Donnerstag, 19. April 2012

Alte Tischdecken mit Stickereien


Die Tage kam der Lieblingsschwager mit einem ganzen Sack voll textiler Schätze aus dem gesamten letzten Jahrhundert. "Da ist bestimmt was für dich dabei." meinte er lapidar.
Er hätte die Stücke aus der Erbschaft einer Freundin, die damit nichts anfangen könne.

Ich bin absolut fasziniert von den Sachen und hoffe, die ein oder andere kann das hier nachvollziehen. Denn meine Leute hier im Haus zucken nur etwas ratlos mit den Schultern.
Als Einstieg hier eins der Tischsets, zu denen es noch eine gewaltig bestickte runde Tischdecke gibt.
Perlgarn, diese Ornanente und Farben- Das sind die 70er Jahre in Reinkultur.
Und im Retrohype wirkt das schon wieder modern.
(Die Tischdecke werde ich gnadenlos verwenden- da muss meine Familie durch.)


Aussteuersachen waren dabei- wie so oft noch unbenutzt.
Hier sogar mit dem nostalgischen Band, das das halbe Dutzend schön zusammenhält.


Mit dem Datieren der klassischen Weißwäsche tu ich mit naturgemäß schwer, dazu kenne ich die Geschichte der Familie nicht gut genug. Ob die Ziffern unter den Monogrammen das Jahr der Entstehung zeigen oder eine einfache Durchnummerierung der Aussteuer sind?


Vollkommem geplättet bin ich aber von den hoffnungslos altmodisch gestickten Tischdecken, die es in vielen verschiedenen Größen und Formaten gibt.
Stellvertretend hier ein Prachtexemplar mit einem Durchmesser von 170cm:


Die Faszination kommt erst, wenn man sich das genauer anschaut. Ich vermute mal, dass die Blüten geklöppelt sind und dann eingebunden wurden.
Das Foto ist groß- die Details sind wunderschön.
(Edit: Hier handelt es sich um Nadelspitze, das wird tatsächlich nur mit der Nähnadel ausgeführt und ist somit nicht geklöppelt. Danke für deine aufschlussreiche Mail, Wilma! )


Es gibt weitere Durchbruchsstickereien oder was immer das auch sein mag. Ich kenne nicht einmal genau die Bezeichnungen und hätte allergrößte Schwierigkeiten, so etwas auch nur annähernd so perfekt hinzubekommen.
(Edit: Das ist Richelieustickerei.
Ganz klassisch: Konturen werden mit dem Langettestich gestickt und daran entlang wird ausgeschnitten. Stege stabilisieren das dann dekorativ. )


Der Stoff liegt nur 85cm breit, mehr war damals technisch nicht machbar.
Das Zusammennähen der einzelnen Teile fügt sich in das Gesamtbild ein und trennt das Mittelteil von den Seiten, die die Tischkante herunterhängen sollen.
Auch hinten ist die Arbeit blitzsauber. Die Langettenkanten sind mit einem Festonstich eng eingefasst. Himmel- was für ein Zeitaufwand!


Klar, das alles ist hoffnungslos altmodisch, aber ich habe einen Heidenrespekt vor der handwerklichen Leistung.
Unten ist ganz gut zu sehen, was da an Techniken zur Schau gestellt wurde. Wir würden uns heute auf wenige Stilelemente beschränken um den Gesamteindruck nicht zu überfrachten, aber damals war das wohl der stolz einer jeden Hausfrau.


Was ich mit den Schätzen mache?
Keine Ahnung.

Einige Sachen habe ich schon mit Eau de Javel vom Gilb und den ärgsten Stockflecken befreit und werde sie weiterverarbeiten.
Aber es wäre wohl ein Sakrileg, ein Zeitzeugnis wie die Decke oben zu zerschneiden .

