Montag, 15. Februar 2010

Kreativbücher

Mein Regal mit Nähbüchern ist vergleichsweise leer.
Es gibt da ein paar wichtige Bücher mit Verarbeitungstipps von Burda und der großartigen Claire Shaeffer, sie ich bei kniffligen Sachen gern herausziehe.
Zwei Bilderbücher von Amy Butler, deren Anleitungen ich aber nicht so recht traue.
Zuletzt dazu kam dann "Sewing Green" von Betz White, ein Geschenk von Ulrike.

Hmmm- nicht viel.
Und ich zeige euch gleich,warum.

Ich kann nämlich nicht diszipliniert nach Vorgaben nähen. Eigentlich wollte ich die Totebag aus dem Sewing-Green Buch nachbasteln.

Angefangen hat alles noch nach Plan, ich habe die Tyvek-Verpackung der Butler-Bücherlieferung mit Blisterfolie und Acrylfarben bedruckt.

Und dann hat sich der Sonntagnachmittag verselbständigt.
Die Schnittkante war viel zu interessant, um versteckt zu werden, kam aber nur über einer unifarbenen Fläche schön und dreidimensional heraus. Perfekt dafür war gekochte Wolle in meinem Lieblingsrot- das setzt einen satten Kontrast- sowohl farblich als auch haptisch.

Die große rote Fläche war dann gerade recht für eine Applikation, denn die Tyvekfolie lässt sich klasse schneiden und mit dem Feuerzeug versäubern.

Techniken der letzten Monate wie das freie Maschinensticken und ein paar Handstiche wurden ergänzt....

... der Rest des zu lang zugeschnittenen Trägers würde zum Reißverschlussanhänger umfunktioniert....
... und schlussends hatte das ganze NICHTS mehr mit meinem eigentlichen Vorhaben zu tun. Sondern eher mit der Tasche, die meine Freundin Heike für den Stoffmarkt genäht hat.
Und so geht es mir oft, wenn ich Dinge nacharbeiten will- das entwickelt eine Eigendynamik, die ich auch gar nicht aufhalten möchte.
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Da mich manche gefragt haben, ob des Buch lohnenswert ist: Es ist inspirierend.
Für viele Sachen braucht man alte Wollpullis, die dann in der Waschmaschine verfilzt und zu Untersetzern, Kissen und Plaids zusammengenäht werden.
Die Nähprojekte sind geschmackvoll und sehr schön präsentiert, aber nicht wirklich neu.
Die unvermeidliche weite Hose ist zum Beispiel drin, die kenne ich schon aus den Büchern von Anna Maria und Frau Butler. Und aus unzähligen easy-fashion Burdas.
OK, und wer nicht von selbst auf die Idee kommt, dazu einen alten Bettbezug zu nehmen, der bekommt es da gezeigt.
...
Aber wie gesagt: Ich bin kein Kreativ-Bücherfreund.
Mir reicht in der Regel schon eine viertel Stunde mit euren Blogs in Netz, um eine Vielzahl von neuen Anregungen zu haben.
Und in meine Regale lege ich dann lieber Stoffe :)
...
(Aber Sabines Buch kauf ich trotzdem-
zum Verschenken an eine Freundin,
die endlich mal mit dem Nähen anfangen sollte....)

Freitag, 12. Februar 2010

Der perfekte Nähstuhl

Schneemassen.
Buchhalterischer Jahresabschluss.
Kranke Kinder.
Und dann ist auch noch der geliebte Traktor-Nähstuhl von IKEA endgültig hinüber. Die notdürftig mit Heißkleber hineingepfuschte Rolle war einfach nicht mehr zu befestigen. Und der Stuhl nicht mehr im Programm.
Keine gute Woche.

Aber im Keller einer Nachbarin fand sich überraschend Ersatz:
Ein ungeliebter Arztpraxenstuhl!
Und der ist genau das, was ich gesucht habe.
Denn ich brauche vor der Nähmaschine etwas auf Rollen, aber unbedingt ohne Lehne.
(Klingt merkwürdig, aber die ist mir im Weg. Da stoße ich immer mit dem Ellenbogen dagegen, wenn ich den Stoff unter der Nadel hervorziehe....)

Jetzt nehme ich mir mal vor, keine Fäden mehr auf den Boden fallen zu lassen, sonst würde das tolle Teil nämlich auch in kürzester Zeit auf solchen Rollen daherkommen.

Die scheibchenweise Zeit der letzten Tage war dann gerade gut, um ein paar Geldbeutel zu nähen.

Perfekt für zwischendurch, wenn man erst mal das Nähprinzip verinnerlicht hat :)

Freitag, 5. Februar 2010

Busmäppchen

Zum zwölften Geburtstag bekam die Tochter den Schulrucksack "den jetzt alle haben".

Die Schulanfänger haben ergonomisch korrekte Ranzen, die dann irgendwann zu "kindisch" sind und gegen eine geräumige Nummer 2 eingetauscht werden. Die wird dann zwei Jahre später durch die coolere Nummer 3 ersetzt. Und so weiter.

Busmäppchen dürfen nun auch nicht mehr am Ranzen baumeln, da muss es nun ein Geldbeutel sein. Nun denn.
Da Tochter die Schusseligkeit aber von der Mutter geerbt hat war klar, dass da eine sichere Lösung gefunden werden musste.

