Mein Regal mit Nähbüchern ist vergleichsweise leer.Es gibt da ein paar wichtige Bücher mit Verarbeitungstipps von Burda und der großartigen Claire Shaeffer, sie ich bei kniffligen Sachen gern herausziehe.
Zwei Bilderbücher von Amy Butler, deren Anleitungen ich aber nicht so recht traue.
Zuletzt dazu kam dann "Sewing Green" von Betz White, ein Geschenk von Ulrike.
Hmmm- nicht viel.
Und ich zeige euch gleich,warum.
Ich kann nämlich nicht diszipliniert nach Vorgaben nähen. Eigentlich wollte ich die Totebag aus dem Sewing-Green Buch nachbasteln.
Angefangen hat alles noch nach Plan, ich habe die Tyvek-Verpackung der Butler-Bücherlieferung mit Blisterfolie und Acrylfarben bedruckt.Und dann hat sich der Sonntagnachmittag verselbständigt.
Die Schnittkante war viel zu interessant, um versteckt zu werden, kam aber nur über einer unifarbenen Fläche schön und dreidimensional heraus. Perfekt dafür war gekochte Wolle in meinem Lieblingsrot- das setzt einen satten Kontrast- sowohl farblich als auch haptisch.
Die große rote Fläche war dann gerade recht für eine Applikation, denn die Tyvekfolie lässt sich klasse schneiden und mit dem Feuerzeug versäubern.
Techniken der letzten Monate wie das freie Maschinensticken und ein paar Handstiche wurden ergänzt....
... der Rest des zu lang zugeschnittenen Trägers würde zum Reißverschlussanhänger umfunktioniert....
... und schlussends hatte das ganze NICHTS mehr mit meinem eigentlichen Vorhaben zu tun. Sondern eher mit der Tasche, die meine Freundin Heike für den Stoffmarkt genäht hat.Und so geht es mir oft, wenn ich Dinge nacharbeiten will- das entwickelt eine Eigendynamik, die ich auch gar nicht aufhalten möchte.
.
Da mich manche gefragt haben, ob des Buch lohnenswert ist: Es ist inspirierend.
Für viele Sachen braucht man alte Wollpullis, die dann in der Waschmaschine verfilzt und zu Untersetzern, Kissen und Plaids zusammengenäht werden.
Die Nähprojekte sind geschmackvoll und sehr schön präsentiert, aber nicht wirklich neu.
Die unvermeidliche weite Hose ist zum Beispiel drin, die kenne ich schon aus den Büchern von Anna Maria und Frau Butler. Und aus unzähligen easy-fashion Burdas.
OK, und wer nicht von selbst auf die Idee kommt, dazu einen alten Bettbezug zu nehmen, der bekommt es da gezeigt.
...
Aber wie gesagt: Ich bin kein Kreativ-Bücherfreund.
Mir reicht in der Regel schon eine viertel Stunde mit euren Blogs in Netz, um eine Vielzahl von neuen Anregungen zu haben.
Und in meine Regale lege ich dann lieber Stoffe :)
...
zum Verschenken an eine Freundin,
die endlich mal mit dem Nähen anfangen sollte....)


Die scheibchenweise Zeit der letzten Tage war dann gerade gut, um ein paar Geldbeutel zu nähen.
Zum zwölften Geburtstag bekam die Tochter den Schulrucksack "den jetzt alle haben".
So habe ich den kleinen Geldbeutelschnitt hinten mit einem Klarsichtteil (Namensschild von einer Messe) versehen und einen Karabiner in der Seitennaht mitgefasst. Die eingehakte Schnur geht zu einem Schnuraufroller, den wir früher zum Befestigen der Schipässe am Anorak hatten.


Die habe ich außen mit einem applizierten Vogel versehen- mit vielen plastischen Knötchenstichen außenrum.
Die Atomiumtasche lässt sich auch gut mit einem längeren Henkel versehen- für Leute, die Taschen lieber quer tragen.
Danke Julie für den Gegentausch- nun habe ich wieder Nachschub an Pflegezeugs mit meinem erklärten Lieblingsduft.
Und die Ansteckblüte ist aus einem Wanderpaket: Für Gelegenheiten, bei denen es etwas mehr sein darf.
Das Projekt hat mir richtig Spass gemacht. Der Rock hat genau die Portion Augenzwinkern und Geschichte, die man eben nicht in einem Laden kaufen kann.