Vielleicht habt ihr ja auch solche Sachen zuhause liegen- was macht ihr damit?
Umarbeiten, archivieren oder verwenden?
Zeigt mal! :)

47 Kommentare:

  1. EAU DE JUVEL HÖRT SICH GUT AN,aber WAS IST DAS ???
    Ich hab im Keller auch einen Stapel und weiß noch nicht, was tun... vielleicht kommt ja die enscheidende Idee hier...
    ich dachte schon mal an eine Patchworkdecke, mehr ist mir nich nicht eingefallen...
    Gibts Du noch ne INFO zur Fleck/Gilbentfernung?
    Das wär nett !
    NETTE

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  2. Hallo Martina,

    das sind wahre Schätze, ich mag gar nicht daran wieviel ind dieser Art ohne großes NAchdenken bei Haushaltsauflösungen im Müll landet. Ich hüte noch eine gestickte Tischedecke meiner Mutter, die sie w#hrend der Kriegsjahre gefertigt hat und nehme sie inzwischen zusammen mit meinen Sammeltassen zum Sonntagsfrühstück.

    Ich glaube die Technik ist nicht geklöppelt, sondern Richelieustickerei.

    Viel Spaß beim Verarbeiten wünscht dir
    Monika

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  3. ja, das sieht ganz nach riechelieustickerei aus... zauberhaft. ich kann dein staunen gut nachvollziehen..die tolle bestickte bunte tischdecke die du uns vorenthalten hast würd ich gnadenlos einsetzen zum sonntagsbrunch/braten... den rest warten den gut ding will weile haben...ein mantel wär doch auch mal was...quasi textilmuseum auf 2 beinen und alle hätten was davon.du beim tragen, die andern beim anschaun...

    fast neidische grüße ob dieser schätze
    stella

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  4. @ Stellamaria: Die Decke ist gerade in der Wäsche, aber ich zeig euch das mal- der Oberhammer!

    @ Monika: Siehst du, ich habe von solchen Stickereien keine Ahnung. Mich hat das rein optisch an Klöppelarbeiten erinnert, die hier auch im Schubladen schlummern. Aber vielleicht ist das auch gestickt- wer weiß.

    @Nette: Google mal nach Eau de Javel, ich hatte da einen Tippfehler drin. Das Zeug ist in Frankreich gängig und erinnert stark an das Domestos von früher. "Wie im Hallenbad riechts bei uns im Keller" meinte der Sohn, als ich damit rumhantiert habe.
    Ich schreibe bei Gelegenheit mal was zur Gilbentfernung und werde ein paar Bilder machen. Das ist nämlich echt verblüffend.

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  5. wer schauen mag

    http://knittingwoman.myblog.de/knittingwoman/art/7002216/fur-Frau-Machwerk-ein-wohlgehuteter-Schatz

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  6. Traumhaft Deine Tischdecken, da würde mein Herz auch höher schlagen :-)!
    Ich denke auch, dass es sich bei der einen Tischdecke um Richelieustickerei handelt; ich habe nämlich auch zwei, drei dieser Schätze, gestickt von meiner Tante auf hundert Jahre altem Leinen. Mir sind die Tafeltücher nur irgendwie viel zu kostbar, um sie auf den Tisch zu legen (wenn man an die Arbeit denkt sie nach dem Waschen wieder glatt zu kriegen), darum streichel ich sie meistens nur...

    Liebe Grüße
    Gaby

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  7. Gaby, auf einigen der Decken war noch eine angeheftete Vorgangsnummer von der Wäscherei, die das wohl zuletzt bearbeitet hat.
    Als ganz kleines Kind war ich mal bei uns im Ort in der Heißmangel und durfte zugucken. Ich habe die Maschine als echtes Monster in Erinnerung und bin nie wieder mitgegangen.
    Aber die Wasche kommt unvergleichlich glatt heraus.

    Hier habe ich eine Bügelmaschine mit Dampffunktion, die bringt auch altes Leinen so glatt, dass es meinen Ansprüchen genügt. Aber unsere Großmütter hätten wohl trotzdem mit den Augen gerollt :)

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  8. Wow, wie schön! Die Tischsets find ich super, die finde ich auch gar nicht unmodern oder altbacken.

