Dienstag, 13. Oktober 2015

Verschiedene Pressen zum Einschlagen von Nieten, Ösen und Druckknöpfen


Wer viel mit kleinen Metallelementen wie Nieten und Ösen arbeitet kommt irgendwann nicht mehr an einer Presse zum Eindrücken der Teile vorbei. 
Zum Vorlochen gibt es  hebelverstärkte Zangen, aber zum Einpressen der Teile selbst habe ich bisher nichts entsprechendes gefunden. Denn beim Eindrücken mit Pryms Variozange braucht man auf die Dauer schon viel Kraft.

So hat mir mein Schwager zuerst eine kleine Spindelpresse besorgt. Sie ist prima, um kleinere Sachen wie Nieten und Druckknöpfe einzudrücken. Vorher loche ich die Stelle mit der Zange, dann wird die Niete durchgesteckt und rotierend eingedrückt.
Die Spindelpresse muss dafür auf einem Tisch montiert sein oder zumindest sicher mit Schraubzwingen festgeklemmt.

Als ich dann angefangen habe dicke Ösen zu verwenden, kam eine Presse für selbstschneidende Ösen ins Haus. Die gängigen Kaufmodelle waren mir zu teuer, deshalb hat mir der Sohn die alte Hammerschlagpresse ( für ca.60 Euro bei eBay gekauft) für das entsprechende Werkzeug umgebaut.
Hier seht ihr im rechten Bild den oberen Adapter für das Werkzeug mit einem 1/4`` - Gewinde. Er wurde in das ursprünglich größere Gewinde eingeschraubt und nimmt das gängige Werkzeug für die selbstschneidenden Ösen auf. Den unteren Stepmel haben wir ebenfalls entsprechend angepasst.

Alternativ kann man sich auch eine neue Federschlagpresse kaufen. Die ist nicht billig, aber unschlagbar beim Einarbeiten von Ösen.
Es ist so praktisch, wenn man keine großen Löcher vorbereiten muss, die Edelstahltösen schneiden sich selbst in den Stoff hinein. Ratzfatz in ein paar Sekunden.
Diese Presse habe ich inzwischen bei den Workshops dabei. Damit werden dann Nieten und vor allem Ösen für die Matchbeutelversion der Sixta eingeschlagen:
Die Presse ist mit über 30 kg recht schwer, deshalb steht sie während der Kurse auf dem Boden. :)

Hier in meiner Werkststt arbeite ich inzwischen fast ausschließlich mit einer professionellen Kniehebelpresse mit zwei Arbeitsstationen. Die habe ich ebenfalls gebraucht gekauft und in einer alten Hosenfabrik abgeholt.
(Zusammen mit Stoffballen und kiloweise Metallteilen- das war wie Weihnachten dort!)
Auch hier hat der Sohn wieder Adapter angepasst.

Also: Wenn ihr nur Druckknöpfe, Nieten oder beziehbare Knöpfe sicher einarbeiten wollt ist eine Spindelpresse oder eine kleine Ösenpresse auf der Werkbank super. Wer plant, auch dicke Ösen zu verwenden sollte sich gleich ein stärkeres Gerät kaufen.
In jedem Fall würde ich zuerst mal bei eBay nach alten Pressen gucken, die lassen sich in der Regel gut auf eure Bedürfnisse umbauen.
Das passende Werkzeug (z.B. via Getmore) ist nicht billig, dafür sind die Kosten für die Metallteile überschaubar.

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Total interessant: Bea ist wieder in Afrika unterwegs und arbeitet zusammen mit jungen Müttern in einer Nähwerkstatt. Tretmaschinen und Bügeleisen ohne Dampf. Wahnsinn.

Kommentare:

  1. Schön, dass du das ausführlich erklärt hast, du weißt es zu schätzen, nicht nur von Schreibtischtätern umgeben zu sein, langt der Kombi noch zu den Kursfahrten. Bin bei eba auch schon um Pressen geschlichen, soll ein guter Schuster um die Ecke sein,mal sehn welche Ausrüstung der hat. Es ist schön für dich, dass du noch von den Resten der "Hochzeiten" der Textilfertigung aud der Alb profitieren kannst.

    Liebe Grüße

    Monika

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  2. Interessant. Zur Zeit komme ich mit meiner kleinen Handpresse noch zurecht, doch so ein Gerät wäre schon eine tolle Sache.
    Liebe Grüsse,
    Claudine

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  3. Das ist so toll, dass Du das erklärst. Deine "dicke Berta" habe ich ja schon selbst benutzt. Bei meiner letzten Ledertasche, die einmal ein Minirock war, habe ich mir wieder einen abgequält, um die Nieten reinzubekommen. In solchen Momenten wünsche ich mir ne dicke Berta oder eine ihrer Schwestern (könnte auch ein kleiner Bruder sein). Was Nieten und Ösen angeht, muss ich mir noch mehr Wissen aneignen. Deshalb finde ich Deine anschaulichen Erklärungen immer wieder so gut.
    Liebe Grüße
    Epilele

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  4. Mit solchen Teilen geht das echt professionell. Ich habe vor vielen Jahren da laienhaft rumexperimentiert mit Hammer ,Körner etc. das war alles eher Zufall, wenn es geklappt hat. Natürlich große Klasse, wenn man in der Familie begabte und versierte Techniker hat, die das Aufrüsten gleich übernehmen.
    Verklebst du Buchschrauben zsätzlich?
    Viele Grüße Karen

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