal anhand zweier fetter Nackenrollen, ob das wirklich rein rechnerisch zu lösen ist.  :)
 
Grundsätzliche Idee via Noodlehead, einem wirklich tollen amerikanischen Blog mit vielen Tutorials!

Donnerstag, 26. Mai 2011

Das Einmeterkleid

Ein Meter Halbleinen, ergänzt durch etwas rotes Schrägband, das ergibt ein perfektes Sommerkleid. Nur Suschna schafft es, bei einem Kleid mit noch weniger Material auszukommen :)

Nach dem etwas ernüchternden Versuch der letzten Woche habe wieder auf einen bewährten Schnitt zurückgegriffen. Dieses Kleid hier nähe ich mir jedes Jahr aus einem anderen Stoff und somit war das mit keinerlei Risiko verbunden.



Ohne den Gürtel und die abnehmbare Rosette am Träger ist das Hängerchen strand- und gartentauglich, mit den Accessoires dann perfekt für´s Eiscafé.
Das Kleid hat alltagstaugliche Details:
* einen Teilgummizug in den hinteren Trägerenden gegen das Herunterrutschen von der Schulter,
* einen hohen Schlitz mit Untertritt an der Seite für viel Bewegungsfreiheit und
* es knittert edel vor sich hin. Bügelfrei!


Das Kleid der letzten Woche habe ich übrigens erst mal zur Seite gelegt- ich bin mir echt nicht schlüssig, ob sich trotz der vielen guten Tipps ein Dran-Weiterbasteln lohnt.
Ihr kennst das sicher: Was Neues nähen ist fast immer netter als etwas Ungeliebtes abändern.

Stoff: Halbleinen vom Stoffekontor, rotes Sternchenleinen und Vichy vom Stoffmarkt
Laune: Blendend :)

Mittwoch, 18. Mai 2011

MMM- das war wohl nichts....


Tja, Catherine- so schaut das aus, wenn man mal ein Kleid mit 40er-Jahren-Anklängen tragen will, aber irgendwie nicht reinpasst.
Du trägst das mit der lässigen Nonchalance, die sich bei mir in dem Ding echt nicht einstellen will. Da würde auch ein Strickjäckchen drüber und dein unvergleichliches Styling den Wohlfühlfaktor nicht erhöhen.
Leider.

Die Chancen standen eigentlich ganz gut: Empirenaht, ein schön fließender Stoff und eine meiner Lieblingsfarben.
Stutzig hätten mich die Puffärmelchen und die Knöpfe machen müssen.
Aber nein- ich wollte halt auch mal retroromantisch rüberkommen.

Tja, dann wandert das Ding halt ganz nach hinten in den Schrank, aber heute- heute trage ich das mal.
Und bringe damit dein Päckchen weg.


Schnitt: Burda 5/2006
Stoff : Pampolina
Gürtel und Knöpfe: original aus den 50ern

MMM- am MeMadeMittwoch geht es darum, selbstgemachte Sachen zu tragen und das zu dokumentieren- Initiatorin ist Catherine und die Mitwirkenden findet ihr hier.

Montag, 16. Mai 2011

Kurs- Nachlese

Von Donnerstag bis Samstag waren die Nähkurse in Aalen.
Es war wieder so schön, viele bekannte Gesichter zu sehen und ein paar neue Näherinnen dabei zu haben.
Hauptsächlich haben wir die Luna genäht, eher in der Badetaschenversion als in der normal großen Variante.

Das sind die Sachen vom Donnerstag und Freitag Abend. (*klick*---> größer)

Man erkennt bei manchen Modellen nur an der Kleidung der Näherin, dass es sich da um ein und dieselbe Tasche handelt. So unterschiedlich können Innen und Außen sein.

Und hier sind die Taschen vom Ganztagesworkshop am Samstag.

Ganz bemerkenswert ist die Luna vom mittleren Bild, die hat eine wirklich begabte Nähanfängerin auf einer Discountermaschine genäht. Wenn das mal nicht der Start einer Nähkarriere ist....
Den Stoff der Tasche unten rechts gab es mal bei IKEA, er ist wie gemacht für den Schnitt. Der Musterrapport passt perfekt.

  Und ein paar wunderschöne Annas sind entstanden, allesamt mit Kunstlederkorpus.

Es hat wieder viel Spaß gemacht, die Sachen wachsen zu sehen. Vielen Dank an alle, die mitgemacht haben. Und viel Freude mit den Taschen!

Der nächste offene Kurs ist am 16. und 17 Juli in Heidelberg,
der Herbsttermin im Leipziger Stoffekontor ist am 4. und 5. November.

Mittwoch, 11. Mai 2011

Stofflager- Alt und Neu



derzeitiger Lagerort: Wohnzimmer, mitten im Weg.

Meine Stofflager sind relativ unspektakulär, das einzig Bemerkenswerte ist die Meterzahl und die relative Ordnung.
Vor etwa zwei Jahren habe ich mal grob durchgerechnet und habe bei 500m frustriert das Zählen aufgehört.
Und eine Zeitlang nichts mehr gekauft.
30 Jahre an der Nähmaschine hinterlassen ihre Spuren.
Überall im Haus.

So zeige ich euch jetzt nur mal die ältesten und die neuesten Stoffe hier im Haus machwerk.
Oben, das ist unschwer zu erkennen: Ich habe gestern eine Lieferung vom Stoffcenter bekommen, mit Kunstleder für weitere Lunas.
Und da ich mich immer so schwer entscheiden kann, wurde es halt etwas mehr.

Und unten, das sind wirklich antike Schätzchen aus den 50er oder 60er Jahren.
Meine Großtante hatte bis Ende der 60er Jahre ein Handarbeitsgeschäft und das sind die Reste aus ihrem damaligen Stofflager. Am Anfang meiner Nähkarriere in den 80ern habe ich alle Stoffe vom heimaltlichen Dachboden rücksichtslos verbraten. Und meine Mutter hat mich klugerweise gewähren lassen.
Diese Ballen habe ich vor 2 Jahren von meiner Patentante bekommen.
"Du kannst da sicher noch was damit anfangen..." meinte sie.
Und ich habe reflexartig genickt.


Derzeitiger Lagerort: Vorratskeller, Regal rechts oben. Auf den alten Grundschnitten vom Studium.

Die Stoffe liegen allesamt 75cm breit, das war wohl damals ein gängiges Maß.
Und sie sind aus einer wirklich schön fallenden Baumwoll/Viscose (??) Mischung.
Gerade richtig für Kleider, Blusen und Röcke.
Catherine- hast du mal Lust, wirklich authentische Stoffe zu Retrokleidern zu verarbeiten?
Dann such dir was aus :)