    Mit der Blümchentischdecke tu ich mich schwer ^^ Ich würde sie wohl nirgendwo hinlegen, aber ich schaue mir sowas gerne an. Unfassbar, wie lange man wohl an so einer Decke sitzt!!

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  9. Alte Bettwäsche wurde gerade auf die Kommunistische gelegt - als Tischdecke umgearbeitet.

    Eau de Javel - das ist der Retter meiner Mutter :)

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  10. Ohhh, das sind ja wunderbare Schätze.

    Ich dürfte letzt für eine Kundin aus 100 Jahre ! altem Leinen und kleinen Deckchen, Tüchern einen Tischläufer und 5 passende Kissen nähen.
    Das war ein tolles Projekt
    ... die ersten Schnitte habe ich mir 10x überlegt ;o), aber dann war es wie ein Selbstläufer.

    Ich selbst habe einige alte Decken und habe diese auch in Benutzung.
    Nicht immer, aber wenn ist es sehr schön zu sehen.
    Nur im Schrank würde ich sie dann auch zu schade finden.

    Liebe Grüße
    Ursula

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  11. Ich habe von meiner Mama auch noch Leinenhandtücher, Servietten und von einer alten Dame eine Kreuzstichtischdecke. Ich benutze die Sachen, die Tischdecke nehme ich im Garten, bei schönem Wetter faszinierend.
    Schön, solche alten Fundstücke.
    Viele Grüße
    Marika

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  12. Wahrlich ein Traum! Und ein Schatz! Ich kann deinen Respekt vor der handwerklichen Arbeit so gut nachvollziehen. Die Sachen lagen ja nun lange genug im Schrank. Ich würde sie benutzen. Und für eventuelles Umarbeiten kommen dir bestimmt genug Ideen. Patchworkdecke ist irgendwie die erste Idee. Aber ich könnte mir auch Sommerkleider/-röcke/-blusen mit Stickerei vorstellen. Oder vielleicht einen Pyjama?

    Ich hatte vor Jahren auch mal Weißwäsche mit Monogramm und Zahlen darunter auf dem Flohmarkt gekauft. Der Verkäufer erklärte mir, dass mit den Zahlen tatsächlich die Wäsche durchnumeriert wurde.

    Ach zeig uns ruhig noch ein paar Bilder. Musst gar nicht viel dazu schreiben. Ich finde solche alten Sachen einfach nur spannend und schön.

    Liebe Grüße von Kirstin.

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  13. ich kann nix zeigen - mein mann hat alle deckchen, wäsche etc. vor ein paar jahren um 10 cent das stück auf dem flohmarkt verkauft! ich hätte ihn am liebsten erwürgt ... ich wollte sie ja verkaufen, aber ganz sicher nicht um diesen preis ...
    wunderschöne schätze du da bekommen, schöne handarbeit. vor allem die rückseite der kreuzsticharbeit hat mich so an meine schulzeit erinnert! da hat die lehrerin auch gleich auf die rückseite geschaut, ob alle stiche senkrecht verlaufen, eben genau so, wie du sie uns gezeigt hast.
    viel freude mit deinem schatz und lg,
    catharina

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  14. Wow, das sind aber Schätze. Alle wunder schön.
    Meine Oma hat auch selber gestickt, ok damals gab es auch keine Stickies.
    Paar habe ich hier noch "liegen" und hüte sie wie ein Augapfel ;)

    Danke dass du sie uns gezeigt hast

    GLG Jutta

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  15. Was für ein schöner Schatz. Diese "wilden", bunten Blumen ... könnte das nicht von Puszta-Stickerein inspiriert sein?! Bin auch auch die runde Decke gespannt. Die ist doch garantiert ein Laune-Macher für die ganze Familie! :)

    Viele Grüße, Ferula

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  16. Das ist ja der absolute Hammer, welche Schätze Du da bekommen hast.

    Ich habe festgestellt, dass wir "fast" Nachbarn in der weiten Bloggerwelt sind. Ich wohne in Schwäbisch Gmünd.