So habe ich den kleinen Geldbeutelschnitt hinten mit einem Klarsichtteil (Namensschild von einer Messe) versehen und einen Karabiner in der Seitennaht mitgefasst. Die eingehakte Schnur geht zu einem Schnuraufroller, den wir früher zum Befestigen der Schipässe am Anorak hatten.
So kann sich oben im "Sonnenbrillenfach" des neuen Ranzens die Leine nicht verheddern und Tochter kann den Geldbeutel gut einzeln mitnehmen, wenn sie in der Mensa an die Theke geht.
Geht doch- das mit der relativen Sicherheit.

Und weil die Farbkombination so schön ist und die Stoffe schon mal aus dem Regal herausgezogen- hab ich auch noch einen großen Geldbeutel genäht.
Schokobraun ist einfach eine tolle Farbe.

Freitag, 29. Januar 2010

Lila Tasche für Julie

Julie ist ja meine erklärte Lieblingstauschpartnerin, und sie hat heute Geburtstag.
(Alles Gute, Frau Seabiscuit!!)

Und sie hat sich eine neue Tasche gewünscht- bitte in lila.
Sehr viel Material in der Farbe habe ich nicht da, aber ein Stückchen Steppstoff mit einer raffiniert gestickten Struktur war dann doch zu finden- und der aufwändige Stoff passt perfekt zum schlichten Schnitt der Atomiumtasche.

Im Set dazu gab es dann als Geburtstagswichtelgeschenk einen Kalender in schicker Hülle und ein Handytäschchen.

Bei Namensbänder habe ich mir vor einiger Zeit Etiketten weben lassen- mit zwei Namenszügen im Abstand nebeneinander. Die lassen sich dann auseinanderschneiden, mit dem Feuerzeug versiegeln und so habe ich kleine Labels, die auch mal auf einem schmalen Streifen Platz haben. Wie hier auf der Lasche der Buchhülle.
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Die habe ich außen mit einem applizierten Vogel versehen- mit vielen plastischen Knötchenstichen außenrum.

Die Atomiumtasche lässt sich auch gut mit einem längeren Henkel versehen- für Leute, die Taschen lieber quer tragen.

Danke Julie für den Gegentausch- nun habe ich wieder Nachschub an Pflegezeugs mit meinem erklärten Lieblingsduft.
Yuzu- japanische Grapefruit.
So lecker!

Mittwoch, 27. Januar 2010

Refashion - ein Rock


Zuerst dachte ich bei dem Stoff an eine knappe Weste, aber die Farbe und das wilde Muster als Oberteil- das ging nicht.
Also wurde ein Wickelrock mit einer Art Doppeleffekt daraus.
Den Schnitt habe ich so ausgeklügelt, dass der Stoff komplett aufgebraucht wurde. Nicht mal mehr zu einem kleinen Kanzashi hat es mehr gereicht :)

Hinten sind nur 3 Falten, aber vorn hat der Rock richtig viel Weite.
Die Kombination mit dem roten Leinen stiehlt dem Muster nicht die Schau- ergänzt habe ich schlussends nur ein paar farbig passende Zackenlitzen.
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Und die Ansteckblüte ist aus einem Wanderpaket: Für Gelegenheiten, bei denen es etwas mehr sein darf.

Das Projekt hat mir richtig Spass gemacht. Der Rock hat genau die Portion Augenzwinkern und Geschichte, die man eben nicht in einem Laden kaufen kann.
Und mein nächstes Opfer habe ich mir auch schon aus dem Keller geholt: Eine polizistengrüne Lederjacke aus den 80ern. :)

Samstag, 23. Januar 2010

Basteln

... beim Kindergeburtstag.
Wenn man die Party einer nun 12-jährigen noch so nennen darf.
Diese Kanzashis sind aber wirklich kinderleicht nachzumachen und haben die Mädels lange beschäftigt.
Ich habe die Blüten dann mit Heißkleber auf Spangenrohlingen fixiert und mich bei der anschließenden Frisurenschau mit ihnen gefreut.

Desweiteren: Crepes, Videogucken, Highheelslaufen und ein mitternächtliches "Spiel des Lebens".
12 ist einfach ein tolles Alter.

Freitag, 15. Januar 2010

2010- Refashion

Seit der Lieblingsschwager diese bei eBay ersteigerte Tischkreissäge vorbeigebracht hat, bin ich vollkommen blockiert.

Nicht, weil ich jetzt unter die Holzspezialisten gegangen wäre, sondern wegen dieses Stoffes. Der Vorbesitzer hat unter der Maschine einen ausrangierten Vorhang drapiert- ich kann den älteren Herrn förmlich vor mir sehen, wie er in seiner Werkstatt steht. Im Arbeitsoverall mit Schiebermütze.

Und ich weiß genau, dass ich aus dem Stoff etwas nähen will.

Für mich.
Aber was?
Viel Stoff ist es nicht, die Farben sind schön, aber schwierig.
Kombipartner sind schwer zu finden.

Solche Projekte sind mir die liebste Herausforderung- Textilien ganz unerwartet wieder zu Leben erwecken. Und das hat nichts mit Nachhaltigkeit zu tun, das ist einfach ein sportlicher Gedanke.
Etwas skurril, das gefällt mir.

2010 werde ich immer mal wieder solche Projekte vorstellen. Und immer mit Stoffen, die mindestens 30 Jahre alt sind. Oderso. :)

Natürlich vernähe ich auch noch die neuen Schätze, die ich in den letzten Monaten bekommen habe. Die neue Kollektion von Amy Butler zum Beispiel, die ist farblich wirklich gelungen. Die einfachen grafischen Muster lassen sich gut mit den großen floralen Stoffen kombinieren.

Zu Geldbeuteln, die ganz laut nach dem Frühling rufen.