    LG Alexandra

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  17. was wir mit unsere Schätzen machen? Eingekellert, denn erstens sind die nur auf Fotos schön ODER wenn man sein Haus komplett im weiß-weißen Schwedenstil eingerichtet hat. ABER dein Bericht gibt mir ein tolles Gefühl, ich dachte ich bin die Einzige die sowas aufhebt

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  18. Also ich würd es verarbeiten! All die Arbeit und dann liegts im Schrank. So kommt es zu neuen Ehren. Ich hab schon Sofakissen mit sowas bezogen, aus schönsten Stücken Bilder gemacht, Sommertaschen und zu Tischläufern umgearbeitet. Da gibts einiges, was einem dann einfällt. Danke für den Tipp mit Eau de Javel! Lieben Gruß, Kerstin

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  19. schöne sachen sind das! ich hab bei meiner oma auch ein paar schätze gerettet, bevor jemand auf die idee kommt, sie zu entsorgen, bisher lagern sie nur im keller, in der hoffnung dass ich sie mal verwende ;-), die rote blumenranke ist mein favorit, die könnte ich mir gut auf deiner anna vorstellen, als jeanstasche und seitlich auf der klappe! liebe grüße und viel spaß beim darüber nachdenken, was daraus werden könnte, sabine

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  20. Wahnsinn!!!

    Ich finde auch - benutzen und im Zweifel zerschneiden und neu beleben, besser als im Schrank herumzuliegen!

    glg!

    claudia

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  21. http://dottieangel.blogspot.de/2011/12/on-1st-day-of-joyfulness.html

    Schaut euch mal das hier bei Dottie Angel an. wegen diesem Post sammle ich so alte Sachen seit Monaten z.B. beim Roten Kreuz hier, weil ich mir genauso eine Tischdecke machen will!!! LG Ruth

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  22. Oh Hilfe...was für Schätze!
    Ich persönlich bin immer ganz behutsam mit dem Anschneiden solcher Dinge.
    Aber letzten Endes ist es doch ein wunderbarer Gedanke, etwas zu verarbeiten in das ein Mensch vor vielen Jahren so viel Arbeit und Liebe investiert hat.

    Viele Grüße von der Anja

    Edit: danke, dass Du Eau de Javel erwähnst....ich suche gerade die Lösung für ein Fußballopfer, dass ich nicht sauber bekomme...

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  23. Die bunten Blumen von deinem Tischset habe ich in genau solchen Farben und der gleichen Technik auf einer Bluse und einer Weste. Beides wurde in den 1980er Jahren in Ungarn gekauft. Eventuell also ein Urlaubssouvenir?

    (Daß das andere Nadelspitze ist weißt du ja inzwischen. Ich sticke ja gar nicht, aber ich lese alte Handarbeitsbücher. ;-) )

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  24. Also fuer 'Maedels' mit Schaetzen dieser Art, aber Gewissensbissen sie 'kaputt zu benutzen':
    Habe schon gar manche schoene antike Tischdecke als Riiiesenphoto in Bilderrahmen gesehen = toll; auch kleinere Variationen!
    Kleinere ovale Deckchen als Zwischenlage (unter Glas) auf Tabletts.
    Auch sog. Tissue-Boxen verkleiden (ohne zerschneiden der Deckchens auf einen passend massgefertigten/geklebten Unterstoff dann heften).
    Steffie, von 'Naehfiddeley' hatte im Vorleben ihres Blogges eine ordentlich suesse 'Vertueddelei-Anwendung' von Decken einiger Varianten.
    Kleine runde Spitzendeckchens mit Stoff-Versteifer einspruehen wenn um eine Flasch drappiert (nicht ganz schliessen (?) als Armreifen verwandt.

    Tisch-Sets ergeben schoene 'Clutch-Taschen'!
    Auch lassen sich einige als Ganzes aneinander genaeht und 'ein wenig' zusaetzlicher SToff oben drauf, gut als sog. Unterkleider oder -Roecke benutzen = auch nicht uebel und man kann die Sets mitunter wieder 'aufloesen' und ihrem original Gebrauch zufuehren! ;-)

    Runde Spitzen-Deckerl werden mitunter nur mit auswaschbaren 'Sanft-Farben' temporaer eingefaerbt, mit Stoff unterlegt (geht auch mit Original-Farbe des Deckchens und Kontrast Unterstoff) und als romantische Pompon/Sack-Taesch'chens fuer Sommer-Kleidchens verwendet.


    Dies nur ein paar Ideen mit lieben Gruessen,
    Gerlinde

    Ausserdem zum weiteren 'Ausflippen' bezueglich Handarbeit:
    Hardanger, Stump-Work, Crewel work, tambour beading.
    Ferner: ribbon flowers, wired wool work.

    Good luck, wenn eine 'heil' aus dieser Besichtigungs-Tour herauskommt! ;-) :-D

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  25. Richelieux ist eine Heidenarbeit. Ich habe mal ein Motiv an einem Top on den 8o-igern gearbeitet!
    Sie sehen alle ziemlich gut erhalten aus,deine Erbstücke! Wenn schon etwas abgeliebt ist oder so, dann fällt es mir leichter zu entscheiden, was ich damit mache. Die gut erhaltenen Stücke herausschneiden und weiterverwenden, aber wenn alles so gut ist, bin ich immer am Zweifeln.
    Letztendlich bleibt es dann eher im Schrank, kulturhistorisch verwahrt sozusagen. Mir ist echt viel benutzt lieber, dann kann ich es besser weiterverarbeiten.

    historische Grüße, Karen

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  26. Wunderbare Schätze! Ich kann Deine Bewunderung und Freude darüber nachvollziehen! Hier gibt es auch noch ein paar alte Schätzchen. Tischdecken sind dabei, aus sehr feinem Leinen - teilweise mit Löchern drin - und trotzdem konnte ich mich bisher nicht entschließen, sie zu zerstückeln.
    Ich wünsche Dir gute Ideen. Es wäre toll, wenn Du uns teilhaben lässt an Deinen Ideen zur Verarbeitung!
    Liebe Grüße
    ute

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  27. wunderschöne Teile, ich kann das nachvollziehen, bei mir in der Familie würden einige auch unverständlich mit den Schultern zucken, aber ich werde einfach tolleriert, denn Haushalt und Deko ist eben mein Part, da pfuscht mir auch keiner rein.

    Und ich denke meine Nachfahren werden es in ihren Wohnungen auch mal mit der Deko hinbekommen, eben anders aber genau so schön auf ihre eigene Art.

    Aber die tolle Handarbeit kann man nur bewundern.


    Einiges von der Bettwäsche könnte ich mir in einem Sofa-Kissen gut vorstellen.


    Grüße Ramgad

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  28. Waaaaahnsinn....!!!
    Was für eine tolle Ausbeute!
    Bei den Retro-Tischsets habe ich im ersten Moment gedacht, Du hättest sie frisch fabriziert - dank der Tatsache, dass alles irgendwann mal wieder modern wird, finde ich sie gar nicht altmodisch.

    Und diese Tischdecke ist einfach nur irre! Wieviel Zeit mag darin stecken?! Ich habe zuletzt zwei Abende für eine Pusteblumen-Stickerei in A4-Größe gebraucht - da kann man sich vorstellen, was für ein Aufwand so eine Tischdecke gewesen sein mag (ganz abgesehen davon, wie sauber das gute Stück gearbeitet wurde!)

    Ich habe einige alte Damast-Tischdecken von meiner Mutter bekommen, die habe ich gnadenlos zu Kissen verarbeitet. Aber solch ein Wunderwerk wie Deine Tischdecke - nee, da würde ich mich auch nicht mit der Schere rantrauen.

    Von einer Nachharin habe ich zwei wunderschöne weiße Tischdecken mit toller Weißstickerei bekommen, die würde ich wahnsinnig gerne in einem Quilt verarbeiten. Allerdings war es wegen jeder Menge Lochmuster ein Heidengefriemel, die Tischdecken zu bügeln - deshalb habe ich vom Quilt erst mal Abstand genommen, da man den ja nicht bügeln soll. Ungebügelt sähen die Muster aber wohl nicht mehr so toll aus. Also bleiben sie erst mal wohlgehütet im Schrank liegen..!

    Liebe Grüße
    Britta

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  29. Witzig ... ich mach grad eine Reise in die Vergangenheit ...

    erst mal die bunte "Puszta-Stickerei" - meine Tante hatte früher eine Art Kassak (heute sagt man ja Tunika) - die war so bestickt!!

    Und bei Eau de Javel... bin ich plötzlich wieder in Frankreich - noch mehr aber in Spanien! Da riecht es in jeden Hausgang so.. SCHRECKLICH!!! Schwäbische Putzwoche ist da ein Dreck dagegen! ;-)

    Diese bestickte Tischdecke (die du von hinten zeigst .. so was hat meine Mutter auch noch wo im Schrank)

    Ehrlich: ich bin hin- und hergerissen, wie ich es finden soll... verstehst du was ich meine?

    liebe Grüße von Ellen

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  30. *hahahaha* TAUSEND Dank für deinen Kommentar!! Das amüsiert mich gerade ungemein. Von dieser Seite hatte ich die Situation noch gar nicht betrachtet ;)

    Schönes Wochenende.

    Pony

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  31. Wow! Da hat dein Schwager dir einen wahren Schatz geschenkt! Sooo viele wundervolle, handwerklich unglaublich wertvolle Dinge! Mir persönlich gefällt das erste am besten. Richtig schön Retro. Ich selbst habe auch lange Zeit gestickt (meine Omi früher auch unglaublich viel) und weiß, wie viel Zeit und Arbeit dahinter steckt. Ich finde es wirklich schön, dass du dies alles so schätzen weißt und ihn Ehren hältst. Sind auch wirklich wunderwunderschön!

    Liebe Grüße, Kirstin

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  32. Ich hab' ein paar bestickte Tischdecken von meiner Oma daheim -allerdings im Schrank. Bisher hab' ich sie zur Erinnerung immer mal wieder hervorgeholt und angesehen, aber benutzt nicht; ist nicht ganz mein Geschmack, aber wegweggeben kommt auch nicht in Frage.

    Nachdem deine alten Prachtstücke ja nicht direkt persönliche Erinnerungen in sich tragen, würde ich sie wohl in einem besonderen Kleidungsstück oder Accessoire recyceln: Das erste Stcük könnte sich bei entsprechender Größe als Borte auf einem Wickelrock oder schmalen Leinenrock gut machen, aber auch auf einer "Anna"-Taschenklappe...(apropos meine Anna-Tasche ist auch fertig und wartet auf en großen Übergabe-Tag an meine Große. Wenn Du schauen magst: http://www.stempelsuechtling.blogspot.de/2012/03/anna-tasche-mit-pferden.html)

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  33. @ Ellen: Ich bin da auch zwiegespalten: Von Design ist das hoffnungslos, aber die handwerkliche Meisterschaft ist ehrfurchtgebietend. Und es ist jammerschade, dass heutzutage solche Techniken verlorengehen.

    @ Britta: An einen Weißquilt dachte ich auch schon, die Stoffe haben ja auch nach meiner Bleichbehandlung unterschiedliche Weißtöne und Stärken. Wenn man dann die Stickereien noch irgendwie integriert und die Richelieupartien unterfüttert oder herauslässt.....
    Aber wir sind halt nicht so shabby eingerichtet, da würde das vielleicht ein Fremdkörper bleiben.

    Vermutlich werde ich doch Kleidung nähen und eine modern-romantische Geschichte versuchen.
    Gerade schwebt mit etwas in Richtung Bananen-Wickelrock vor, angelehnt an diesen Redondoschnitt.
    Vielleicht sogar irgendwie offenkantig verarbeitet, um die Perfektion der Stickerei zu brechen. Mal gucken :)

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  34. Danke für die Fotos, sowas gucke ich ja auch immer sehr gern an. Wegen Aufheben: Für mich ist es ein Unterschied, ob die Arbeiten fremd sind, die könnte ich dann evtl. zerschneiden (ganz eventuell), oder aus der Familie. Ich habe Decken, die sind auf alten Familienfotos zu sehen. Die lager ich einfach nur, schön gemangelt, wie sie sind. Benutzen fällt mir schwer, weil ja jeder Kirschfleck mich vor große Probleme stellen würde.
    Wegen Stockflecken habe ich bisher nur ganz vorsichtig mit Eau Javel experimentiert. Ich habe Angst, den Stoff anzugreifen. Daher freue ich auf einen Erfahrungsbericht dazu.
    Gefreut hat mich auch, hier von vielen zu lesen, dass sie die Sachen gern aufheben. Ich hätte gedacht, dass die meisten sie mit Grusel aus dem Haus verbannen.

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  35. Also die "ungarische" Decke würde ich einfach so verwenden, das sind Muster und Farben, die ich immer noch (oder wieder?) gut finde. Die Nadelspitzen-Stickerei-Decke ist ja vor allem in handwerklicher Hinsicht ein tolles Stück, die würde ich einfach so als Anschauungsobjekt aufheben.
    Bei den "normaleren" gestickten Decken von meiner Oma nähere ich mich langsam daran an, etwas anderes daraus zu nähen - ich habe da z. b. eine mit Kreuzstich- und Plattstichstickerei kombiniert, auf einem zweifarbig gewebten Damast, die ist designmäßig so überladen, dass ich sie zerschneiden könnte. Andere, schlichtere, findeich zu schön dazu, auch wenn ich sie als Decken nicht benutze.
    Meine Mutter hatte solche Aussteuerbettwäschen
    in den 80er Jahren in der Maschine gefärbt, kirschrot oder blau, und wir haben jahrelang darin geschlafen. Das fand ich eigentlich ganz gut - so wurden die Sachen doch noich benutzt, denn so viele weiße Patchworkdecken braucht man ja auch nicht, wie man nähen könnte.

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  36. In der neuen "Landlust" ist ein Brautrock zu bewundern, der aus einer alten Tischdecke gearbeitet ist. Spitzenklasse!

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  37. Da bin ich platt und fast sprachlos.

    Zum Glück kennt dich dein Schwager, und hat diese zauberhaften Stücke vor dem Müll gerettet.

    bssst-es gibt Sachen, die verstehen Männer einfach nicht.

    Liebe Grüsse
    Karin

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  38. was für einen schatz hast du da bekommen! es ist bitterschade, dass man sowas nicht mehr lernt, geschweige denn anwendet.

    wobei sich mir ja die frage auftut, wann die frauen, die ja mit dem täglichen leben nicht grade unterfordert waren, auch noch zeit hatten solche stickereien anzufertigen!

    ich bin schon gespannt, in welcher art und weise du die schätzchen in deine kreationen einarbeitest.

    lg Heide

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  39. Ja Heide, das stimmt.
    Aber damals waren die aufwändigen Sachen echt Schätze, die geschont wurden und nur für besondere Anlässe herausgeholt wurden. Die aufwändig bestickten Tischdecken sind am besten erhalten. Sachen mit weniger Dekor haben mehr Gebrauchsspuren.

    Die Mädchen haben schon lange vor der Hochzeit an der Aussteuer gearbeitet.
    Und nach dem Fest wurde dann ganz genau geguckt, was die Bräute mit in die Ehe bringen. In einem Heimatmuseum hat eine alte Frau erzählt, dass die Dorfgemeinschaft tatsächlich zum Begutachten der eingebrachten Wäsche kam.
    Wenn eine "hinten und vorne nichts hatte" hieß das, dass der Wäscheschrank spärlich gefüllt war.

    @ Suschna: Ja, genau die schon angegeriffenen Sachen habe ich als erstes angeschnitten, das ist am einfachsten.
    In meiner Familie sind keine so aufwändigen Sachen erhalten, aber da hätte ich sicher auch die allergrößten Skrupel bei der Benutzung.
    Ich kenne jetzt den familiären Hintergrund der geschenkten Sachen- das kommt aus einem eher großbürgerlichen Haushalt mit langer akademischer Tradition.
    Deshalb vermute ich fast, dass die Decken damals nicht alle von den Besitzerinnen gestickt wurden, sondern bei einer Weißnäherin in Auftrag gegeben wurden.

    @ Lucy- Ich habe sofort Stoffstücke gefärbt :)
    Aber dazu später mehr......

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  40. Maedels,

    VORSICHT mit Ein-/Umfaerben vor allem von jedweden gestickten Waren!
    Problem: wenn man solche 'Sachen' in der Familie hat, ist die Chance auch seeehr gross, dass irgendein 'Familien-Talent' sie bei Bedarf evtl. auch sehr kunstvoll reparieren konnte (wenn musste) und dieses auch tat.
    ABER: Die 'Ersatz-Faeden/-Garne' hierfuer wurden evtl. zwar sehr treffsicher zur existenten Farbe gewaehlt, das Material war aber evtl. 'moderner Herkunft'.
    Es kann also passieren, dass da 'Einstueckelungen' moderner Art aus NICHT farb-annehmendem Material dzwischen sind, welche vorher mit dem blosen Auge ueberhaupt nicht auffielen!
    Bitte nicht fluchen, wir haben's da schliesslich mit handarbeitstechnisch zwar versierten Talenten zu tun jedoch nicht mit historischen Restorateuren!!!

    Liebe Gruesse,
    Gerlinde

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  41. ohhhhh - die Tischsets finde ich völlig genial - würde ich sofort benutzen. Es kommen hier oft Kundinnen in den Laden, die gerne solche alten Schätze wieder ein bisschen aufhübschen, umarbeiten oder einarbeiten möchten. Ich finde das immer total Klasse und könnte heute noch meinem Vater eine Watschen dafür geben, dass er all diese handgearbeiteten Schätze meiner Großmutter und meiner Großtanten einfach "entsorgt" hat, ohne uns zu fragen. Umpffff

    Ganz liebe Grüße, Grete

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  42. uaahhhh, gib her den Schwager ;-)
    dieses Kreuzstichteile.... Hammer....
    LG Sabine , du machst da schon was tolles draus.... zeitnah.... LACH

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  43. sehr sehr schöne handarbeiten sind das! ich weiß auch nicht, wieso das "design" nicht gut sein sollte...alles kommt immer auf die kombination an, finde ich. auf alle fälle hätte ich tausend ideen zu den sachen und würd sie sofort nehmen;)
    herzlichst birgit

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  44. Ein Traum, dieser Schatz. Gott sei Dank ist er gehoben und in die richtigen Hände gelangt... Ich habe einen solchen noch nicht gefunden, würde aber bei den Dingen, die niemand mehr nutzt schon mit großer Freude zur Schere greifen, um ihnen neues Leben einzuhauchen. Wenn man sich so gar nicht traut, schützt vielleicht ein Museum vorm dunklen Schrank bis ans Ende der Tage...? LG, Marja

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  45. Hallo!
    Bei antiken Leinendecken,Servietten oder Handtüchern wurde die vorhandene Stückzahl eingestickt -es wurden meist in Duzenden gezählt.Wenn es also 32 Stück sind , hatte man auch für große Tafeln entsprechend viele Stücke.habe bis vor einigen Jahren mit antiker Tisch und weisswäsche gehandelt und noch Hunderte Handtücher etc. liegen. Komme seit einiger Zeit nur leider nicht mehr dazu diese auch zu verkaufen. Habe vieles selbst schon daraus genäht. Und dachte mir nen Tipp zur Nummerierung würde dir mal etwas weiter helfen.

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  46. Liebe Martina,
    gerade habe ich unseren Tischdecken Schrank ausgeräumt. Mein Mann: "Du darfst erst an die Nähmaschine, wenn du die Tischdecken aussortiert hast"! Haha, mich interessiert jetzt, was hast du aus diesen feinen Schätzchen gemacht? Ich bin auf der Ideensuche für die alten Damasttischdecken, ich einfach nicht in den Altkleidersack stecken mag. Ich bin gespannt auf deine Antwort!! Ganz liebe Grüsse aus Heidelberg
    Annette

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